Favres Vertragsverlängerung ist die logische Entscheidung - und ein interessanter Fingerzeig

dzKommentar

Dass der BVB mit einem Trainer in die kommende Saison gehen würde, dessen Vertrag zum Ende der Spielzeit endet, war ausgeschlossen. Folgerichtig ist die Vertragsverlängerung mit Lucien Favre bis 2021. Doch danach wird es spannend.

Dortmund

, 18.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Als Borussia Dortmund mit dem neuen Trainer Jürgen Klopp in der Saison 2008/09 zu beachtlichen Höhenflügen ansetzte, da dauerte es nicht lange, bis der Klub die erfolgreiche Arbeit mit einer Ausweitung des noch laufenden Vertrags dokumentierte. Es war der Beginn einer Ära, die acht Jahre währen sollte.

Lucien Favre ist nun der erste Trainer nach dem Abschied von Klopp, der sich ebenfalls über eine Vertragsverlängerung freuen darf. Sie ist der Lohn für eine Saison, in der der BVB oft am Limit und bis zum Ende sogar um die Meisterschaft spielte.

Favre hat den BVB in ruhiges Fahrwasser manövriert

Favre hat kein leichtes Amt übernommen, als er im Juli 2018 seinen Dienst antrat. Borussia Dortmund steckte mitten in einem großen personellen Umbruch, die Mannschaft war keine Mannschaft, das Umfeld unruhig wie selten zuvor. Favres Befürchtung, das Zusammenwachsen würde Zeit beanspruchen, bewahrheitete sich allerdings nicht.

Umfrage

Der BVB hat den Vertrag mit Lucien Favre vorzeitig verlängert. Die richtige Entscheidung?

1204 abgegebene Stimmen

Er verpasste der Elf eine klare Spielstruktur, in der sie sich sehr schnell wohl fühlte. Am Ende erfüllte er die Erwartungen nicht nur. Er übertraf sie in vielen Bereichen sogar. Der BVB-Fußball war sehr oft wieder ansehnlich, er war vor allem wieder überaus erfolgreich, was über allem anderen im Anforderungsprofil für den neuen Trainer stand.

Favre hat Schwächen in mehreren Bereichen

Den Vertrag mit dem Schweizer zu verlängern, war unter diesen Gesichtspunkten eine logische Entscheidung – ungeachtet der während der Saison erkennbaren Schwächen des Trainers in Bereichen wie taktischer Flexibilität, Motivation oder Ansprache.

Jetzt lesen

Unter diesem Gesichtspunkt ist die Ausgestaltung des neuen Arbeitspapiers interessant. Favres ursprünglicher Kontrakt lief bis zum Sommer 2020, anders als damals bei Klopp und trotz aller Lobeshymnen wurde er nur um ein weiteres Jahr verlängert. Das mag sogar im Sinne des 61-Jährigen sein, der seine Arbeit auch an früheren Wirkungsstätten immer kritisch hinterfragt hat. Und von sich aus gegangen ist, wenn er das Gefühl hatte, nicht mehr helfen zu können.

Nach 2021 plant der BVB wohl ohne Favre

Es lässt aber vor allem der Borussia die notwendige Entscheidungshoheit, wie man die Jahre nach 2021 planen möchte. Und es ist keine allzu gewagte Prognose, dass man die Weiterentwicklung der Mannschaft dann in andere Hände legen wird.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Bilder des ersten BVB-Jahres von Lucien Favre

18.06.2019
/
Bilder des ersten BVB-Jahres von Lucien Favre.© dpa
Bilder des ersten BVB-Jahres von Lucien Favre.© dpa
Bilder des ersten BVB-Jahres von Lucien Favre.© dpa
Bilder des ersten BVB-Jahres von Lucien Favre.© dpa
Bilder des ersten BVB-Jahres von Lucien Favre.© dpa
Bilder des ersten BVB-Jahres von Lucien Favre.© dpa
Bilder des ersten BVB-Jahres von Lucien Favre.© dpa
Bilder des ersten BVB-Jahres von Lucien Favre.© dpa
Bilder des ersten BVB-Jahres von Lucien Favre.© imago
Bilder des ersten BVB-Jahres von Lucien Favre.© imago

Favres Verpflichtung war mit dem Ziel verbunden, Ruhe in den Verein und die Mannschaft zu bekommen. Das ist gelungen. Den erfahrenen Haudegen damit zu beauftragen, eine neue Mannschaft mit ruhiger Hand zu formen, war eine weitsichtige Entscheidung. Schon in seiner zweiten BVB-Saison aber wird ihm nun eine andere Erwartungshaltung begegnen. Favre soll mit diesem Team, das noch einmal mit einigen Wunschspielern des Schweizers verstärkt wurde, um den Titel mitspielen. Daran wird er sich messen lassen müssen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt