Fan-Rückkehr: BVB-Boss Watzke sieht nur wenig Spielraum

Borussia Dortmund

Die Corona-Krise wird das Erlebnis Fußball-Bundesliga weiter dramatisch verändern. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hofft auf normale Verhältnisse innerhalb der nächsten zwölf Monate.

Dortmund

, 18.08.2020, 15:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagt: „Wenn sich die Situation stabil darstellt in den nächsten Wochen, dann können wir eine gewisse Zuschauerzahl mit den vorherrschenden Konzepten vertreten.“

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagt: „Wenn sich die Situation stabil darstellt in den nächsten Wochen, dann können wir eine gewisse Zuschauerzahl mit den vorherrschenden Konzepten vertreten.“ © BVB / Mareen Meyer

In sportlichen Fragen ist Hans-Joachim Watzke auf seinen Verein bezogen ein bekennender Pessimist. Vor Spielen schwant dem BVB-Boss meist Böses. Oft wird er dann positiv überrascht. Mit Blick auf einen regulären Bundesliga-Spielbetrieb mit Partien in vollen Stadien machte Watzke auf der Bilanz-Pressekonferenz in Zweckoptimismus.

BVB: Bundesliga-Saisonstart weiterhin mit Geisterspielen?

Er hege die Hoffnung, „innerhalb der nächsten zwölf Monate zu normalen Verhältnissen zurückkommen“ zu können. Ein ausverkauftes Dortmunder Stadion noch in dieser Spielzeit? Derzeit scheint das schwer vorstellbar, wo doch eher fraglich ist, ob bei Saisonbeginn Mitte September überhaupt Zuschauer zugelassen werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wiegelte am Montag entsprechende Anfragen ab, auch Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) wollte bei einem Ortstermin im Münsterland wenig versprechen. Bei der Rückkehr der Fans in die Stadien müsse man sehr vorsichtig sein, sagte Spahn, „auch wenn Aki Watzke mich alle drei Tage dazu anruft“.

BVB-Boss Watzke: „Dann sind das sichere Veranstaltungen“

Von den Geisterspielen will Borussia Dortmund, auch wenn sie finanziell aufgrund der TV-Vermarktung elementar und für manche Klubs existenzsichernd sind, so schnell wie möglich wegkommen. Watzke betonte: „Wir müssen sehen, wie wir es schaffen, wieder Zuschauer ins Stadion zu bringen. Ich glaube, wenn sich die Situation stabil darstellt in den nächsten Wochen, dann können wir eine gewisse Zuschauerzahl mit den vorherrschenden Konzepten vertreten.“ Er persönlich könne sich 5000 bis 8000 Fans, je nach Größe der Arena, in der Bundesliga vorstellen. „Dann sind das sichere Veranstaltungen, davon bin ich hundertprozentig überzeugt.“ Für mehr Publikum sehe er aber aktuell „keinen Raum“.

Auchzu Beginn der neuen Saison drohen der Bundesliga Geisterspiele.

Auchzu Beginn der neuen Saison drohen der Bundesliga Geisterspiele. © Beautiful Sports / imago

Ein paar tausend Schwarzgelbe oder gar keine Fans beim Saisonauftakt zwischen dem BVB und Borussia Mönchengladbach Mitte September - diese beiden Alternativen gibt es. Geht es nach Watzke, soll einigen wenigen Fans Eintritt gewährt werden. Dabei geht es neben wirtschaftlichen Gründen („Wir werden erst zu unserem Geschäftsmodell zurückkehren können, wenn wir wieder vor ausverkauftem Haus spielen“) auch um die Außenwirkung. Bisher habe Deutschland allgemein und die Bundesliga im Speziellen die Notsituation weitgehend vorbildlich gemeistert. Doch als Dauerzustand soll der Sonderspielbetrieb nicht aufrechterhalten werden. „Fußball ohne Fans“, sagte Watzke, „das ist nur extrem schwer vorstellbar und vermittelbar.“

Dann geht es auch finanziell in Dortmund ans Eingemachte

Ein Strohhalm, an den sich die Bundesliga-Bosse wie große Teile der Bevölkerung klammern: ein Impfstoff gegen Covid-19. „Dann wird sich einiges relativieren“, meint Watzke. Wenn es mit der Prophylaxe noch länger dauert, verliert der Fußball nicht nur Fans, sondern dann geht es auch finanziell in Dortmund ans Eingemachte. „Sollten wir zwölf weitere Monate damit leben müssen, wird das Ergebnis im kommenden Jahr schlechter ausfallen als die 44 Millionen Euro in diesem Jahr.“

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Andere Vereine gerieten spätestens dann in existenzielle Schwierigkeiten und damit auch der Wettbewerb als solcher. Das wäre Grund genug, optimistisch zu bleiben, auch wenn die Argumentationsgrundlage dünn ist.

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