Ex-BVB-Spieler Sven Bender: Peter Bosz ist ein sensationeller Trainer

dzBorussia Dortmund

Peter Bosz ist als Trainer beim BVB gescheitert. Sven Bender hat dafür keine Erklärung. Vor der Rückkehr zu seiner alten Liebe lobt Bender den Niederländer als „sensationellen Trainer“.

Leverkusen/Dortmund

, 11.09.2019, 17:07 Uhr / Lesedauer: 3 min

Gute zwei Jahre ist Sven Bender, in Dortmund besser bekannt als Manni, jetzt in Leverkusen. 2017 ist er für knapp 15 Millionen Euro Ablöse unters Bayer-Kreuz gewechselt. Nach acht Jahren Borussia Dortmund, sechs Jahre unter Jürgen Klopp, zwei unter Thomas Tuchel, war Schluss beim BVB.

Bosz führt Leverkusen in die Champions League

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Bender ging, als Peter Bosz gerade kam. Nur rund eine Woche arbeiteten beide zusammen in Dortmund, dann hatten sich Bayer und der BVB geeinigt - und Manni war nicht mehr da. „Das hatte mit dem Trainer nicht viel zu tun“, sagt Bender im Gespräch mit dieser Redaktion. „Als ich die ersten Gespräche mit dem BVB über meinen Wunsch nach einer Veränderung geführt habe, da stand noch gar nicht fest, wer Trainer wird. Ich habe mich damals früh in der Sommerpause entschieden, nach Leverkusen wechseln zu wollen. Es ging dann eigentlich nur noch darum, dass die beiden Klubs sich einigen.“

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Nun in Leverkusen, arbeiten Bender und Bosz, der in Dortmund nicht einmal die Hinrunde überstand, seit vergangenem Winter zusammen. Bisher mit großem Erfolg. Bosz führte Bayer nach einer mäßigen Hinrunde unter Trainer Heiko Herrlich noch bis in die Champions League. Bender ist voll des Lobes über den ehemaligen BVB-Trainer: „Ich war in Dortmund schon von seiner Arbeit angetan, aber meine Entscheidung war damals schon gefallen.“

Bosz und der BVB - das passte nicht

Trotzdem habe Bosz ihn noch einmal angerufen und ihm mitgeteilt, dass er gerne mit ihm zusammengearbeitet hätte. „Das fand ich cool. Jetzt hat’s im zweiten Anlauf geklappt und ich finde, er ist ein sensationeller Trainer. Menschlich ist die Zusammenarbeit top und sportlich gibt er uns einen sehr klaren Plan an die Hand. Er vermittelt eine gewisse Ruhe und arbeitet sehr akribisch. Auch der Spaß kommt nicht zu kurz - und wir arbeiten ja alle am liebsten, wenn’s auch ein bisschen Spaß macht. Da hat er ein gutes Gefühl für die Situation. Bislang passt es zwischen ihm und dem Klub sehr, sehr gut.“

„Menschlich ist die Zusammenarbeit top und sportlich gibt er uns einen sehr klaren Plan an die Hand.“
Sven Bender über Peter Bosz

Eine Erklärung, warum es zwischen dem BVB und Bosz nicht gepasst hat, hat Bender nicht. „So viel Einblick habe ich beim BVB nicht mehr“, sagt der 30 Jahre alte Innenverteidiger. „Das kann ich nicht sagen. Ich kann nur für uns hier in Leverkusen reden. Wir glauben an das, was der Trainer uns vorgibt. Es ist ja nicht so, dass der Trainer da und die Mannschaft dort steht. Es geht nur gemeinsam, Trainer und Mannschaft müssen eine Einheit bilden. Wir bilden diese Einheit. Wie es in Dortmund war, kann ich nicht beurteilen.“ Vermutlich war es anders.

Am Samstag nun treffen Bosz und Bender auf Borussia Dortmund. Für Bosz ist es die Rückkehr zu dem Klub, bei dem er scheiterte, für Bender ist es die Rückkehr zur alten Liebe. Doch Bender will vor dem Spiel gegen den BVB, gegen den er mit Bayer in bislang vier Spielen nie gewinnen konnte, nicht zurückschauen - und er will die beiden Klubs auch nicht vergleichen. „Das würde ich nie tun. Das habe ich auch von Anfang an ganz klar gesagt. Natürlich gibt es Unterschiede, aber die sind für mich nicht wichtig. Ich habe mich in Dortmund sehr wohl gefühlt, jetzt fühle ich mich in Leverkusen sehr wohl und bin dankbar, dass ich hier spielen darf.“

Bender bereut den Wechsel nach Leverkusen nicht

Spielen, das war einer der Hauptgründe, warum Bender sich 2017 für den Schritt nach Leverkusen entschied. In Dortmund blieb ihm zu oft nur die Ersatzbank. Viele Leute hätten ihn dann immer gefragt, ob er mal wieder verletzt sei, aber er sei fit gewesen, erzählt der gebürtige Rosenheimer. „Es gab eben auch Phasen in Dortmund, in denen ich gar nicht verletzt war, aber trotzdem nicht gespielt habe. Die gab es unter Jürgen Klopp, die gab es unter Thomas Tuchel.“

Ex-BVB-Spieler Sven Bender: Peter Bosz ist ein sensationeller Trainer

In Dortmund arbeiteten Bender (l.) und Bosz nur wenige Tage zusammen. © imago

In Leverkusen spielt Bender eigentlich immer, wenn sein Körper es zulässt. 70 Pflichtspiele hat er schon gesammelt im Trikot der Werkself. Am Samstag wartet Nummer 71. Und Bender kommt mit dem Gefühl in den Signal Iduna Park, im Sommer 2017 nicht viel falsch gemacht zu haben. „Ich bin mit dem Schritt, den ich damals gegangen bin, sehr zufrieden“, sagt er. „Alles, was ich mir erhofft habe, ist auch eingetroffen. Und ich will diesen Weg weitergehen, weil wir uns hier in die richtige Richtung bewegen.“

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