Es liegt an den BVB-Profis, auch die letzten Zweifler verstummen zu lassen

dzKommentar

Zwei Pflichtspiele, zwei Siege: Der BVB ist bereit für die neue Saison. Die Vorbereitung samt Supercup-Sieg und gemeisterter Pokal-Pflichtaufgabe macht Mut. Tobias Jöhren kommentiert.

Düsseldorf

, 10.08.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Westfale betrachtet das Glas ja gerne halbleer. Der Pessimismus gewinnt häufig gegen den Optimismus im Armdrücken, am Ende überwiegt dann oft die Skepsis. Irgendwo muss ja ein Haken versteckt sein, mindestens im Kleingedruckten. So ist das in Westfalen eben. Zu gut ist auch wieder nicht gut.

Die Bayern rennen mit dem Geldkoffer durch Europa

Borussia Dortmund bietet in diesen Wochen wahrlich wenig Grund zur Skepsis. Die Vorbereitung lief gut, die Transferperiode noch besser - und der FC Bayern München rennt immer noch mit dem großen Geldkoffer durch Europa und sucht nach Verstärkungen. Der BVB darf das alles mit einer gewissen Gelassenheit beobachten. Der eigene Kader wirkt so ausgeglichen wie lange nicht, mindestens in der Breite so gut wie noch nie. Schwere Verletzungen sind bislang ausgeblieben.

Einen ersten sportlichen Eindruck, wohin die Reise gehen kann, hat die Vorbereitung geliefert, auch wenn BVB-Trainer Lucien Favre nicht müde wird zu betonen, dass die Vorbereitung noch nicht abgeschlossen sei. Seine Mannschaft werde die Wochen bis zum Champions-League-Start Mitte September noch brauchen, erklärt der Schweizer, um weiter am Feinschliff zu arbeiten.

BVB hat Lösungen gegen tief stehende Gegner

Dabei klappt vieles schon richtig gut. Alle sechs Vorbereitungsspiele wurden gewonnen, teilweise dank sehr dominantem und schönem Fußball, danach folgte der verdiente Supercup-Sieg gegen den FC Bayern München, am Freitagabend meisterte der BVB die undankbare Pflichtaufgabe im DFB-Pokal gegen den KFC Uerdingen souverän. Zwei Pflichtspiele, zwei Siege, zweimal ohne Gegentor: Die defensive Stabilität wird ein Schlüssel sein, um das erklärte Ziel, die Meisterschale, im nächsten Mai mal wieder um den Borsigplatz kutschieren zu dürfen. Und im eigenen Ballbesitz zeichnet sich ab, dass der BVB in der Lage ist, gegen tief stehende Gegner Lösungen zu finden und Torgefahr zu entwickeln.

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So richtig auf den Prüfstand gerät das alles am kommenden Samstag, wenn in der Bundesliga der FC Augsburg in den Signal Iduna Park kommt. Optimismus ist angebracht, wenn der BVB die Eindrücke der Vorbereitung bestätigen kann. Nur Berufs-Pessimisten werden anmerken, dass es noch nie ein gutes Omen war, wenn die Saison-Vorbereitung zu glatt lief. Es liegt an den BVB-Profis, auch die letzten Zweifler verstummen zu lassen. Wenn gegen Augsburg nachgeschenkt wird, ist das Glas sogar mehr als halbvoll - und alles wäre gut in Westfalen.

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