Erling Haaland will wieder liefern: BVB-Stürmer verrät seinen Plan

dzBorussia Dortmund

Als Naturgewalt auf zwei flinken Beinen. So stürmte Erling Haaland in die Herzen der BVB-Fans. Im zweiten Jahr muss er sich nun beweisen - sein Erfolgsrezept dafür liegt schon parat.

Dortmund

, 04.09.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Den Kartoffelacker zu pflügen, daheim in Norwegen, das erdete Erling Haaland in diesem Sommer. Nach einer für ihn unfassbaren Saison, dem Wechsel im Winter zum BVB und dem kometenhaften Einstieg in Dortmund, katapultierte ihn die Auszeit bei der Familie zurück in die wohltuende Normalität. „Ich habe versucht, jeden Moment in Bryne zu genießen“, gestand Haaland jetzt im Interview mit dem norwegischen Kanal TV2.

BVB-Stürmer Erling Haaland geschockt

Er sei mit seinem Vater zuhause die Saison noch einmal durchgegangen und zunächst „ein wenig geschockt gewesen“, gestand Haaland. Geschockt darüber, wie viel in diesem Jahr passiert sei, was er alles erlebt und erreicht habe. Nicht nur seine Gänsehaut-Premiere vor der Südtribüne sei gewaltig und „mit Worten nicht zu beschreiben“ gewesen. „Es war insgesamt ein kleines Abenteuer“, sagte Haaland zu TV2.

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Und das nächste Kapitel dieses Abenteuers will der 20-jährige Sturmhüne jetzt in Dortmund schreiben. Es soll ein noch spannenderes Kapitel als das erste werden, denn „es war noch nicht perfekt“, erklärte Haaland. Er habe sich alle seine Tore der vergangenen Saison noch einmal angesehen. Aber auch alle Chancen, die er vergeben habe. Seine Erkenntnis: „Ich hätte mehr Tore schießen müssen. Ich bin hungrig nach mehr.“

Erling Haaland hat eine herausragende Quote beim BVB

15 Mal kam der Norweger nach seinem Wechsel aus Salzburg in der Bundesliga für den BVB bislang zum Einsatz, 13 Treffer erzielte er. Eine herausragende Quote, genau wie in der Champions League, wo er in acht Partien für Salzburg und den BVB zehn Tore verbuchte. Keine Frage, Teenager Haaland startete durch, er avancierte flugs zu einem der begehrtesten jungen Fußballer des Kontinents, sein Marktwert liegt mittlerweile bei 75 Millionen Euro. Jetzt aber kommt das zweite Jahr in Dortmund. Und die öffentliche Erwartungshaltung an ihn und sein Können ist gewaltig gewachsen. „Es wird bei aller Qualität nicht einfach für ihn“, erklärt Michael Rummenigge, der frühere BVB-Kapitän, im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Die anderen Vereine stellen sich auf ihn ein, er muss Tore liefern, auch in den Top-Duellen mit Bayern oder Gladbach.“ Und da der BVB derzeit keinen zweiten Mittelstürmer im Kader habe, laste eine besonders große Verantwortung auf Haalands Schultern.

Das zweite Jahr im BVB-Trikot, für die Vorgänger des Norwegers in der Sturmspitze lief das völlig unterschiedlich. Während Paco Alcacer nach krachendem Rekordauftakt mit 18 Toren in der ersten Saison dann in der zweiten Serie abtauchte und schließlich die Flucht aus Dortmund antrat, dürfte Robert Lewandowskis Werdegang als Mutmacher taugen: Lewandowski traf im ersten BVB-Jahr acht Mal in 33 Ligaspielen, startete dann im zweiten (22 Tore/34 Spiele) und dritten Jahr (24 Tore/31 Spiele) erst richtig durch. Wird auch Haaland nun noch besser? Noch effektiver? Zumindest das Rezept, seine Erfolgsgeschichte in Schwarzgelb fortzuschreiben, liegt parat.

Haaland möchte mit BVB-Mitspielern noch besser werden

„Ich muss noch mehr ins Risiko gehen. Und ich möchte die Chemie zu meinen Mitspielern weiter verbessern“, erklärte Haaland, „ich merke, dass das mehr und mehr kommt.“ Helfen, das Abenteuer weiter auszuleben, soll ihm zudem seine Mentalität. Nie zufrieden zu sein, nie aufzugeben, immer alles zu geben. Das soll der markante Haaland-Style bleiben. „Nach jedem Tor sage ich mir: Ich muss es noch einmal tun. Für mich ist es wichtig zu zeigen, dass ich es nicht nur einmal schaffe“, betonte er.

Eine weitere Zutat seines Rezepts: Klarer Fokus auf den BVB. Allen quasi nach jedem Treffer aufkeimenden Transfergerüchten zum Trotz stellte Haaland nun vor dem Spiel mit der norwegischen Nationalelf am Freitagabend gegen Österreich klar: „Ich sehe mich noch einige Zeit in Dortmund.“

Haaland konzentriert sich auf den BVB

Konzentration auf Erfolg. Kraft schöpfen aus äußerer – und aus innerer Ruhe. Auch dank Meditation, auf sie setzt Haaland regelmäßig. Frühere Teamkollegen, Freunde in Molde hätten ihn einst darauf gebracht. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass sie es mir nahe gebracht haben“, so der blonde Angreifer. Er versuche sich in solchen Momenten total zu entspannen und alles beiseitezuschieben, „auch das Smartphone“, um seine Gedanken zu ordnen, zu entspannen, Kraft zu tanken und „den Moment zu leben“, wie er jüngst im Podcast des BVB verriet.

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Aus der Molde-Zeit stamme eben auch der mittlerweile legendäre Meditationsjubel, mit dem Haaland ab und an seine Treffer feiert. Harte Arbeit, hohe Motivation und Gelassenheit sollen ihn also durchs zweite Dortmunder Jahr lenken. Oder besser gesagt: die Naturgewalt konservieren.

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