Erdmann bis Dede: Brüderpaare haben beim BVB seit Jahrzehnten Tradition

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Brüderpaare spielen gemeinsam für Borussia Dortmund? Das hat bei den Schwarzgelben seit Jahrzehnten Tradition. Es lief allerdings nicht immer gut. Wir blicken zurück - von Erdmann bis Dede.

Dortmund

, 29.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Erdmann bis Dede: Brüderpaare haben beim BVB seit Jahrzehnten Tradition

Brüder mit identischer Frisur: Dede (l.) und Leandro. © imago

Dressy Zagadous Versuch war es wert. 24 Jahre ist der Franzose alt, er spielte schon in der dritten portugiesischen Liga - bei der U23 kam er als Testspieler in den Freundschaftsspielen gegen Münster und Aplerbeck zum Einsatz. Zu einer festen Verpflichtung wird es aber aller Voraussicht nach nicht kommen. Sollte also sein Bruder, Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou (20), trotz des Überangebots in Borussias Profi-Abwehr in Dortmund bleiben, so müsste er sich ohne familiäre Nähe durchboxen.

Familie Götze ist gleich dreifach vertreten

Anders als Werner und Herbert Erdmann. Die Brüder zählten zur legendären Dortmunder Mannschaft um August Lenz und Adi Preißler, die 1949 erst im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft vom VfR Mannheim gestoppt wurde. Bei der 2:3-Finalniederlage des West-Champions erzielte Werner Erdmann beide Dortmunder Tore.

Erdmann bis Dede: Brüderpaare haben beim BVB seit Jahrzehnten Tradition

Eine Familie, drei Fußballer: Mario, Fabian und Felix Götze (v.l.) © imago

Gleich ein Brüder-Trio bot die Familie Götze auf. Fabian, Mario und Felix Götze durchliefen allesamt die Nachwuchsschmiede des BVB. Als Mario Götze ersten Lorbeer als Profi einheimste, kickte der zwei Jahre ältere Fabian für die zweite Mannschaft, Nesthäkchen Felix steckte noch in den Juniorenteams. Während Mario Götze nach dem Bayern-Intermezzo 2016 nach Dortmund zurückkehrte, fand Felix (21) sein fußballerisches Glück beim Erstligisten FC Augsburg, Fabian stieg nach einem Engagement beim Drittligisten Unterhaching ins Studium ein.

Rekord-Ablöse für Mirko Votava

1500 Deutsche Mark Ablöse zahlte der BVB vor 45 Jahren für Mirko Votava. Der gebürtige Tschechoslowake kam vom VfL Witten, sein älterer Bruder Josef trug bereits seit 1973 das Dortmunder Trikot. Obwohl Josef als der talentiertere Votava galt, legte Mittelfeld-Beißer Mirko die große Karriere hin. Nach 264 Spielen, 28 Toren für und dem Erstliga-Aufstieg mit dem BVB wechselte er 1982 für die damals horrende Summe von 1,3 Millionen Mark zu Atletico Madrid. Stürmer Josef „Joshi“ Votava blieb der Durchbruch verwehrt, er spielte noch unterklassig für Göttingen und Lüdenscheid.

Erdmann bis Dede: Brüderpaare haben beim BVB seit Jahrzehnten Tradition

Spielten gemeinsam für den BVB: Josef (hintere Reihe, 5.v.r.) und Mirko Votava (vordere Reihe, 2.v.l.). © imago

Nur zwei Spiele absolvierte Hans-Jürgen Kurrat für Borussia Dortmunds Profis. Dessen älterer Bruder Dieter „Hoppy“ Kurrat dagegen zählt zu den größten Ikonen des Vereins, spulte 612 Spiele ab, wurde Meister, Pokalsieger und 1966 Europapokalsieger mit den Schwarzgelben. Bis zu seinem Tod 2017 gehörte „Hoppy“ dem Ältestenrat der Borussia an.

Erst Metzelder, dann Dede

Aus Münster fanden die verteidigenden Metzelder-Brüder den Weg zur Borussia. Der spätere Vize-Weltmeister Christoph kam im Sommer 2000, dessen jüngerer Bruder Malte zog drei Spielzeiten später nach. Nach 126 Ligaspielen für den BVB zog es Christoph weiter zu Real Madrid. Malte, der neunmal in der Bundesliga und 24 Mal in Borussias Reserve auflief, wirkt heute als Sportdirektor des Fußball-Drittligisten Preußen Münster.

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Frisch gestylt: Christoph (l.) und Malte Metzelder. © imago

Unvergesslich bleibt das Abschieds-Rekordspiel von Dede. 81.359 Fans ließen den Kult-Brasilianer nach 13 Jahren beim BVB im Signal Iduna Park hochleben. Dede spielte sich dank mehr als 300 Partien für Dortmund und zwei Meistertiteln in die Herzen der Fans. Dedes Bruder Leandro, der zwei Jahre lang zumeist in der Reserve seine Schuhe schnürte, brachte es immerhin auf zwölf Bundesligaspiele für die Borussia.

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