Emre Can zum BVB? Das spricht für und gegen den Transfer des Defensivakteurs

dzBorussia Dortmund

Emre Can wird mit dem BVB in Verbindung gebracht, die News und Gerüchte häufen sich. Doch braucht Borussia Dortmund einen Can überhaupt? Wir diskutieren.

Dortmund

, 27.01.2020, 19:02 Uhr / Lesedauer: 3 min

  • Emre Can wird mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht.
  • Juventus Turin und der BVB verhandeln über einen Transfer.
  • Im Pro und Contra beschäftigen wir uns daher genauer mit der Personalie Emre Can.


Die Gerüchte rund um Emre Can und den BVB nehmen zu. Auf der Zielgeraden der Winter-Transferperiode haben sich offenbar die Delegationen von Borussia Dortmund und Juventus Turin, die über einen Wechsel des deutschen Nationalspielers Emre Can zum BVB verhandeln, angenähert.

Italienische Medien berichteten am Montagnachmitag übereinstimmend, die Turiner seien von ihrer ursprünglichen Ablöseforderung in Höhe von 30 Millionen Euro abgerückt. Im Gespräch ist nun eine Summe von 23 Millionen. Euro. Nun läge es an den Parteien, letzte Details des Transfers zu klären. Can strebt nach einer unbefriedigenden Hinrunde mit nur acht Liga-Einsätzen nach einer Veränderung und will zurück in die Bundesliga.

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Dazu soll der 26-jährige Emre Can auch zu deutlichen Gehaltseinbußen bereit sein. In Turin verdient Can dem Vernehmen nach 16 Millionen Euro jährlich. Das jedoch würde den Dortmunder Rahmen deutlich sprengen. Eine Verpflichtung des defensiven Mittelfeldspielers, der auch im Abwehrzentrum eingesetzt werden kann, wäre nach dem Transfer von Erling Haaland das zweite starke Signal dieses Winters von Borussia Dortmund. Wir beleuchten die Vor- und Nachteile eines Transfers von Emre Can zum BVB genauer.

Pro: Das fehlende Puzzle-Teil (Von Dirk Krampe)

Emre Can ist gelernter Sechser, einer mit Ecken und Kanten, der sich auf dem Feld nicht schont und weiß, dass man dem Gegner auch mal weh tun muss, um sich Respekt zu schaffen. Emre Can fühlt sich auch in der Innenverteidigung wohl, ob in einer Dreier- oder Viererkette. Und als Emre Can in der deutschen Nationalmannschaft debütierte, durfte er das als Rechtsverteidiger tun.

Durchforstet man den Dortmunder Kader, kommt man sehr schnell zu dem Schluss, dass dem BVB genau an diesen Stellen Verstärkung noch gut tun würde. In der Innenverteidigung, wo Manuel Akanji unter Dauer-Formverlust leidet und längst nicht mehr unumstritten ist. Auf der Sechs, wo Thomas Delaney zwar ebenso laufstark, aber längst nicht so präsent in Zweikämpfen wie Can ist und spielerisch abfällt. Von der rechten Abwehrseite ganz zu schweigen. Wobei man zugeben muss, dass Can dort eher eine Notlösung wäre.

Emre Can wäre ein Top-Verdiener beim BVB

Die Diskussion um Emre Can wird zurecht geführt, denn das Gesamtpaket ist richtig teuer. Selbst bei deutlichem Gehaltsverzicht würde Can ein Top-Verdiener werden, mit der Ablöse würde das Gesamtvolumen dieses Transfers die 50-Millionen-Euro-Marke deutlich übersteigen. Das will gut überlegt sein.

Doch Can hat viel zu bieten. Er kennt die Liga, er hat sich in England und in Italien bewiesen. Und er würde Elemente ins Dortmunder Spiel einbringen, die dieser Mannschaft bislang fehlen. Wenn der BVB seine Titel-Ambitionen konsequent verfolgen will, braucht es nicht nur Glanz und Gloria. Sondern auch echte Maloche. Dieses Puzzle-Teil liefert Emre Can. Also zugreifen!

Contra: Keine Funktionsgarantie (Von Sascha Klaverkamp)

Eins mal klar vorweg: Emre Can ist ein fantastischer Fußballer. Und er würde sowohl aufgrund seiner Qualität als auch als Typ gut zum BVB passen. Aber: Can jetzt im Winter zu holen und dann im laufenden Betrieb in die Mannschaft einzubauen, wäre ein zu großes Risiko.

Nach einer holprigen Hinrunde hat sich die Borussia gerade berappelt. Zwei Siege zum Start der Rückrunde haben das Selbstvertrauen zurückgebracht, das neue System, an dem Lucien Favres Auswahl in der Vorbereitung gefeilt hat, greift. Und endlich haben dort Spieler ihren Platz gefunden, die vorher irgendwie zwischen den Stühlen saßen.

Emre Can könnte Julian Brandt beim BVB verdrängen

Wie Julian Brandt. Der Nationalspieler blüht auf der Position im zentralen Mittelfeld auf, ruft dort seine Qualitäten ab. Und nun soll er womöglich diesen Platz ohne Not wieder für Emre Can räumen? Bei aller Qualität Cans ist nicht klar, ob dieser sofort helfen könnte oder aber noch Eingewöhnungszeit bräuchte. Boden verlieren darf der BVB im Titelkampf aber nicht. Es wäre also ein Wagnis.

Einen robusten Mittelfeld-Kämpfer wie Can hat der BVB bereits im sehr üppig bestückten Kader - Thomas Delaney. Und für die jungen Verteidiger Dan-Axel Zagadou, Leonardo Balerdi oder Mateu Morey wäre es ein verstörendes Signal, wenn ihnen ein gestandener Profi, der sicher nicht käme, um sich auf die Ersatzbank zu setzen, jetzt vor die Nase gestellt werden würde. Apropos verteidigen: Im Verein hat Can zuletzt vor fünf Jahren dauerhaft als Innenverteidiger agiert. Damals noch für Liverpool. Lange her.

Der BVB-Kader ist stark genug besetzt. Er kann Deutscher Meister werden. Auch ohne Emre Can.

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