Ein Derbysieg, der schmerzt: Das sagen die BVB-Bosse Watzke und Zorc

dzBorussia Dortmund

Freude, Erleichterung und Schmerzen: Nach dem außergewöhnlichsten BVB-Derby der Bundesliga-Geschichte verspüren Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc eine Bandbreite an Emotionen.

Dortmund

, 17.05.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ein Derbysieg fühlt sich immer gut an“, meinte Michael Zorc. Doch in die Begeisterung für die sportlich starke Vorstellung spielten auch andere Gedanken hinein, sagte der BVB-Sportdirektor am Tag nach dem 4:0 gegen den FC Schalke 04 im Gespräch mit dieser Redaktion: „In die Freude mischt sich diesmal auch die Erleichterung, dass alles glatt gelaufen ist. Sportlich, weil nach der langen Pause niemand wusste, wo er leistungsmäßig steht, und in Sachen Organisation, weil es ja ein sehr besonderes Spiel war.“

Es war mehr als ein Wermutstropfen, dass Mannschaft und Trainerteam (Zorc: „Ein großes Kompliment, auf den Punkt eine sehr gute Leistung“) den unter allen anderen Umständen frenetisch gefeierten Sieg über den Revierrivalen aus Schalke nicht ausschweifend bejubeln konnten im leeren Stadion. „Natürlich ist ein Geisterspiel nicht schön, da müssen wir nicht drüber reden. Ein Derby ohne Zuschauer, da blutet einem das Herz“, betonte Zorc.

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Aber er verwies auf die anderen gesellschaftlichen Bereiche, die gravierende Einschränkungen hinnehmen müssten. „Ich kann manche Skepsis emotional verstehen, doch wir fangen nach vielen und gemeinsam mit vielen Branchen ja nicht aus Jux wieder an, sondern aus einer wirtschaftlichen Notwendigkeit heraus.“

BVB-Boss Watzke erlebt einen surrealen Nachmittag

Auch der Vorsitzende der Geschäftsführung des BVB, Hans-Joachim Watzke, freute sich im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten mehr innerlich als nach außen, was der Sondersituation geschuldet war. „Das Erlebnis eines Geisterspiels war etwas surreal. Aber damit muss man sich auseinandersetzen, solange es keine Alternativen gibt.“

Watzke, der sich offensiv stark gemacht hatte für das detaillierte Gesundheits- und Hygienekonzept, reagierte erleichtert auf den reibungslosen Ablauf und registrierte viel Zuspruch, auch aus dem Ausland. „Viele Menschen staunen über die Bundesliga und die deutsche Politik, die den Mut hatte, die Rückkehr in den Spielbetrieb auf Basis eines detaillierten Konzeptes zu ermöglichen. Der UEFA-Präsident hat zum reibungslosen Ablauf gratuliert, die Engländer haben unsere Partien übertragen und große Zeitfenster dafür genutzt, die Liga war am Sonntag auf den Titelseiten der vier spanischen Sportzeitungen.“

Keine Fans im BVB-Stadion - das schmerzt Hans-Joachim Watzke

Wer einen zufriedenen BVB-Boss erwartet, sieht sich dennoch getäuscht. „Froh“, so Watzke, „bin ich erst dann wieder, wenn wir wieder vor unseren Fans spielen können. Ohne sie - das schmerzt.“

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