Eberl nimmt BVB-Trainer Favre in Schutz - Dortmund steht im Topspiel massiv unter Druck

Borussia Dortmund

Vor dem BVB-Topspiel gegen Gladbach nimmt Max Eberl seinen Ex-Trainer Lucien Favre in Schutz. Der stete Vergleich mit Jürgen Klopp sei falsch. Wie dem auch sei: Dortmund steht massiv unter Druck.

Dortmund

, 19.10.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eberl nimmt BVB-Trainer Favre in Schutz - Dortmund steht im Topspiel massiv unter Druck

Max Eberl (r.) springt seinem Ex-Trainer Lucien Favre zur Seite. © imago

Die Rückendeckung kam aus dem gegnerischen Lager. Max Eberl, Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor, hatte etwas zu sagen. Lucien Favre sei ein „überragender Trainer“, erklärte Eberl, „der gewisse Stärken und Qualitäten hat.“ Diese Qualitäten lägen „im Technischen, im Taktischen und in seiner Ruhe“.

Favre arbeitet beim BVB im Schatten von Klopp

Jene Ruhe, von der Eberl sprach, wird in diesen Tagen nicht von jedem, der es mit dem BVB hält, als Stärke und Qualität ausgelegt. Das hängt auch, vielleicht sogar vor allem, mit Jürgen Klopp zusammen, bei dem es mit Ruhe zumindest an der Seitenlinie meistens nicht sonderlich weit her ist. Die Omnipräsenz des Meistertrainers von 2011 und 2012 ist in den zwei zurückliegenden Wochen seit dem 2:2 des BVB beim SC Freiburg nicht wirklich kleiner geworden in Dortmund. Er war ja sogar vor Ort gewesen, der Kloppo, und hatte zusammen mit BVB-Boss Hans-Joachim Watzke ein Buch vorgestellt. Echte Liebe. War alles super damals.

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Über die Maßen hilfreich für den zunehmend in die Kritik geratenen Favre war das alles nicht - und dafür gesorgt, die Vergleiche zwischen dem Schweizer und Klopp weniger werden zu lassen, hatte es auch nicht zwangsläufig.

Eberl springt BVB-Trainer Favre zur Seite

Immerhin Eberl sprach öffentlich aus, dass diese Vergleiche nicht zielführend sind. Das sei, als wenn man ihm, dem Abwehrrecken, der nie Tore schoss, früher vorgeworfen hätte, keine Torgefahr auszustrahlen. „Lucien hat herausragende Qualitäten, und ihn mit Jürgen Klopp zu vergleichen, ist einfach falsch. Lucien ist kein Trainer, der an der Linie rumspringt.“

Am Samstagabend (18.30 Uhr, live auf Sky) kommt es nun zum Wiedersehen zwischen Favre und Eberl. Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach. Während Favre mit dem BVB nur auf Platz acht in der Bundesliga rangiert, kommt Eberl mit seiner Borussia vom Niederrhein als Tabellenführer in den Signal Iduna Park. Das klingt alles ein bisschen nach verkehrter Welt, aber die Tabelle lügt ja nie – und deswegen ist der Druck für Borussia Dortmund und auch für Favre schon früh in dieser Spielzeit größer, als sich die meisten Schwarzgelben das vor der Saison hätten vorstellen können.

Eberl nimmt BVB-Trainer Favre in Schutz - Dortmund steht im Topspiel massiv unter Druck

Klare Ansage von Lucien Favre: „Wir wollen und wir müssen gegen Gladbach gewinnen.“ © Kirchner/Christopher Neundorf

Es fehle aktuell nicht viel, sagt Favre vor dem Duell mit seinem Ex-Verein, „aber es entscheidet am Ende darüber, ob wir gewinnen oder nur unentschieden spielen.“ Zuletzt schlug das Pendel in der Bundesliga dreimal in Richtung Remis aus. „Wir haben unnötige Tore kassiert, das ist schade“, sagt Favre weiter, „es fehlen die letzten fünf oder zehn Prozent, es fehlt die letzte Konzentration. Wir müssen diese entscheidenden Prozente bringen. Wir wollen und wir müssen gegen Gladbach gewinnen. Unbedingt.“

Rose kann beim BVB keine Krise erkennen

Es helfen nur Ergebnisse, zumindest kurzfristig. „Langfristig müssen wir gut spielen, aber manchmal müssen wir auch realistischer sein“, sagt Favre. Und BVB-Sportdirektor Michael Zorc fordert: „Ich hoffe, dass wir die Länderspielpause genutzt haben, um den Akku wieder aufzuladen und um am Samstag eine gute Leistung zu zeigen.“ Jeder müsse vorweggehen, „dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir das Spiel erfolgreich bestreiten werden“.

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Die Statistik belegt eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Dortmunder Erfolg. In den vergangenen acht Borussen-Duellen ging der BVB als Sieger vom Platz. Es ist die aktuell längste Siegesserie des BVB, bei dem Paco Alcacer und Lukasz Piszczek wohl verletzt ausfallen werden, in der Bundesliga. Marco Rose, Gladbachs Trainer, sagt: „Ich kann beim BVB keine Krise erkennen.“ Auch diese Aussage klang nach Rückendeckung für Favre. Die Frage ist, ob sie auch nach dem Abpfiff noch gültig ist. Es fehlt halt nicht viel.

Dortmund: Bürki - Hakimi, Akanji, Hummels, Guerreiro - Delaney, Witsel - Sancho, Reus, Hazard - Götze
Mönchengladbach: Sommer - Jantschke, Elvedi, Bensebaini, Wendt - Kramer, Zakaria, Benes - Herrmann, Plea, Thuram
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