Die BVB-Bosse schweigen - aber Lucien Favre darf bleiben

Borussia Dortmund

Lucien Favre steht beim BVB noch bis 2021 unter Vertrag - und immer wieder in der Kritik. Dennoch wird der Schweizer eine dritte Chance auf Titel mit Borussia Dortmund bekommen.

Dortmund

, 24.06.2020, 19:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
In zwei Jahren beim BVB holte Lucien Favre mehr als 150 Bundesliga-Punkte.

In zwei Jahren beim BVB holte Lucien Favre mehr als 150 Bundesliga-Punkte. © Groothuis/Witters/Pool/Witters

Mitten hinein in die Meldung über die Vertragsverlängerung mit Sportdirektor Michael Zorc platzt am Mittwoch die Nachricht, dass Borussia Dortmund mit Trainer Lucien Favre in die nächste Saison gehen will. Eine offizielle Aussage vom Verein gibt es allerdings dazu gar nicht. Gebetsmühlenartig bestreitet Borussia Dortmund vehement, intern überhaupt eine Trainerdiskussion zu führen.

Nach dem 3:3 gegen Paderborn schien Favres BVB-Aus besiegelt

Über Favres Zukunft in Dortmund wird nun schon seit einigen Monaten spekuliert. Jüngst, nach dem 0:1 im Geister-Topspiel gegen die Bayern Ende Mai, nahm die Diskussion noch einmal Fahrt auf. Favre hatte das durch eine unglückliche Wortwahl selbst befeuert, als er darauf verwies, erst „nach der Saison“ über seine Zukunft und die Diskussionen um seine Person sprechen zu wollen. Tags darauf musste die Dortmunder Kommunikationsabteilung alle Hebel in Bewegung setzen, um die Eindrücke von einer verklausulierten Rücktritts-Ankündigung des Schweizers zu zerstreuen.

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Im Herbst stand der 62-jährige nach einer Serie von unnötigen Unentschieden der Mannschaft, verspielten Führungen und einem Abrutschen auf Tabellenplatz sechs in der Tat massiv unter Druck. Zur Halbzeit bei einem 0:3-Zwischenstand im Heimspiel gegen Paderborn schien seine Entlassung nur noch eine Frage von Stunden zu sein. Das späte Tor von Marco Reus zum 3:3-Endstand milderte die Blamage zumindest ein wenig - und rettete Favre ebenso wie der folgende Strategie- und Taktikwechsel den Job. Der BVB bekam sportlich vor allem in der Rückrunde der Bundesliga die Kurve.

Bester Punkteschnitt der BVB-Historie - aber das Aus im Pokal

Obwohl das eigentliche Saisonziel, mit den Bayern um die Meisterschaft mitzuspielen, am Ende ebenso deutlich verfehlt wurde wie die Vorgabe, in beiden Pokalwettbewerben lange mitzuspielen, ist Favres Job nach Informationen der Ruhr Nachrichten trotz der zwei titellosen Jahre unter seiner Führung sicher. Die Rückrunde in der Bundesliga ist mit 13 Siegen aus den bislang 16 Spielen positive Tendenz genug für die Dortmunder Vereinsführung. Sie sieht die Mannschaft noch nicht am Ende ihrer Entwicklung und in dieser Konstellation auf einem guten Weg – und in Favre den derzeit bestmöglichen Trainer, um im kommenden Jahr einen weiteren Angriff auf die Bayern zu starten.

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145 erspielte Zähler in der Bundesliga und ein Punkteschnitt, der ihn zum erfolgreichsten Trainer der BVB-Historie noch vor Thomas Tuchel und Jürgen Klopp macht, kann Favre nach knapp zwei Jahren Borussia Dortmund vorweisen. Keine schlechte Bilanz, doch auch das doppelte frühe Ausscheiden im deutschen Pokal und in der Champions League gehören zur Wahrheit. Favre wird dennoch eine dritte Chance auf Titel mit Borussia Dortmund bekommen -am Ende auch deshalb, weil keine Alternative auf dem Markt mehr Gewissheit bietet, noch besser abzuschneiden.

Ob Borussia Dortmund dies noch offiziell bestätigen wird, steht auf einem anderen Blatt. Schließlich hat Favre ja noch einen bis zum 30. Juni 2021 laufenden Vertrag.

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