Die Erben Tilkowskis - diese Spieler hüteten im Anschluss an die BVB-Legende das Tor

Borussia Dortmund

Von Bernhard Wessel bis hin zu Roman Bürki. Die Liste der BVB-Keeper nach dem nun verstorbenen Hans Tilkowski ist lang - doch was zeichnete die Nachfolger aus und wie schlugen sie sich?

Dortmund

von Dennis Winterhagen

, 06.01.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Erben Tilkowskis - diese Spieler hüteten im Anschluss an die BVB-Legende das Tor

HansTilkowski spielte von 1963 bis 1967 für Borussia Dortmund. © dpa

„Er gilt als der beste Torwart der Historie von Borussia Dortmund“, sagte Gerd Kolbe, ehemaliger Pressesprecher von Borussia Dortmund, über Hans Tilkowski. Von 1963 bis 1967 hielt er den Kasten der Schwarzgelben sauber. Bei der Borussia und in Fußball-Deutschland genießt er einen absoluten Kult-Status. 1966 gehörte er zum BVB-Team, das sensationell den FC Liverpool im Finale um den Europapokal der Pokalsieger besiegte. Zudem hütete er auch im WM-Finale gegen England wenige Wochen später das Tor Deutschlands. „Der war nicht drin“, ist seine ewig simple Antwort auf das Wembley-Tor von Geoff Hurst.

Zuerst Bernhard Wessel, dann Jürgen Rynio

Tilkowski war 1966 zarte 30 Jahre alt. Seinen Posten im Tor übergab er in seiner letzten Spielzeit an seinen langjährigen Konkurrenten Bernhard Wessel, der das Tor der Borussia im Anschluss über drei Spielzeiten als Nummer eins hütete. Dabei lief er insgesamt 114 Mal für den BVB auf. Trotz seiner Größe von nur 1,75 Meter stach Wessel mit seinen starken Reflexen und gefürchteten Flugparaden heraus - im Meisterschaftsfinale 1963 brachte er den Hamburger SV um Stürmer Uwe Seeler zur Verzweiflung und verhalf seinem Team so zum Titel.

Auf Bernhard Wessel folgte Jürgen Rynio. Über vier Spielzeiten hinweg gab es an ihm kein Vorbeikommen im Tor, und mit 1,85 Meter stellte er schon eher eine übliche Größe für einen Torhüter. Doch wo sich Rynio befand, war zumeist auch ein Abstieg im Gepäck. Denn bis heute ist der inzwischen 71-Jährige der Rekordabsteiger der Bundesliga. Satte fünf Mal stieg er mit Vereinen aus dem deutschen Oberhaus ab.

Nach Horst Bertram kam Eike Immel

Im Anschluss an Jürgen Rynio übernahm Horst Bertram die Position im Tor der Schwarzgelben. Acht Jahre lang streifte er sich Woche für Woche das Trikot von Borussia Dortmund über, erlebte zwei Aufstiege. Von der Regionalliga-West ging es für den BVB zurück ins deutsche Oberhaus. 2010 eröffnete er in Dortmund einen Kiosk. Ein würdiger Nachfolger war eigentlich schwer zu finden, doch der Borussia gelang genau dies.

Die Erben Tilkowskis - diese Spieler hüteten im Anschluss an die BVB-Legende das Tor

Frühstarter beim BVB: Eike Immel. © imago

Beim Duell zwischen dem FC Bayern München und den Dortmundern stand 1978 der gerade einmal 17-jährige Eike Immel im Tor. Schwarzgelb siegt mit 1:0, und Immel zeigte sein volles Können. Eine Spielzeit später war er gesetzt, und blieb dem Verein letztlich bis 1984 treu. Mit teils unfassbaren Reflexen brachte er die gegnerischen Angreifer regelmäßig zur Verzweiflung. Heute trainiert er die zweite Mannschaft seines Heimatvereins Eintracht Stadtallendorf.

Teddy De Beer und Stefan Klos prägen den BVB

Wolfgang „Teddy“ de Beer hieß der neue Schlussmann. Mehr als 200 Mal stand er in bunten Trikots auf dem Platz, die er teils als „sehr wild und gewagt“ bezeichnete. 1989 gewann er den DFB-Pokal und war insgesamt 16 Jahre, von 2002 bis 2018, Torwarttrainer der Borussia. Im Sommer 2018 legte er sein Amt nieder. Derzeit ist er Torhüter in der Legenden-Mannschaft des BVB sowie Vereinsbotschafter.

Auf den Namen Stefan Klos hörte der Nachfolger de Beers. Der Schlussmann wurde mit der Borussia zwei Mal Deutscher Meister und zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte auch Champions-League-Sieger. Der inzwischen 48-Jährige, dessen große Stärke darin lag, die gegnerischen Stürmer im Eins-gegen-Eins regelmäßig zur Weißglut zu treiben, war von 2013 bis 2016 Kassenprüfer der Borussia.

Auf Jens Lehmann folgte Roman Weidenfeller

Etwas überraschend kam 1999 Jens Lehmann zu Borussia Dortmund. Insgesamt zehn Jahre hütete er zuvor bis 1998 das Tor des Erzrivalen Schalke 04 und erzielte sogar ein Tor gegen den BVB. Er blieb dem Verein bis 2003 treu und wurde mit der Borussia 2002 Deutscher Meister. Im Anschluss feierte er große Erfolge mit dem FC Arsenal, ehe er 2011 seine Karriere beendet.

Die Erben Tilkowskis - diese Spieler hüteten im Anschluss an die BVB-Legende das Tor

Auf Jens Lehmann (l.) folgte beim BVB Roman Weidenfeller. © imago

Roman Weidenfeller kam schon 2002 zu den Dortmundern. In seinem ersten Jahr wurde er direkt Deutscher Meister - und hält dem Klub auch in schwierigen Zeiten die Treue. 2011 und 2012 wurde er nochmals Deutscher Meister, zudem 2012 und 2017 DFB-Pokalsieger. 2013 stand er dazu im Champions-League-Finale und wurde 2014 mit Deutschland Weltmeister. Mit konstant guten Leistungen war Weidenfeller einer der prägenden Figuren in der Klopp-Ära. Nach 16 Jahren und über 400 Einsätzen für den BVB beendete er im Sommer 2018 seine Karriere.

Von Roman zu Roman - Bürki wird Stammtorwart der Borussia

Schon seit 2015 setzte sich Roman Bürki als neue Nummer eins der Dortmunder fest. Nach einem schwierigen Start ist der Schweizer mittlerweile eine feste Größe bei der Borussia. Sein 2021 auslaufender Vertrag soll bald verlängert werden.

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