DFB-Team: BVB-Profis nicht nominiert – klare Ansage von Oliver Bierhoff

Nationalmannschaft

Zahlreiche BVB-Nationalspieler sind auf Länderspielreise – aber nicht alle. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff schickt eine klare Ansage an zwei nicht nominierte Dortmunder Spieler.

Dortmund

, 22.03.2021, 16:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
DFB-Manager Oliver Bierhoff.

DFB-Manager Oliver Bierhoff. © imago images/Christian Schroedter

Oliver Bierhoff verpackte die deutlichen Worte in Richtung zweier vom Bundestrainer für die anstehenden Länderspiele zum Auftakt der WM-Qualifikation nicht berücksichtigen BVB-Spieler in joviale Worte. Doch die Kritik dürfte die Empfänger erreichen.


BVB-Profis Nico Schulz und Julian Brandt nicht fürs DFB-Team nominiert

Angesprochen wurde Bierhoff in der Pressekonferenz kurz nach dem Zusammenkommen der deutschen Nationalmannschaft in Düsseldorf auf die Nicht-Nominierung von Julian Draxler und Borussia Dortmunds Julian Brandt. Seine Replik konnte man als klares Signal aber auch an andere Spieler verstehen, die schon lange zum Kreis der DFB-Auswahl gehören und diesmal ebenso im Aufgebot fehlen. Wie Nico Schulz.

„Natürlich“, meinte Bierhoff mit gewohnt freundlichem Lächeln, „ist das auch schon ein Zeichen, wenn diese Spieler (gemeint waren Brandt und Draxler, Anm. d. Red.) nicht nominiert sind.“ Bierhoff beeilte sich, nach kurzem Atem holen noch anzufügen, dass es eine Entscheidung für die aktuelle Maßnahme sei – und noch kein Fingerzeig für die Nominierung des EM-Kaders, die Joachim Löw dann im Mai vornehmen wird.

BVB-Profis Brandt und Schulz müssen wieder mehr Leistung zeigen

Quasi ein Schuss vor den Bug also, dennoch aber ein deutliches Signal des Bundestrainers, das Bierhoff dann noch bekräftigte, als er meinte: „Das sind Spieler, die schon viel für den DFB geleistet haben. Natürlich hoffen wir, dass sie sich in naher Zukunft zeigen werden.“

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Dass der Bundestrainer wenige Wochen vor der endgültigen Bekanntgabe seines Kaders für die pan-europäische Europameisterschaft ein Zeichen setzt und vor allem die Gelegenheit nutzen will, mögliche Alternativen zu begutachten, kommt vor allem im Fall Brandt nicht überraschend. Dessen Saison in Dortmund ist auch weiterhin durchzogen von enttäuschenden Auftritten, von nicht genutzten Chancen, die er auch unter dem neuen Trainer Edin Terzic regelmäßig erhalten hat. Zuletzt beim 2:2 am Samstag in Köln.

BVB-Offensivallrounder Brandt war eine feste Größe im DFB-Kader

Brandt hat vor fast genau fünf Jahren im Trikot mit dem Bundesadler debütiert. 20 Jahre und 27 Tage alt war der heute 24-Jährige, als er beim 1:3 im Test gegen die Slowakei vor der EM 2016 zum Einsatz kam. Den Sprung ins Aufgebot für die Spiele in Frankreich schaffte er damals nicht, rückte jedoch nach dem Turnier als feste Größe in den Kader. 35 Länderspiele stehen aktuell in der Vita von Julian Brandt, der es bei Löw nicht zum unumstrittenen Stammspieler schaffte, aber der immer eingeladen war, wenn er nicht verletzt oder krank war.

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Erfahrung sammelte er auch in mehr als 200 Bundesliga-Spielen seither, keine kleine Zahl für einen noch so jungen Spieler. Ein Freibrief für die EM ist das allerdings nicht mehr. Brandts Chancen sind unmittelbar verknüpft mit den Eindrücken, die er im letzten Saisonviertel hinterlässt. Ähnliches gilt auch für Schulz, für den die Konkurrenz auf der linken Außenbahn ähnlich groß ist.

BVB-Kapitän Reus und Hummels haben Chance auf EM-Teilnahme

Bei Reus hingegen ist anzunehmen, dass seine aktuelle Nicht-Berücksichtigung vor allem mit seiner schmerzhaften Achillessehnen-Verletzung und seiner hohen Belastung zuvor zu tun hat. Den Dortmunder Kapitän hat Löw häufig genug gesehen, wie auch Mats Hummels, dessen Rückkehr ins DFB-Team weiterhin ein Thema bleibt.

Von den Wackelkandidaten Brandt und Schulz aber muss noch einiges kommen. Noch einmal Bierhoff: „Der Bundestrainer hat nur ein begrenztes Kontingent an Plätzen zur Verfügung.“

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