Im Titel-Zweikampf mit den Bayern darf sich Borussia Dortmund keine Blöße geben, im Revierderby zählt gegen den schwächelnden Rivalen Schalke daher nur ein Sieg. Der BVB vertraut einer eingespielten Achse.

Dortmund

, 26.04.2019, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Blickt man aus dem Tor von Roman Bürki geradeaus nach vorn, erkennt man einen Grund für den Dortmunder Erfolg in dieser Saison. Der BVB kann sich auf eine zentrale Achse verlassen. Angefangen bei Bürki selbst, der in dieser Saison der notenbeste Torhüter der Bundesliga ist, über Abwehrchef Manuel Akanji, über Axel Witsel, der das defensive Mittelfeld zusammenhält - und man landet dann bei Marco Reus, den BVB-Kapitän und Anführer. Im Zentrum bildet jede Menge Erfahrung den Eckpfeiler des Erfolgs. Rund um diese Achse hat der BVB ein junges Team geformt, mit starken Individualisten, aber auch wichtigen Teamplayern. Das Gesamtpaket passt.

Aus Gelsenkirchen schauen sie mit Neid die A40 hinunter und fragen sich wohl auch, wie man selbst so dermaßen viel falsch machen konnte, während beim Rivalen beinahe alle Rädchen, die im vergangenen Sommer ausgetauscht wurden, nun wunderbar ineinandergreifen. Schalke reist mit einer desaströsen Saison im Gepäck in Richtung Dortmund, die Abstiegsangst ist mindestens so groß wie die Furcht vor einer deftigen Abreibung beim Rivalen, der schon das Hinspiel dominierte und mit 2:1 damals viel zu knapp gewann.

Dortmund mit viel Rückenwind

Selbstzufriedenheit nach einer Saison, in der die Borussia einen so großen Punkteabstand zum Rivalen herausgearbeitet hat wie nie zuvor in der Bundesliga-Geschichte, wäre allerdings gefährlich. In der Tat wäre es extrem pikant, wenn ausgerechnet die so kopflos agierenden Königsblauen im Titel-Endspurt das Zünglein an der Waage spielen würden. „Es ist“, sagt Torsteher Bürki, „das interessanteste Spiel dieser Saison, und es ist egal, wo sie stehen. Wir müssen dieses Spiel unbedingt gewinnen.“

Der BVB vertraut im Revierderby gegen Schalke einer eingespielten Achse

© imago

„Es ist das interessanteste Spiel dieser Saison, und es ist egal, wo sie stehen.“
Roman Bürki

Die Dortmunder Vorbereitung auf das 154. Pflichtspielderby war geprägt von den Problemen um die Besetzung der rechten Position in der Viererkette. Ansonsten aber nimmt der BVB viel Rückenwind durch das souveräne 4:0 in Freiburg mit in das prestigeträchtigste Duell der gesamten Saison. Auf Schalke hingegen war Interimstrainer Huub Stevens damit beschäftigt, seine Elf, die nie eine war in dieser Saison, nach einer erneuten Demütigung ein weiteres Mal wieder aufzurichten.

Durchforstet man den Schalker Kader, finden man derzeit allenfalls einen Spieler, der Bundesliga-Niveau verkörpert - und der steht Bürki in gerader Sichtlinie genau gegenüber.

Nübel ist Schalkes Hoffnungsträger

Dass in Alexander Nübel ausgerechnet ein 19-Jähriger der einzige Hoffnungsträger der Königsblauen ist, zeigt die prekäre Lage am Schalker Markt. Nübels Statistiken können sich allerdings durchaus mit denen des Dortmunders Bürki messen. Er wehrt annähernd so viele Bälle ab wie der Schweizer, ist in 14 Einsätzen noch ohne groben Schnitzer geblieben und bringt prozentual sogar mehr weite Bälle an den eigenen Mann. Nübel gilt nicht umsonst als ein potenzieller Nachfolger von Manuel Neuer. Allein wird es er allerdings nicht richten können.

Der BVB vertraut im Revierderby gegen Schalke einer eingespielten Achse

Schalkes Hoffnungsträger: Torhüter Alexander Nübel (r.). © dpa

„Wir gehen mit einem guten Gefühl in dieses Spiel“, sagt BVB-Mittelfeldspieler Thomas Delaney, „wir spielen zu Hause, es wird geil!“ Auch der Däne aber schiebt noch eine Warnung hinterher: „Wir hätten in Freiburg auch 10:0 gewinnen können, es geht trotzdem wieder von vorne los.“ Lucien Favres Credo, sich nur auf die nächste Partie zu fokussieren und äußere umstände auszublenden, ist längst auf seine Spieler übergegangen.

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