Der BVB-Hinrundencheck: Ein neuer Chef und ein Senkrechtstarter in der Abwehr

dzBorussia Dortmund

Auf zwei Positionen hat sich der BVB zur neuen Saison in der Abwehr verstärkt. Dennoch blieb die Defensive lange ein Sorgenkind. Voll überzeugt haben ein Rückkehrer und ein Spätstarter.

Dortmund

, 26.12.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lukasz Piszczek: Der Routinier biegt auf die Zielgerade seiner Karriere ein, nur in einigen Spielen bot der mittlerweile 34-Jährige noch die Ruhe und Abgeklärtheit, die sich Lucien Favre vom erfahrenen Rechtsverteidiger erhofft.

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Lukasz Piszczek kam in der Hinrunde in 13 Spielne zum Einsatz. © deltatre

Piszczek kam immerhin noch auf drei Torbeteiligungen in der Bundesliga, seine stärkste Partie bestritt er beim 5:0 gegen Düsseldorf. Gelingt es gegnerischen Mannschaften, ihn mit Tempo anzulaufen, bekommt Piszczek Schwierigkeiten. In der Champions League stieß er an seine Grenzen (Notenschnitt 4,0), in der Liga meistens noch solide (3,56). Gesamtnote: 4,0


Manuel Akanji: Der Sog von unnötigen Unentschieden in der Frühphase der Saison zog auch den immer sehr selbstbewussten Schweizer nach unten. Kämpfte lange um Form und Selbstverständnis in seinem Spiel und wurde bisweilen sogar zu einem Unsicherheitsfaktor.

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Manuel Akanji hat eine sehr starke Zuspielquote vorzuweisen. © deltatre

Trainer Favre hielt ihm lange die Stange, auch Akanji tat dann die Umstellung auf ein 3-4-3 sichtlich gut. Da war er mit einem Notenschnitt von 2,5 unterwegs, die 3,43 insgesamt deuten seine schwierige Hinrunde an. Hält sein Aufwärtstrend der letzten Hinrunden-Wochen an, kann er wieder zu einem wichtigen Faktor werden. Gesamtnote: 4,0



Mats Hummels:
Unumstrittener Chef der Abwehrkette und lange einer der wenigen, die auch in der Herbstkrise noch ihre Form auf den Platz brachten. Hummels erlebte in seiner an Höhepunkten nicht armen Karriere eine Sternstunde beim 0:0 gegen Barcelona, als er seine Aufgabe fast bis zur Perfektion erfüllte.

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Mats Hummels ist der Abwehrchef beim BVB © deltatre

In Berlin mit seinem schwächsten Hinrunden-Spiel. Insgesamt ist sein Notenschnitt von 2,90 in der Liga der zweitbeste nach Zagadou. In der Champions League (2,70) war keiner konstanter als er. Gesamtnote: 2,0


Dan-Axel Zagadou: Erst Ende Oktober beim 2:1-Pokalsieg gegen Borussia Mönchengladbach feierte er junge Franzose seine Startelf-Premiere in dieser Saison, vier Wochen später war es beim 3:2-Sieg in Berlin auch in der Bundesliga endlich soweit.

Sieben Liga-Spiele reichten Zagadou, um mit 2,75 den besten Notenschnitt aller Dortmunder Abwehrspieler herauszuspielen. Favre hat bis zur Systemumstellung gebraucht, um dem 20-Jährigen nach seinem schwarzen Abend in der Münchner Allianz Arena im April wieder zu vertrauen, doch Zagadou nutzte auch diese Chance konsequent.

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Dan-Axel Zagadou gewinnt 70 Prozent seiner Zweikämpfe. © deltatre

Auch wenn sein Spiel oft ungelenk wirkt: Seine Abgeklärtheit am Ball und unorthodoxe Spielweise beeindruckt. Den elf Pflichtspielen bislang werden einige weitere folgen. Gesamtnote: 2,5


Achraf Hakimi: Als Außenverteidiger eingeplant, setzte ihn Lucien Favre im Verlauf der Hinrunde zunehmend auf der Außenbahn ein. Defensiv muss er an unübersehbaren Schwächen weiter arbeiten.

Taktische Disziplin und sein Verteidigungsverhalten haben Favre einige graue Haare zusätzlich beschert, sein nicht zu bändigender Offensivdrang war als Außenverteidiger in der Viererkette bisweilen ein großes Problem.

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Achraf Hakimi wurde stärker, als er weiter vorne spielen durfte.

Als er weiter vorne agieren durfte, konnte der Marokkaner seine ganze Bandbreite an offensiven Qualitäten immer besser zeigen. Auch die Umstellung auf eine Dreier-/Fünferkette half ihm und entlastete ihn von einigen Abwehraufgaben. Gesamtnote: 2,5

Nico Schulz: Im September verletzte sich der Neuzugang beim Einsatz für den DFB und verpasste die sechs folgenden Pflichtspiele. Danach kam er nur sehr schwer wieder in Tritt.

Negativer Höhepunkt einer sehr durchwachsenen Hinrunde war sein Auftritt beim 3:3 gegen Paderborn. Kämpfte sich danach heran und wird die Rückrunde nutzen wollen, um zu zeigen, warum Borussia Dortmund viel Geld für ihn bezahlte. Bislang weitgehend ein unerfülltes Versprechen, das deuten auch seine ausbaufähigen Notenschnitte in der Bundesliga (3,87) und Champions League (4,50) an. Gesamtnote: 4,5

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Nico Schulz hat eine durchwachsene Hinserie gespielt. © deltatre

Leonardo Balerdi feierte sein Bundesliga-Debüt für den BVB beim 5:0 gegen Düsseldorf und spielte beim 2:1 gegen Slavia Prag auch ein Mal in der Champions League. Marcel Schmelzer kam nur zu zwei Bundesliga-Kurzeinsätzen in Freiburg und in Berlin. Sie sind daher wie Mateu Morey (ohne Einsatz) nicht zu bewerten.

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