Das Viertelfinale ist für den BVB nach dem 0:3 Utopie

Champions League

Stark angefangen, stark nachgelassen - und eiskalt bestraft: Der BVB kassierte im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Tottenham ein bitteres 0:3. Das Weiterkommen ist Utopie.

London

, 13.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Das Viertelfinale ist für den BVB nach dem 0:3 Utopie

Enttäuschung pur bei Mario Götze nach dem 0:3 gegen Tottenham. © dpa

Patzer und Unkonzentriertheiten nach der Pause kosteten dem bis zur Pause überzeugend auftretenden BVB eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 5. März in Dortmund.

Guerreiro sitzt auf der Bank

Lucien Favre überraschte in Wembley mit seiner Startformation. Trotz fünf prominenter Ausfälle - Marco Reus, Manuel Akanji, Julian Weigl, Paco Alcacer und Lukasz Piszczek fehlten - schickte der BVB-Trainer eine ungewöhnliche Aufstellung aufs Feld: Dan-Axel Zagadou, der zuvor zehn Wochen lang ausgefallen war und nur einen Testeinsatz in der BVB-Reserve absolviert hatte, begann in der Innenverteidigung neben Ömer Toprak. Anstelle des gelernten Linksverteidigers Marcel Schmelzer übernahm Abdou Diallo den Platz links in der Abwehrkette. Mahmoud Dahoud bekleidete die Position hinter Sturmspitze und Kapitän Mario Götze - Christian Pulisic besetzte die linke Angriffsseite. Der zuletzt so formstarke Raphael Guerreiro musste auf die Bank - dort nahm auch Neuzugang Leonardo Balerdi Platz, der damit erstmals im Borussen-Kader stand.

Umfrage

Mit welcher Schulnote bewerten Sie den BVB-Auftritt bei den Tottenham Hotspur?

1318 abgegebene Stimmen

Es dauerte knapp zehn Minuten, bis sich die ungewöhnliche Formation auf dem ehrwürdigen Londoner Grün gefunden hatte - die zudem beinahe durch einen strammen Schuss von Lucas Moura, der knapp am rechten Pfosten vorbeistrich, in Rückstand geraten wäre (7.). Dann aber hatte sich die Borussia gut auf Tottenham eingestellt, kontrollierte das Geschehen, stand gut gestaffelt, ließ den Spurs nur wenig Raum zum Kombinieren. Der BVB setzte seinerseits einige verheißungsvolle Konter, spielte diese aber nicht klug zu Ende - das entscheidende Zuspiel misslang oder der Mut zum Torabschluss fehlte. Die besten Dortmunder Möglichkeiten vor der Pause vergaben Christian Pulisic, der einen Abwehrschnitzer von Juan Foyth nicht nutzen konnte, und Zagadou, dessen Kopfball kurz vor dem Halbzeitpfiff Tottenhams Keeper Hugo Lloris gerade noch von der Linie kratzte.

Kalte Dusche direkt nach der Pause

Weil der hellwache BVB, gelenkt von Axel Witsel als umsichtigem Balleroberer und Ballverteiler im Zentrum, mit allen elf Akteuren defensiv sehr engagiert und laufstark arbeitete und kaum eine Lücke ließ, blieben Chancen für die Spurs Mangelware. So brannte es vor der Pause nur einmal, als Roman Bürki per Fußabwehr exzellent gegen Heung-Min Son klärte (36.). Die Borussia war das bessere Team in Hälfte eins.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Champions League, Achtelfinale: Tottenham Hotspur - BVB 3:0 (0:0)

Die besten Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.
13.02.2019
/
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder der Champions-League-Partie zwischen den Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund.© dpa

Doch die kalte Dusche bekam Dortmund direkt nach der Pause. Achraf Hakimi verlor den Ball und konnte dann eine Flanke von Jan Vertonghen nicht verhindern, Dan-Axel Zagadou verschätzte sich übelst - und Heung-Min Son drückte den Ball unbedrängt und unhaltbar für Bürki aus kurzer Distanz ins Netz – 1:0 (47.). Natürlich Son, das südkoreanische Schreckgespenst, das fast immer gegen den BVB trifft: sein neuntes Tor im elften Duell gegen den Borussen.

BVB steht unter Schock

Tottenham verlieh die Führung jetzt merklich Schwung, und die Borussia geriet plötzlich gehörig unter Druck - Zagadou klärte per Kopf in höchster Not vor Son (60.). Über die Außen war Dortmund nun besonders anfällig und fand kaum noch Entlastung. Die Sicherheit und Ordnung der ersten 45 Minuten war dahin, die Spurs rochen, angetrieben von Christian Eriksen, das 2:0. Mit Glück und Geschick stemmten sich die Schwarzgelben dagegen und bewahrten sich selbst trotz schwindender Kräfte lange vor Schlimmerem. Bis zur 83. Minute, dann schlug Jan Vertonghen zu: Hakimi kam nach einer Flanke von Serge Aurier zu spät, das Wembley-Stadion bebte.

Jetzt lesen

Die Borussia stand jetzt unter Schock - und Tottenham kannte keine Gnade. Der eingewechselte Fernando Llorente köpfte nach einer Ecke zum 3:0 ein (86.) und stieß damit die Tür zum Viertelfinale für die Spurs ganz weit auf. Dreht Dortmund dieses 0:3 noch in ein Weiterkommen ins Viertelfinale um, wäre der Begriff „Wunder“ wirklich angebracht.

Lesen Sie jetzt