Das bedeutet die BVB-Rückkehr von Mats Hummels für Akanji, Diallo, Zagadou und Co.

dzBorussia Dortmund

Mats Hummels wird der neue Abwehrchef beim BVB. Der 30-Jährige dürfte der Dortmunder Hintermannschaft sicherlich mehr Stabilität verleihen. Der Wechsel hat aber auch Folgen für andere Defensivspieler im Kader.

Dortmund

, 18.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Mats Hummels erhält beim FC Bayern München und unter Trainer Niko Kovac nicht mehr die Rückendeckung, die er sich erhofft hatte. Ein Wechsel zum BVB könnte für Hummels selbst, aber auch die Borussia eine große Chance sein. Doch wie wirkt sich der Transfer auf die anderen Defensivspieler beim BVB aus?

Manuel Akanji: Der Schweizer würde von der Hummels-Rückkehr wohl sogar profitieren. Hummels käme als unangefochtener Abwehrchef zum BVB, das heißt Manuel Akanji würde in der Rangordnung zwar um einen Platz abrutschen, um seine Spielanteile müsste er sich aber nicht sorgen. Akanji wäre als Innenverteidiger Nummer zwei weiter gesetzt in der BVB-Viererkette.

Hinzu kommt: An der Seite eines so erfahrenen Spielers wie Hummels könnte sich der Schweizer prächtig weiterentwickeln und behutsamer in die Rolle des Defensiv-Ankers hineinwachsen. Für den Hinterkopf: Mats Hummels wird im Dezember 31 Jahre alt - ewig wird er sein Weltklasse-Niveau auch nicht halten können. Das weiß auch Akanji.

Zwar müsste der 23-Jährige wie gehabt auf die rechte Innenverteidiger-Position ausweichen, weil auch Hummels lieber halblinks in der Viererkette verteidigt, aber daran hat sich Akanji an der Seite der Linksfüße Abdou Diallo und Dan-Axel Zagadou bereits gewöhnt.

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RN-Talk: Mats Hummels vor Rückkehr zum BVB

Abdou Diallo: Der Blick auf die Transferaktivitäten des BVB in diesem Sommer lässt die Vermutung zu, dass Abou Diallo durchaus weniger Einsatzzeit als in der Vorsaison bekommen könnte. Nico Schulz ist für Lucien Favre hinten links die erste Wahl, in der Innenverteidigung würde für Lucien Favre kein Weg vorbeiführen am Duo Hummels/Akanji. Doch Diallo wäre für alle drei Positionen die erste Alternative. Und bei weit über 40 Pflichtspielen dürfte auch für den 23-Jährigen mehr als genügend Spielzeit übrig bleiben. Nichtsdestotrotz: Diallo würde seinen Stammplatz verlieren.

Wie Akanji könnte Diallo aber auch eine Menge lernen vom erfahrenen Hummels, dessen Führungsqualitäten unbestritten sind. In Sachen Stellungsspiel und Kopfballstärke sowieso. Und auch Roman Bürki dürfte sich freuen bei Standardsituationen einen wie Hummels im Sechzehnmeterraum vor sich zu haben, der seine Kollegen wachrüttelt - Diallo inklusive.

Das bedeutet die BVB-Rückkehr von Mats Hummels für Akanji, Diallo, Zagadou und Co.

Zwischen Abdou Diallo und Dan-Axel Zagadou ginge es im Falle eines Transfers von Mats Hummels um Platz drei in der Innenverteidigung. Die abgelaufene Spielzeit zeigt: Vorteil Diallo. © Deltatre

Dan-Axel Zagadou: Der Franzose gehört zu den ersten echten Verlierern des möglichen Hummels-Transfers. In der Hinrunde der abgelaufenen Saison gehörte Zagadou noch zum Stammpersonal in der BVB-Defensive. In der neuen Spielzeit wäre der 20-Jährige nicht einmal mehr zweite Wahl.

So sehr auch Zagadou von Hummels als Mentor profitieren würde - auf dem Trainingsplatz und in der Kabine - Spielpraxis ist in der Entwicklung eines jungen Spielers nicht zu ersetzen.

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Julian Weigl: Lucien Favre plant mit Julian Weigl ohnehin nicht in der Innenverteidung, doch fest steht auch: Selbst als Notnagel wäre Weigl kaum noch gefragt. Denn durch Mats Hummels stiege eben nicht nur die Qualität in Dortmunds Defensive, sondern auch die Anzahl der gelernten BVB-Innenverteidiger auf sechs - zumindest vorerst.

Und dass der 23-Jährige im defensiven Mittelfeld ohnehin schlechte Karten gegen seine Konkurrenz hat, zeigen die nur fünf Einsätze auf Weigls angestammter Position in der Vorsaison. Den Wechselwunsch von Weigl, den er schon im vergangenen Winter äußerte, dürfte er bei einem Hummels-Transfer mit entsprechendem Nachdruck erneut in der BVB-Führungsetage platzieren.

Das bedeutet die BVB-Rückkehr von Mats Hummels für Akanji, Diallo, Zagadou und Co.

Mehr als Stadion-Atmosphäre schnuppern war noch nicht drin für Leonardo Balerdi. © imago

Leonardo Balerdi: Es bleibt ein großes Rätsel, was der BVB mit Leonardo Balerdi vorhat. Rund 15 Millionen Euro ließ sich die Borussia die Dienste des 20-Jährigen im vergangenen Winter kosten. Nur 16 Spieler in der BVB-Vereinsgeschichte kosteten bislang mehr.

Dass Balerdi den Sprung von vier Spielen in der Regionalliga in der Rückrunde der abgelaufenen Saison zum ernsthaften Kandidat für den Bundesliga-Kader schafft, darf bezweifelt werden. Ob mit oder ohne Hummels, die Einsatzchancen des Argentiniers sind gering. Immerhin: Von Hummels könnte Balerdi jede Menge lernen - und langfristig vielleicht doch noch wertvoll werden für den BVB.

Ömer Toprak: Selbst fit und unverletzt schaffte er es in der abgelaufenen Saison nicht mehr in den Kader, unter anderem Julian Weigl lief dem gelernten Innenverteidiger den Rang ab. Eine Verpflichtung von Mats Hummels wäre das Ausrufezeichen hinter dem ohnehin schon deutlichen Wink, dass sich Toprak trotz Vertrags bis 2021 in Dortmund einen neuen Verein suchen kann. Das Problem: Das aktuelle Gehalt des 29-Jährigen schreckt Interessenten ab.

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