Dan-Axel Zagadou - Wechsel von Diallo und Toprak sind ein klares Signal des BVB

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Neue Saison, neuer Angriff! Der BVB will Meister werden - mit Dan-Axel Zagadou. Wir beleuchten Form und Perspektive jedes Spielers. Der nächste Teil: Wie Zagadou vom Verlierer zum Gewinner wurde.

Dortmund

, 11.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ganz Fußball-Deutschland fiebert der Bundesliga-Spielzeit 2019/2020 entgegen. Vor dem Auftakt in die Saison, an deren Ende Borussia Dortmund Deutscher Meister sein will, nehmen wir jeden Spieler im BVB-Kader unter die Lupe.



Was zeichnet Dan-Axel Zagadou aus?

Dan-Axel Zagadou hat beim BVB eine rasante Entwicklung mit etlichen Höhen und Tiefen hinter sich. In der Spielzeit 2017/2018 kam er unter Peter Bosz zunächst auf der ungeliebten Position als Linksverteidiger zum Einsatz. Er machte seine Sache ordentlich und konnte sogar im Spielaufbau überzeugen, wirkte auf außen aber auch aufgrund seiner Körpergröße nicht immer gut aufgehoben. Unter Peter Stöger sah er dann kein Land mehr beim BVB.

Lucien Favre ist aber Fan des 1,96 Meter großen Franzosen, der in der abgelaufenen Saison seit dem fünften Spieltag neben Manuel Akanji in der Innenverteidigung gesetzt war. Das Vertrauen des Trainers spiegelte sich auch in Zagadous Leistung wider.

Mit 70 Prozent gewonnener Zweikämpfe war er in der abgelaufenen Spielzeit der beste Zweikämpfer der Bundesliga. Und das bei nur 13 Foulspielen in leider auch nur 17 Partien. Doch der 1,96-Meter-Hüne besticht nicht nur durch sein gutes Timing im Zweikampfverhalten. Auch im Aufbauspiel ist der Linksfuß ein belebendes Element. „Er ist jung, sehr groß, körperlich präsent und steht im Spielaufbau da, wo er stehen muss“, lobte Favre, der bei Zagadou schon viel Qualität, aber ein noch größeres Entwicklungspotenzial sieht.

Denn Zagadous Hang zum Risikopass wird nicht immer belohnt, manchmal sogar eher böse bestraft. Doch mit seiner Passquote von 91 Prozent zählte Zagadou in der abgelaufenen Saison zu den besseren Passspielern in der Bundesliga.

Doch auf das Hoch folgte das nächste Tief. Nach einer starken Hinrunde bremste ihn Anfang Dezember eine Fußverletzung rund zwei Monate lang aus. Danach kam der 20-Jährige nicht mehr in Tritt: Gegen Augsburg und München unterliefen ihm grobe Fehler. Bei Zagadou waren Konstanz und Souveränität, die er sonst trotz seines jungen Alters ausstrahlt, urplötzlich verloren gegangen.

Seitdem ist immer fraglich, welchen Zagadou die BVB-Fans zu sehen bekommen. Den abgeklärten, vor Selbstvertrauen strotzenden Youngster oder den verunsicherten, zu leichten Fehlern neigenden Jungspund?



Wie lief die Vorbereitung?

Mäßig! Aber sie nahm durch den Wechsel von Ömer Toprak zu Werder Bremen eine nicht unbedeutende Wendung. Denn eigentlich konnte man Zagadou getrost zu den Verlierern der Saisonvorbereitung zählen. Auf der USA-Reise verletzte sich der Franzose am Fuß und kam in den Testspielen im Trainingslager nur zu Kurzeinsätzen.

Dan-Axel Zagadou - Wechsel von Diallo und Toprak sind ein klares Signal des BVB

Kein Supercup, kein DFB-Pokal - Dan-Axel Zagadou durfte sich immerhin beim Testspiel in Münster 90 Minuten lang beweisen. © imago

Im Supercup setzte Favre dann auf den erfahrenen Ömer Toprak, der hinter Mats Hummels und Manuel Akanji die neue Nummer drei im Innenverteidiger-Ranking zu sein schien. Zagadou saß in den beiden bisherigen Pflichtspielen der Saison jeweils 90 Minuten auf der Bank und durfte erst beim Testspiel in Münster wieder mitmischen.


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Wie ist die sportliche Perspektive für die neue Saison?

Dass der BVB in Abdou Diallo und nun auch Ömer Toprak zwei Innenverteidiger hat ziehen lassen, die zuletzt jeweils bessere Einsatzchancen als der junge Franzose besaßen, hat Zagadou wieder zur ersten Alternative in der BVB-Innenverteidigung werden lassen.

Die Transferpolitik von Michael Zorc in der zu Vorbereitugsbeginn noch überbesetzten Innenverteidigung kann durchaus als positives Signal an Zagadou verstanden werden. Der BVB setzt auf den 20-Jährigen und hat weiter volles Vertrauen in dessen Potenzial. Denn auch bei Zagadou scheiterte ein Wechsel kaum an mangelndem Interesse anderer Klubs. Doch es gingen andere.

Trotz einer mäßigen Vorbereitung geht Zagadou nun sogar gestärkt in die neue Saison. Hinter Mats Hummels, der aufgrund seines Alters nicht jedes Pflichtspiel bestreiten wird, und dem durchaus verletzungsanfälligen Manuel Akanji werden für Zagadou reichlich Pflichtspielminuten übrig bleiben. Seine einzigen Konkurrenten um Platz drei im Innenverteidiger-Ranking heißen nun Julian Weigl und Leonardo Balerdi, sollte der BVB nicht doch noch einmal personell nachbessern.

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