Coronavirus: Auch am Montag kein BVB-Training - Beratung über weiteres Vorgehen

Borussia Dortmund

Bei Borussia Dortmund wird auch am Montag der Ball ruhen. Der Trainerstab um Lucien Favre berät über das weitere Vorgehen im Zeichen der Coronavirus-Pandemie.

Dortmund

, 22.03.2020, 13:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beraten am Montag über das weitere Vorgehen beim BVB: Trainer Lucien Favre (l.) und Sportdirektor Michael Zorc.

Beraten am Montag über das weitere Vorgehen beim BVB: Trainer Lucien Favre (l.) und Sportdirektor Michael Zorc. © dpa

Das teilte der Verein am Sonntag mit. Ein Mannschaftstraining, das zunächst für Montagvormittag geplant war, findet nicht statt.

Wie geht es weiter? Präsidium der DFL trifft sich am Dienstag

Das Coronavirus hat das öffentliche Leben und auch den Fußball weiter fest im Griff. Am Dienstag kommt das Präsidium der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in Frankfurt zu einer weiteren Erörterung der Lage zusammen, Anfang der letzten März-Woche treffen sich dann die Vertreter der 36 Profiklubs der 1. und 2. Bundesliga. Dort werden sie eine Verlängerung der Saisonpause auch offiziell beschließen.

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Denn der 2. April als kürzlich beschlossener Zeitpunkt für das Ende der Aussetzung des Spielbetriebs ist ein Enddatum, das sich längst überholt hat. Eine weitere Verschiebung der Saisonfortsetzung nach hinten ist angesichts der weiter stark steigenden Zahlen von Neu-Infektionen unabdingbar.

Bundesliga verfügt nach EM-Verschiebung über einen Zeitpuffer

Durch die Absage der Europameisterschaft haben die nationalen Ligen einen Zeitpuffer bekommen, um ihre Saisons noch zu einem vernünftigen Ende zu bringen. Das ist auch weiterhin das Ziel. Immer deutlicher wird, wie sehr die Liga aus wirtschaftlichen Erwägungen daran festhalten muss, die Spielzeit „irgendwie“ zu Ende zu bringen - auch ohne Zuschauer im Stadion. „Wenn die festen Blöcke (an Fernsehgeldern, Anm. d. Red.) nicht reinkommen, wird es schwierig“, gab am Samstag der Mainzer Sportvorstand Rouwen Schröder im „Aktuellen Sportstudio“ zu.

Viele kleinere Klubs bringt die Krise in eine schwierige finanzielle Situation. Je länger die Pause dauert, desto größer ist die Gefahr, dass immer mehr Vereine ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. In Mainz, so Schröder, hätten sich Verein, Spieler und Trainer auf einen Gehaltsverzicht geeinigt, ähnlich wie es auch in Mönchengladbach praktiziert wird. In Dortmund hat Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl einen teilweisen Gehaltsverzicht ebenso erklärt wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

DFL diskutiert verschiedene Szenarien der Bundesliga-Fortsetzung

Auch wenn Deutschland den Turnaround schafft und die Krise eindämmen kann, werden die Folgen des Coronavirus noch weit nachwirken. Christian Drosten, das öffentliche Gesicht der Virenforscher Deutschlands, malt ein düsteres Bild für den Profifußball. Volle Fußballstadien, daran glaube er „in irgendeiner absehbaren Zeit nicht“, so der Mediziner in einem Interview mit dem „Stern“. Womöglich sogar für die kommenden zwölf Monate. „Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten müssen.“

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Nach Informationen des Portals „Sportbuzzer“ erwägt die DFL verschiedene Szenarien, um die Saison doch noch zu Ende bringen zu können. Allen Überlegungen gemeinsam ist die Notwendigkeit, bis zum 30. Juni fertig zu werden. Dafür wäre eine Wiederaufnahme der Spiele spätestens am 2. Mai notwendig. Ein weiteres Szenario, so „Sportbuzzer“, sähe mehrere Spiele an einem Tag an zentralen Spielorten im Norden, Süden, Osten und Westen vor, um die Bundesliga damit in kürzester Zeit durchzuziehen. Wird wieder gespielt, dann auf jeden Fall ohne Zuschauer.

BVB-Boss Watzke: „Dann werden wir diese Möglichkeit nutzen“

Für Virologe Drosten sind allerdings auch Geisterspiele keine Option - vor allem wegen der zu erwartenden Fan-Ansammlungen vor den Stadien, wie es kürzlich in Mönchengladbach nach der Partie Gladbach gegen Köln der Fall war. Zustimmung erhält Drosten dabei von Berufskollegen. Jonas Schmidt-Chanasit von der Uni Hamburg hält es sogar für möglich, „dass in diesem Jahr gar kein Fußball mehr gespielt wird.“

Die Manager der Bundesligen sehen hingegen die Durchführung von Geisterspielen zur Existenzsicherung der Klubs für unabdingbar an. „Wenn uns die Behörden grünes Licht geben, dass diese Spiele im ganz kleinen Kreis erlaubt werden, dann werden wir die Mög­lich­keit nutzen, unsere Arbeit machen“, sagt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in einem Interview mit „11 Freunde“. „Wie viele andere Unter­nehmen auf der Welt dies aktuell auch ein­ge­schränkt machen, um Arbeits­plätze zu schützen. Was den Fuß­ball angeht, reden wir über fast 60.000.“ Allein beim BVB sind 850 festangestellte Mitarbeiter von der Krise betroffen.

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