Corona bremste BVB-Profis – ein Talent aber nicht, meint der Präsident

dzBorussia Dortmund

Borussia Dortmund muss sich den Coronavirus-Bedingungen unterwerfen. Ein BVB-Talent werden sie aber nicht aufhalten, meint BVB-Präsident Reinhard Rauball.

Dortmund

, 09.08.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Pandemie bremste nicht nur die Profis von Borussia Dortmund aus. Auch der Präsident musste seine Sporttasche über lange Zeit im Kofferraum liegen lassen. „Zum Glück dürfen wir jetzt wieder spielen“, sagt Dr. Reinhard Rauball über seine Hobbykicker, zweifelsfrei allesamt fußballerisch hoch veranlagte Herren, mit denen im Ernstfall sogar die Champions League nicht mithalten kann.

BVB-Präsident Rauball freut sich auf das Ende der Sommerpause

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„Am Freitagabend ist unser Spieltermin, also geht das vor“, betont der BVB-Präsident. Das Aus von Juventus Turin und Real Madrid am Freitagabend in der Königsklasse konnte sich Rauball somit nicht live im TV ansehen. „Wir halten unsere Spieltermine. Ausnahmen gibt es nur, wenn die Borussia spielt“, sagt der 73-Jährige. Aber die Lust auf Fußball, sie sei bei ihm „ungebrochen“, der Champions-League-Samstag vorm TV sei deshalb fest gebucht gewesen, es sei „schön, dass es nach der Sommerpause bald auch wieder in der Bundesliga losgeht, und dann sogar direkt mit dem Duell der Borussias aus Dortmund und Gladbach“.

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Auch, wenn zur neuen Saison nur teilweise wieder Zuschauer in den Stadien zugelassen werden, so sei dies ein wichtiger erster Schritt. „Ich kann verstehen, dass einige unserer Fans hin- und hergerissen sind, und ich würde es all unseren Fans gönnen, wieder live im Stadion dabei sein zu können. Aber eine teilweise Zulassung von Zuschauern ist die bessere Lösung als weiter ohne Zuschauer zu spielen“, sagt Rauball. Mit dem erfolgreichen Re-Start der Liga zum Saisonendspurt 2019/20 und ihrem umfassenden Sicherheits- und Hygienekonzept hätten der BVB und die anderen Klubs bereits dokumentiert, dass sie verantwortlich handeln. „Ich bin ein wenig erstaunt, dass der eine oder andere harte Kritiker des Konzepts bis heute nicht gesagt hat: ´Tut mir leid, ich habe mich geirrt‘“, so Rauball.

Rauball begrüßt BVB-Neuzugänge erst nach dem Trainingslager

Aufgrund des aktuellen Hygienekonzepts der DFL, das die Mannschaften möglichst weitgehend isoliert, pflegt der BVB-Präsident seit Monaten schon keine Nähe zu den Dortmunder Profis. „Das hat derzeit keine Priorität, ich möchte keine falschen Signale senden, da muss man vernünftig sein“, erklärt Rauball, der die Neuzugänge der Borussia erst nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Bad Ragaz (10. bis 17. August) im Klub willkommen heißen wird.

Auch ohne direkten Kontakt zum Team entgeht dem seit insgesamt 21 Jahren im Amt des Präsidenten wirkenden Juristen nichts, was im Klub geschieht. Dass Marco Reus auf unbestimmte Zeit verletzt ausfällt, schmerze ihn persönlich. „Das tut mir menschlich sehr leid für ihn, und für uns ist er eine wichtige Stütze, sein Ausfall ist ein herber Verlust. Ich wünsche ihm, dass er schnellstmöglich zurückkehren kann.“

BVB-Präsident Rauball über Moukoko: „Er wird seinen Weg machen“

Freude bereite ihm dagegen die Entwicklung Youssoufa Moukokos. Der 15-jährige Stürmer darf jetzt bei den Profis im Training mitmischen und sich Cheftrainer Lucien Favre zeigen. Ab November, wenn Moukoko seinen 16. Geburtstag gefeiert hat, könnte er bei den Profis eingesetzt werden. „Ich habe ihn mehrfach in Jugendspielen gesehen, er wird seinen Weg machen, so wie ihn einst auch Nuri Sahin in Dortmund gemacht hat, der auch als 16-jähriger Profi bei uns begonnen hat“, so Rauball. Entscheidend sei es jedoch, Moukoko behutsam aufzubauen und an das Profiniveau heranzuführen, anstatt ihn sogleich mit großen Hoffnungen zu überladen. „Unsere sportlich Verantwortlichen haben ja schon mehrfach ein gutes Händchen bewiesen, Nachwuchskräfte klug aufzubauen. Und es wäre natürlich klasse, wenn wieder eines unserer Talente den Sprung in den Profikader schaffen würde.“

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