BVB-Vorlagenkönig Rilind Hetemi: Wenn du das Ding einmal geholt hast, willst du es nochmal

dzU17-Finale

Als Neunjähriger stieß Rilind Hetemi zu Borussia Dortmund. Am Sonntag kann der Vorlagenkönig der U17 des BVB zum zweiten Mal Deutscher Meister werden. Nervös macht ihn das nicht.

Dortmund

, 13.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Diesmal muss Rilind Hetemi die Vorlage vollenden. Anders als sonst auf dem Platz, wo der Spielmacher von Borussia Dortmunds U17 als Strippenzieher glänzt. Wo er 19 Vorlagen lieferte in 26 Partien in der Bundesliga West. Ein echter Zehner. Jetzt aber soll Hetemi selber den verbalen Flachpass aufnehmen und knipsen. Also: Was war am 17. Juni 2018?

Ohne länger nachzudenken verwandelt der Anführer der ungeschlagenen Nachwuchs-Borussen die Vorlage treffsicher wie sonst sein kongenialer Partner und Co-Kapitän Youssoufa Moukoko. Vor knapp einem Jahr feierte der Mittelfeldspieler mit der U17 des BVB seinen bisher größten Erfolg, die Deutsche Meisterschaft. „Ich habe diese schöne Erfahrung schon machen dürfen“, sagt Hetemi bescheiden - frech gefeiert haben die BVB-Junioren damals aber zumindest.

Hetemi will „mit Wissen und Erfahrung weiterhelfen“

3:2 endete die Partie beim FC Bayern München, ein jugendlich rauschhafter Fußballnachmittag beim ärgsten Rivalen gipfelte mit der Schale in der Hand. Doch für keine Sekunde lässt der 17-Jährige den Eindruck aufkommen, dass ihm die Erinnerung daran genüge. Im Gegenteil: „Hoffentlich kann ich meiner Mannschaft mit dem Wissen und der Erfahrung weiterhelfen.“

BVB-Vorlagenkönig Rilind Hetemi: Wenn du das Ding einmal geholt hast, willst du es nochmal

Rilind Hetemi trägt alle zwei Spiele die Kapitänsbinde am linken Arm. Er teil sich den Job des Spielführers mit Yousouffa Moukoko. © Ludewig

Hetemi, Moukoko und die anderen verbliebenen Spieler der Meistermannschaft von 2018 wie Albin Theqi und Ware Pakia haben ihren Mitspielern erzählt, „was für ein großartiges Erlebnis“ dieser Finaltriumph gewesen ist. Und zugleich haben sie betont, „wie schwer der Weg dorthin war“. Am Sonntag (13 Uhr, Rote Erde, live auf Sport1) gibt es die Chance zur Titelverteidigung. Borussias Kapitän weiß, worauf es ankommt. Und er zeigt sich zuversichtlich.

BVB-U17 ungeschlagen in 26 Spielen

„Wir haben richtig gute Qualität im Kader und starke Individualisten“, erklärt er, „aber am wichtigsten ist für uns der Teamspirit.“ Hetemi, seit 2011 im Verein und deutscher U17-Nationalspieler, liegt damit ganz auf der Linie seines Trainers Sebastian Geppert, der stets das Kollektiv hervorhebt, den Gemeinschaftssinn kultiviert.

„Nervosität spüre ich nicht wirklich, aber eine gewisse Anspannung ist schon da. Das ist eher eine positive Vorfreude auf das Spiel vor hoffentlich großem Publikum.“
Rilind Hetemi

Selbstredend dürfen Hetemi und Co. stolz sein auf eine nahezu perfekte Saison. Ungeschlagen in den 26 Spielen der Bundesliga West, klarer Sieger im DM-Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg (4:1, 2:0), 98 Tore in nun 28 Partien - bislang scheint es keine Grenzen zu geben für die schwarzgelbe U17.

Doch Zufriedenheit herrscht deswegen nicht. Aber auch keine allzu große Aufregung vor dem Finale gegen den bestens bekannten Ligarivalen 1. FC Köln. „Nervosität spüre ich nicht wirklich, aber eine gewisse Anspannung ist schon da. Das ist eher eine positive Vorfreude auf das Spiel vor hoffentlich großem Publikum“, sagt Hetemi.

Hetemi mit 25 Scorerpunkten und wichtigen Aufgaben

Er selber hat sich, als älterer Jahrgang, deutlich weiterentwickelt, auch das zählt ja in der besten Talenteschmiede Deutschlands. In der Vorsaison zählte er mit vier Toren und neun Vorlagen zu den Stützen und Stammspielern. Nun hat er zusätzlich die Aufgabe übernommen, voranzugehen und die Mitspieler zu führen. Positiv zu bleiben, die Mannschaft zusammenzuhalten, die Vorgabe des Trainers einzuhalten. Also bezeichnet er seine eigene Bilanz mit 25 Scorerpunkten als „ausbaufähig, als Spieler will man immer mehr“. Entscheidender sei, das Motiv sitzt tief verankert, „der Teamerfolg“.

Video
U17-Kapitän Hetemi über Finale, Teamgeist und Euphorie

Für das Endspiel in der Roten Erde rechnet sich Hetemi - geboren in Wuppertal, aufgewachsen in Hohenlimburg und mit Wurzeln im Kosovo - einiges aus. „Wenn wir unsere Leistung abrufen, werden wir das schaffen“, gibt er selbstbewusst die Denkrichtung vor. Den Titel zu verteidigen, „das wäre großartig. Wenn du das Ding einmal geholt hast, willst du es nochmal schaffen.“ Vergangene Saison schnupperte er als Jungjahrgang mit, „diesmal als einer der beiden Kapitäne wäre es umso schöner“.

Den 16. Juni 2019 wird er sich dann auch merken. Falls mal einer fragt.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt

Juniorenfußball

Finale! Wie die BVB-U17 die Hürde VfL Wolfsburg nahm und wer jetzt im Endspiel wartet

Nach dem 4:1-Erfolg im Hinspiel waren die Vorzeichen klar. Und die U17 von Borussia Dortmund ließ im Rückspiel gegen den VfL Wolfsburg wenig anbrennen. Im Finale wartet nun ein alter Bekannter. Von Klaus-Peter Ludewig

Lesen Sie jetzt