BVB vor Liga-Auftakt: An Bellingham und Reyna führt kein Weg vorbei

dzKommentar

Der BVB meistert die Hürde Duisburg souverän und scheint bereit für den Bundesliga-Start. An Jude Bellingham und Giovanni Reyna führt derzeit kein Weg vorbei. Tobias Jöhren kommentiert.

Duisburg

, 15.09.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michael Zorc fasste Borussia Dortmunds Start in die Saison 2020/21 kurz und treffend zusammen. „Sehr konzentriert und solide“ sei der Auftritt des BVB beim MSV Duisburg gewesen, sagte der Sportdirektor der Schwarzgelben. „Wir haben den Gegner dominiert, nichts zugelassen und zum richtigen Zeitpunkt die Tore geschossen. Mit der Roten Karte und dem 3:0 war das Spiel dann gelaufen.“

Bellingham ist auf Anhieb ein Kandidat für Favres erste BVB-Elf

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Damit war das Wichtigste erzählt. Es wurde ein lockerer Aufgalopp für den Vizemeister in die neue Spielzeit - und ab der 38. Minute, als Duisburgs Dominic Volkmer wegen einer Notbremse von Schiedsrichter Robert Kampka vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde, gewissermaßen auch ein Muster ohne Wert, weil der Drittligist spätestens ab diesem Zeitpunkt für die Mannschaft von Trainer Lucien Favre keinen richtigen Prüfstein mehr darstellte.

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Ein paar Erkenntnisse ließen sich dennoch gewinnen aus den 90 Minuten in der Schau-ins-Land-Reisen-Arena, die früher mal Wedau-Stadion hieß. Zum Beispiel, dass der BVB vermutlich nicht umsonst sehr tief für den erst 17 Jahre alten Jude Bellingham in die Tasche gegriffen hat. Der junge Engländer zeigte ein überzeugendes Pflichtspiel-Debüt für seinen neuen Verein und ist trotz seines Alters auf Anhieb ein Kandidat für Favres erste Elf - und in der Verfassung von Montagabend in jedem Fall ein Gewinn für das Dortmunder Mittelfeld.

BVB-Kapitän Marco Reus meldet sich rechtzeitig zurück

Oder die Erkenntnis, dass Favre nach zahlreichen Experimenten mit der Viererkette in der Vorbereitung wohl doch lieber zur Dreierkette greift, wenn es ernst wird. Oder, dass Kapitän Marco Reus pünktlich zum Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach am nächsten Samstag wieder helfen kann. Oder, dass in Neuzugang Thomas Meunier ein guter Ersatz für den zu Inter Mailand gewechselten Achraf Hakimi gefunden sein könnte.

Oder, dass es für den einen oder anderen namhaften Spieler verdammt eng wird, seinen Platz beim BVB zu finden. Julian Brandt, Thomas Delaney und Lukasz Piszczek: Ihnen allen blieb erst einmal nur die Zuschauerrolle im ersten Pflichtspiel dieser Saison. Die 17-jährigen Teenager Bellingham und vor allem auch Giovanni Reyna haben ihren Anspruch auf die Startelf in den vergangenen Wochen mit starken Leistungen nicht nur gerechtfertigt, sondern auch nachhaltig untermauert. Favre kann derzeit fast nicht anders, als sie von der Leine zu lassen - und er schenkt ihnen zu Recht das Vertrauen.

Nun wartet ein ganz anderes Kaliber auf Borussia Dortmund

Am Samstag nun wartet in Favres Ex-Klub gleich ein Champions-League-Teilnehmer und ganz anderes Kaliber auf Borussia Dortmund. Der BVB scheint nach den Eindrücken aus Duisburg bereit für diesen Gradmesser. Das Gerüst steht, nach dem Gladbach-Spiel werden seriösere Bewertungen darüber abgegeben werden können, wie stabil es schon ist - die Zebras haben nicht wirklich daran gerüttelt, die Fohlen werden es sehr wohl tun.

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