BVB von Youth-League-Reform betroffen: „Das fällt nun erst einmal weg“

dzBorussia Dortmund

Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf die Youth League und den BVB. Die „Champions League für U19-Mannschaften“ wird grundlegend reformiert.

Dortmund

, 11.10.2020, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein zusätzlicher Anreiz bei einer Fülle an guten Argumenten, von der Verantwortung für die U23 in die Cheftrainer-Rolle bei der U19 Borussia Dortmunds zu wechseln, sei auch die Youth League gewesen. Daraus hat Mike Tullberg im großen Interview mit den Ruhr Nachrichten vor einigen Wochen gar kein Geheimnis gemacht. „Auch dieser Aspekt, international zu spielen mit Top-Talenten, hat mich gereizt an dieser Aufgabe“, hat der dänische Trainer erklärt. Er und seine Spieler aber müssen vorerst auf die Königsklassen-Reisen im Dunstkreis der Profis verzichten. Angesichts der fortdauernden Risiken durch die Coronavirus-Pandemie hat die Uefa den Jugendwettbewerb der besten Nachwuchsmannschaften Europas grundlegend reformiert.

Youth League wird reformiert – BVB-U19 ist betroffen

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Bislang haben die Jugendvertreter der 32 für die Champions League der Männer qualifizierten Teams im gleichen Gruppenmodus gegeneinander gespielt, die Gruppensieger erreichten das Achtelfinale der Youth League (Champions-Weg). Parallel dazu spielten 32 Vertreter nationaler Meister der Uefa-Mitgliedsverbände, deren Männerteams nicht für die Champions League qualifiziert waren, in zwei K.o.-Runden mit Hin- und Rückspiel sowie einer Playoff-Runde gegen die acht Gruppen-Zweiten des Champions-Weges die weiteren acht Teams für das Achtelfinale der Youth League aus. So war aus Deutschland in der vergangenen Saison der Nachwuchs des 1. FC Köln auf diesem Weg vertreten.

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An der Qualifikation für die Youth League der Saison 2020/21 ändert sich nichts. Neu ist, dass alle 64 qualifizierten Mannschaften in einer K.o.-Runde den Youth-League-Sieger der laufenden Saison ermitteln. Auch neu: Die Sieger der jeweiligen K.o.-Duelle werden in nur einem Spiel gegeneinander ermittelt.

Youth League wird reformiert: BVB-Jugendkoordinator Lars Ricken zeigt Verständnis

BVB-Jugendkoordinator Lars Ricken kann die Entscheidung der Uefa, den Wettbewerb deutlich später und mit einem neuen Modus starten zu lassen, „absolut verstehen. Es wäre nur schwer vorstellbar gewesen, die Spieler unter diesen Umständen durch Europa reisen zu lassen.“ Der Kader der Dortmunder U19 unterliegt anders als die Profis keinen regelmäßigen Testungen auf das Coronavirus, zwölf Spieler der Mannschaft besuchen aktuell noch eine weiterführende Schule – inklusive aller Risiken auf eine unentdeckte Ansteckung.

Die Verschiebung der Youth League sieht Ricken allerdings auch mit einem weinenden Auge. „Wir haben uns in diesem Wettbewerb etabliert“, sagt der 44-Jährige. Die reizvollen Duelle wie zum Beispiel in der vergangenen Saison, als der BVB auf den Nachwuchs des FC Barcelona und Inter Mailand traf, seien für die Weiterentwicklung der Talente wichtig. „Das fällt nun erst einmal weg.“

BVB-U19: Nicht nur Youth League ist anders

Eine Besonderheit kommt in dieser Saison hinzu: „Wir spielen in der U19-Bundesliga ja nur eine einfache Runde ohne Hin- und Rückspiele. Dadurch gehen uns viele Partien gegen hochkarätige Konkurrenten verloren“, beschreibt Ricken. Durch den ausgesetzten Abstieg in der abgebrochenen Corona-Saison 2019/20 spielt die Bundesliga der A-Junioren aktuell mit 17 Mannschaften, nach der einfachen Normalrunde sollen eine noch nicht näher festgelegte Endrunde und anschließend wie gehabt Halbfinale und Finale um die Deutsche A-Jugendmeisterschaft folgen. Dennoch, argumentiert Ricken, hätte eine „normale“ Youth League den Wegfall einiger Top-Spiele gegen Schalke, Gladbach oder Leverkusen kompensieren können. Corona hat allerdings vieles verändert, und Ricken kann der Vorgehensweise der Uefa zu hundert Prozent folgen: „Es ist eine nachvollziehbare Entscheidung.“

Gegen wen der BVB-Nachwuchs dann im März 2021 antreten muss, wird die Uefa wohl erst im neuen Jahr per Losverfahren ermitteln. Der europäische Verband setzt bei der Durchführung der Youth League auf den Faktor Zeit. Immer in der Hoffnung, dass die Entwicklung der Infektionszahlen die Durchführung des abgespeckten Modus‘ ermöglichen.

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