BVB verpasst historische Chance - hat aber schon längst Weichen für die Zukunft gestellt

dzKommentar

Die U19 des BVB ist Deutscher Meister, die U17 nicht. Unabhängig vom Ausgang nach einer fast perfekten Saison für den Nachwuchs hat der BVB schon die Weichen für die Zukunft gestellt.

Dortmund

, 17.06.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch nie zuvor ist es einem Verein gelungen, im U19- und U17-Bereich im gleichen Jahr Deutscher Meister zu werden. Borussia Dortmunds U17 hat am Sonntag also eine historische Chance verpasst, nicht nur deshalb aber war die Enttäuschung nach dem 2:3 gegen den 1. FC Köln greifbar und verständlich - auch wenn alle Beteiligten ehrlich zugaben, dass der Kölner Erfolg nicht unverdient war.

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Die Weichen für die Zukunft sind aber längst gestellt. Mit einigen Personalentscheidungen, die angesichts der permanenten Erfolge der vergangenen Jahre so manchen überraschen, die aber von Weitsicht geprägt sind. Der Klub stellt sich breiter auf, er strukturiert das Umfeld mit der Installation von Michael Skibbe und Otto Addo neu.

Es ist ein globaler Kampf um die Top-Talente

Zusätzliche Kompetenz kann nicht schaden und soll gewährleisten, dass die Borussia auch der größer gewordenen Konkurrenz die Stirn bieten kann. Denn längst ist der Kampf um die besten Talente keine regionale oder nationale Angelegenheit mehr, es ist ein globaler Kampf. Borussia Dortmund konkurriert nicht mehr nur mit Schalke, Köln, Stuttgart oder München, die in Deutschland in der Nachwuchsarbeit Vorreiter sind. Längst mischen auch internationale Top-Klubs kräftig mit im Werben um die besten Spieler und setzen die Ellenbogen ein, um auf fremdem Terrain zu wildern.

Einen Spieler wie Yousouffa Moukoko hätten viele gern, auch der FC Barcelona oder Paris St. Germain. Er hat sich bewusst für Borussia Dortmund entschieden, weil der Klub seit Jahren dafür bekannt ist, Nachwuchsfußballer perfekt auf das Profi-Geschäft vorzubereiten und sie auf dem Weg dorthin zu begleiten. Das ist der Anspruch auch für die kommenden Jahre, und die Herausforderung wird sicherlich nicht kleiner.

Nackenschlag kann zu noch größerem Erfolgshunger führen

Aus der aktuellen U17, die nun ihre Enttäuschung verarbeiten muss nach einer langen Saison, in der sie ihre einzige Niederlage in der Meisterschaft ausgerechnet im letzten Spiel, dem großen Finale, kassiert hat, wechselt der überwiegende Teil nun in die U19. Skibbe, der dort ihr Coach sein wird, bekommt gut ausgebildete Spieler, die bereit sind für den nächsten Schritt. Und nach diesem vielleicht größten Nackenschlag ihrer noch jungen Karriere umso erfolgshungriger.

Es gehöre, meinte Nachwuchs-Koordinator Lars Ricken nach der Partie, „nicht viel Phantasie dazu zu erkennen, dass wir da einige gesehen haben, die irgendwann in der Bundesliga spielen werden.“ Dieses Ziel steht über allen Erfolgen. Jacob Bruun Larsen und Christian Pulisic waren die letzten, sie sind die Vorbilder. Die nächsten heißen vielleicht Raschl oder Pherai. Und danach Moukoko und Knauff.

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