BVB-Torjäger Erling Haaland in der Kritik: Keine Schwächen erlaubt

Borussia Dortmund

In seiner Heimat wird Erling Haaland nach dem 0:3 der Norweger von TV-Experten scharf angegangen. Die heftige Kritik am BVB-Stürmer überrascht - schwächere Spiele werden ihm kaum verziehen.

Dortmund

, 29.03.2021, 15:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Torjäger Erling Haaland steht in seiner Heimat Norwegen in der Kritik.

BVB-Torjäger Erling Haaland steht in seiner Heimat Norwegen in der Kritik. © dpa

Erling Haaland stapfte enttäuscht vom Platz, viel gelungen war ihm nicht – und seine Auswechslung nach 62 Minuten war durchaus nachvollziehbar. Norwegen war auf Kurs im ersten Qualifikationsspiel zur WM 2022 gegen Fußball-Zwerg Gibraltar, doch es war nicht das Spiel des 20-jährigen Ausnahmestürmers, der beim 3:0 ohne Treffer blieb und nur wenige Aktionen hatte.

BVB-Torjäger Haaland blieb auch im zweiten Länderspiel blass

Am Wochenende wiederholte sich das Bild, diesmal in einer anderen Konstellation, denn gegen die Türkei gab es beim 0:3 den ersten Rückschlag im Kampf um das direkte WM-Ticket für die Norweger. Haaland blieb erneut blass, verließ frustriert vorzeitig den Platz – und sah sich im Anschluss heftiger Kritik von mehreren norwegischen Fußball-Experten ausgesetzt.

Haaland habe „kapituliert“, ätzte Ex-Profi Bernd Hulsker im norwegischen Fernsehen und spielte auf zwei Szenen an, in denen der Blondschopf Anspiele verpasst und danach resigniert abgewunken habe. Norwegens Ex-Kapitän John Arne Riise rätselte: „Er wird in Dortmund viel dafür gelobt, die Mitspieler emotional mitzureißen, wenn es nicht läuft. Hier ist davon nichts zu sehen“.

Lustlos und resigniert zeigte sich Haaland auch schon beim BVB

Es ist allerdings kein ganz neues Bild, das einer der besten Stürmer Europas in den ersten beiden Länderspielen dieser Dreier-Serie da von sich zeichnete. Die andere Seite von Erling Haaland, die eines hadernden und frustrierten Angreifers, der lustlos wirkt und schnell resigniert, wenn es nicht läuft, die hat man auch in Dortmund erlebt. Als der BVB gegen Mainz nur 1:1 spielte (16 Haaland-Ballkontakte, ein Torschuss) und drei Tage später 1:2 in Leverkusen verlor (23 Ballkontakte, zwei Torschüsse), ähnelten sich die Bilder. In diesen Partien lief das Spiel am Norweger fast komplett vorbei. Als Thomas Meunier in München einen Flachpass in die Mitte zum freistehenden Haaland in die Füße von David Alaba spielte, hob der frustriert und wütend beide Hände in den Himmel.

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Die harsche Kritik in seiner Heimat überrascht dennoch, zeigt vor allem aber die große Abhängigkeit der Norweger von Erling Haaland. In seinen bislang neun Länderspielen traf er schon sechs Mal, zuletzt allerdings im September 2020 in der Nations League beim 1:2 gegen Österreich. Rückendeckung bekam der 20-Jährige daher von seinem Trainer. „Man hätte ihn ein, zwei Mal früher und besser anspielen können“, meinte Stale Solbakken, auch Kapitän Martin Ödegaard nahm sich und die Mitspieler in die Pflicht: „Wir müssen ihn einfach besser einsetzen.“

Hohe Erwartungshaltung an BVB-Stürmer Haaland in Norwegen

Die Deutlichkeit, mit der der Dortmunder Angreifer für seine beiden Auftritte kritisiert wurde, zeigt die hohe Erwartungshaltung, die seine Spiele begleiten. Normale Schwankungen, die ein 20-jähriger und noch längst nicht ausgereifter Fußballer immer haben kann, irritieren, wenn sie bei Erling Haaland auftreten.

Am Dienstag hat er die Chance, die Kritiker schnell zum Verstummen zu bringen. Norwegen muss dann in Montenegro gewinnen, um nicht gleich zu Beginn der langen Qualifikationsmühle ins Hintertreffen zu geraten. Dazu braucht die Mannschaft vor allem Tore ihres zuverlässigsten Knipsers.

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