Der BVB erlebt gegen Wolfsburg eine emotionale Achterbahnfahrt. Nach zähen 90 Minuten bringt Paco Alcacer den Signal Iduna Park in der Nachspielzeit zum Kochen. Die Einzelkritik.

Dortmund

, 30.03.2019, 18:11 Uhr / Lesedauer: 3 min

Roman Bürki: Nach einer knappen halben Stunde war der BVB-Schlussmann erstmals gefordert - und gegen Weghorsts abgefälschten Schlenzer von der Strafraumkante auf dem Posten. Einen Abstoß schoss er unnötigerweise ins Seitenaus, ansonsten musste er nicht weiter in Erscheinung treten. Note: 3,0


Marius Wolf: Einmal mehr Rechtsverteidiger. Hatte defensiv in Durchgang eins alles im Griff, nach vorne blieb er vor der Pause bis auf eine gute Flanke (33.) wirkungslos. Die vielen Laufwege in die Tiefe, die Wolf in den vergangenen Wochen offeriert hatte, gab es dieses Mal nicht. Note: 3,5


Manuel Akanji: Kochte nach 15 Minuten den pfeilschnellen Roussillon ab und bekam Szenenapplaus. Hatte Wolfsburgs Sturmtank Weghorst zusammen mit Zagadou in Hälfte eins bestens unter Kontrolle und agierte gewohnt präzise in der Spieleröffnung. Solider Auftritt des Abwehrchefs. Note: 3,0


Dan-Axel Zagadou: Hatte den ersten Dortmunder Abschluss, als er nach Guerreiros Freistoßflanke knapp am Wolfsburger Tor vorbeiköpfte (8.). Kurz vor der Pause köpfte er dann deutlich weiter am Tor vorbei, obwohl die Torchance deutlich größer war. Doch Guerreiros Freistoß landete nicht auf seiner Stirn, sondern nur auf seiner Schulter - deutlich drüber (41.). Defensiv ohne Fehl und Tadel. Note: 3,0

Abdou Diallo: 46 Ballkontakte in Durchgang eins, dazu 83 Prozent gewonnene Zweikämpfe und 84 Prozent Passquote: Diallo spielte hinten links solide, der gelernte Innenverteidiger ließ allerdings jeglichen Schwung nach vorne vermissen. Nach 50 Minuten war Schluss, der junge Franzose musste aufgrund einer Wadenverletzung vom Feld. Note: 3,5


Axel Witsel: Der Belgier hatte viele Ballaktionen, leistete sich wie gewohnt kaum Fehlpässe, wählte allerdings auch so gut wie immer die sichere Variante. Auf öffnende Diagonalbälle wartete man vergeblich. Witsel schaffte es zu selten, Tempo ins BVB-Spiel zu bringen. Im zweiten Durchgang wurde es etwas besser, aber auch nicht wirklich gut. Note: 3,5


Thomas Delaney: Der Däne gewann vor der Pause nur 17 Prozent seiner Zweikämpfe. Für einen, der Zweikämpfe als seine Lieblingsspeise bezeichnet, ein unappetitlicher Wert. Dazu kam die eine oder andere Ungenauigkeit im eigenen Ballbesitz. Guter Diagonalball auf Sancho (62.), der mal eine Lücke in das Wolfsburger Abwehrdickicht riss. Die zweite Hälfte war besser, aber seinen besten Tag erwischte der Mittelfeldarbeiter nicht. Note: 4,0

Jadon Sancho: Begann dieses Mal auf der linken Offensivseite. Das blieb erstmal ohne positiven Effekt. Nach 27 Minuten versuchte er, alleine alle Wolfsburger auszudribbeln, aber alle Wolfsburger blieben Sieger. Kurz vor der Pause versuchte er es nochmal, doch die Wolfsburger gewannen wieder. In der zweiten Hälfte wechselte er auf die rechte offensive Außenbahn - und hatte die erste gute Chance in Durchgang zwei, scheiterte aber an Casteels‘ Fäusten (62.). Reus als kongenialer Partner in der Offensive fehlte ihm spürbar. Die Vorarbeit zum 2:0 allerdings war Extraklasse. Note: 3,0


Mario Götze: Bekleidete die Zehnerposition, weil Reus als werdender Papa gefordert war. Legte mit seinem feinen Zuspiel in den Strafraum die erste echte BVB-Chance durch Alcacer auf (19.). Seine Flanke kurz vor der Halbzeit segelte an Alcacer und Guerreiro vorbei (43.). Hatte gute Aktionen, hatte aber auch viele Pausen in seinem Spiel. Nach 81 Minuten machte er Platz für Dahoud. Note: 3,5


Raphael Guerreiro: Bekam ganz früh von Mehmedi einen mit. Kam im ersten Durchgang über die rechte offensive Bahn und setzte den einen oder anderen Akzent. Zum Beispiel, als er Götze schön freispielte (19.) oder mit zwei Freistößen zweimal Zagadou fand (8. und 41.). Prüfte Casteels mit einem abgefälschten Schuss aus der zweiten Reihe (72.). Nach Hakimis Verletzung rückte er zurück auf die Linksverteidigerposition in der Viererkette. Note: 3,0

Paco Alcacer: Rechtzeitig fit, um in vorderster Front von Beginn an zu stürmen. Vergab die beste BVB-Chance in Durchgang eins, als er nach Götzes gutem Zuspiel zu hoch zielte (19.). Es war einer von nur 13 Ballkontakten in der ersten Spielhälfte. Ein Freistoß aus der Distanz flog gerade noch so in Richtung Südtribüne. Sein letzter Torschuss, ein Freistoß kurz vor Schluss, sorgte für die Erlösung. 1:0 für den BVB. Dann machte er mit dem 2:0 den Deckel drauf. 90 Minuten fast unsichtbar, 25 Ballkontakte, aber zweimal als Torschütze auf der Anzeigetafel. Teufelskerl. Note: 2,5


Achraf Hakimi: Kam nach 50 Minuten für den angeschlagenen Diallo, fand aber nur schwer ins Spiel und leistete sich die eine oder andere Ungenauigkeit. Nach 73 Minuten musste auch er - aufgrund einer Fußverletzung - wieder runter, deswegen bleibt er ohne Note.


Jacob Bruun Larsen (73. für Hakimi) und Mahmoud Dahoud (81. Für Götze) bleiben aufgrund ihrer Kurzeinsätze ebenfalls ohne Note.

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