Youssoufa Moukoko, Donyell Malen, Erling Haaland und Steffen Tigges: vier unterschiedliche Spielertypen.
Borussia Dortmund

BVB-Stürmer Haaland, Malen, Tigges und Moukoko: Es geht um mehr als nur Tore

Vier Stürmer hat Borussia Dortmund in seinen Reihen, aber nur einer von ihnen trifft regelmäßig. Doch es kommt auf mehr als „nur“ Tore an. Der BVB-Sturm-Check.

Stürmer werden an ihren Toren gemessen. Das war so, das ist so und das wird immer so sein. Macht man das bei Borussia Dortmund, würde die Analyse recht kurz und eindeutig ausfallen. Erling Haaland ist Weltklasse, Donyell Malen, Youssoufa Moukoko und Steffen Tigges noch lange nicht. Doch ganz so einfach ist es nicht. Bei einem Stürmer kommt es eben auf mehr an, als „nur“ Tore. Wir schauen uns die Angreifer von Borussia Dortmund genauer an. Der Sturm-Check.

Erling Haaland macht das BVB-Offensivspiel deutlich flexibler

Wir müssen mit einer Zahl beginnen: 13. So oft hat Erling Haaland in dieser Spielzeit schon in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal getroffen – und zwar in neun Spielen. Lediglich in Freiburg und Amsterdam erzielte der Stürmer keinen Treffer. Sonst trifft er eigentlich, wie er will. Mit links, mit rechts. Neuerdings auch mit dem Kopf, sodass bei Borussia Dortmund plötzlich auch hohe Flanken in den Sechzehner ein Thema sind. Und er ist der Spieler, den alle nach einem Ballgewinn sofort suchen. Entweder, um ihn direkt mit einem Schnittstellenpass in Szene zu bringen oder ihn als Wandspieler zu nutzen, der die Kugel festmachen kann. Mit ihm vorne drin bieten sich dem BVB viele Möglichkeiten, das Offensivspiel ist flexibler.

Dazu kommt seine unbändige Gier, Tore schießen und gewinnen zu wollen, mit der er die gesamte Mannschaft mitreißen kann. Und er reißt noch mehr: Lücken. Denn selbst, wenn Haaland mal nicht trifft, ist der BVB offensiv gefährlicher als ohne ihn. Der wuchtige Stoßstürmer bewegt sich geschickt zwischen den Räumen, bindet einen oder sogar mehrere Gegenspieler und macht so Platz für die aus dem Mittelfeld nachrückenden Kollegen. Er ist die Lebensversicherung von Borussia Dortmund. Wie abhängig der BVB von ihm ist, hat sich in dieser Saison schon mehrere Male gezeigt. Zuletzt in Leipzig, als BVB-Trainer Marco Rose es erneut mit einem vermeintlich spielstarken und schnellen Angreifer als Ersatz versuchte: Donyell Malen.

Donyell Malen nach wie vor ein Fremdkörper im BVB-Spiel

Es war eine der vielen Chancen, die Donyell Malen in dieser Saison schon bekommen hat. Genutzt hat er bislang noch keine einzige. Und das lässt sich so auf seine Torchancen übertragen: In der Bundesliga steht beim Niederländer noch immer die Null. Immerhin in der Champions League gelang ihm ein Treffer gegen Sporting Lissabon. Für einen 30-Millionen-Neuzugang von PSV Eindhoven, der in der vergangenen Saison in Holland immerhin 19 Tore erzielt hat, viel zu wenig.

Dazu kommt, dass Malen schon mit physischen Defiziten beim BVB ankam und diese bis heute wohl noch nicht richtig aufholen konnte. Denn von der angekündigten Sprintfähigkeit war bislang wenig zu sehen.

Und ganz offensichtlich hat er sich immer noch nicht an die neue Umgebung – und die Art des Fußballs – gewöhnt. Er wirkt vielmehr wie ein Fremdkörper, wird oftmals gar nicht richtig mit ins Spiel von Borussia Dortmund eingebunden. Und wenn er mal den Ball am Fuß hat, trifft er oft die falsche Entscheidung.

Aber dann gibt es auch mal diese ganz kurzen Momente, in denen aufblitzt, welches Potenzial in ihm schlummert. Und auch in der Arbeit gegen den Ball hat Malen sichtlich einen Schritt nach vorne gemacht. Man sollte die Hoffnung also trotz schlechter Vorzeichen immer noch nicht aufgeben, dass der Knoten irgendwann platzen könnte.

BVB-Trainer Rose: Tigges kann Haaland noch am ehesten ersetzen

Bei Steffen Tigges ist das schon passiert. Gegen Köln feierte er seinen ersten Treffer für die Profis. „Er ist physisch extrem stark und vom Spielertyp derjenige, der Erling Haaland noch am ehesten ersetzen kann“, lobt Marco Rose den 1,93 Meter großen Stürmer. Soll meinen: Tigges ist ein klassischer Neuner, groß und kantig. Vielleicht nicht der beste Dribbler, dafür aber mit dem richtigen Riecher für das Tor und ungemein kopfballstark.

Und Tigges ist ein Arbeitstier, macht extrem viele Meter, lässt sich nie hängen. Der beste Beweis dafür: Seine Laufleistung in der Champions League gegen Ajax Amsterdam. Selbstverständlich liegen Welten zwischen Haaland und Tigges, dennoch hat er sich weitere Einsätze verdient.

BVB-Nachwuchstalent Youssoufa Moukoko will sich zurückkämpfen

Der einzige BVB-Stürmer, der diese Saison noch komplett ohne Tor geblieben ist, ist Youssoufa Moukoko. Erstmals in seiner Karriere hat der erst 16-Jährige mit Unwägbarkeiten zu kämpfen. Die zwei Verletzungen in diesem Jahr haben ihn sichtlich nach hinten geworfen. „Das war sehr schwer für mich“, sagt er über die Rückschläge. In Sachen Schnelligkeit und Körperlichkeit in Zweikämpfen hat das Nachwuchstalent gegen erfahrene Bundesliga-Spieler in den meisten Fällen das Nachsehen. Doch er wolle „eine ‚Jetzt-erst-Recht-Mentalität‘ entwickeln und bestenfalls noch stärker zurückkommen.“ Die Zeit dafür muss und wird der BVB Moukoko geben.

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