BVB steht gegen Sevilla vor einem Meilenstein - Haaland soll es richten

Champions League

Der 3:2-Vorsprung bietet sportlich eine glänzende Ausgangslage. Doch Verletzungen schwächen den BVB ausgerechnet vor dem K.o.-Spiel in gegen Sevilla. Der Hoffnungsträger heißt Erling Haaland.

Dortmund

, 09.03.2021, 13:00 Uhr

Aus dem Bauch heraus kam die offene, ehrliche Antwort. Erling Haaland überlegte kaum, sondern sagte, was er gespürt hatte und wie er eine der besten Saisonleistungen in den 90 Minuten zuvor mit einem Satz erklären konnte. „Ich hatte das Gefühl“, meinte der BVB-Torjäger nach dem überragenden 3:2 in Sevilla, „dass wir mehr Motivation und Leidenschaft hatten.“ Gerne mehr davon!

Das Viertelfinale ist für den BVB finanziell höchst lukrativ

Flutlicht, Champions-League-Hymne, das Viertelfinale winkt - viel größer kann der Anreiz im europäischen Vereinsfußball nicht mehr werden, meint Michael Zorc. „Das Spiel gegen Sevilla ist für den Klub und für jeden einzelnen Spieler die große Chance, sich unter den acht besten Mannschaften in Europa zurückzumelden“, sagte der Sportdirektor. Sowohl sportlich als auch wirtschaftlich ist das ein großartiges Ziel.“ Zuletzt standen die Dortmunder 2017 im Viertelfinale, das damals überschattet wurde vom heimtückischen Bombenanschlag.

Sportlich schwergewichtig, finanziell höchst lukrativ, weil die UEFA alleine an Prämien 10,5 Millionen Euro für den Einzug in die nächste Runde auszahlt, dazu die glänzende Ausgangsposition mit dem Sieg im ersten Aufeinandertreffen - die Vorfreude in Dortmund vor dem Rückspiel (21 Uhr, live bei Sky) wäre überbordend, wenn da nicht diese Verletzungsmisere zum unpassenden Zeitpunkt wäre.

Das BVB-Offensivspiel fokussiert sich auf Erling Haaland

In Axel Witsel und Manuel Akanji sowie seit voriger Woche Jadon Sancho, Raphael Guerreiro und Giovanni Reyna fehlt eine Handvoll Stammspieler in einer der wichtigsten Phasen des Jahres. Sancho wird noch Wochen fehlen, „bei Gio und Rapha ist es eine Frage von wenigen Tagen“, mutmaßt Trainer Edin Terzic. Immerhin: Thorgan Hazard, der nur Teile des Abschlusstrainings bestritt, soll wieder bereitstehen.

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Die Ausfälle treffen die Borussia an einer empfindlichen Stelle, ohne die kreativen Sancho und Guerreiro fokussiert sich das eigene Offensivspiel mehr denn je auf den 20-jährigen Wunderknaben Haaland. Keine Ausrede, sondern die Gelegenheit für andere, aus dem Schatten hervorzutreten, lautet Terzics Antwort: „Das ist auch immer eine Chance für andere, ihren Wert zu zeigen.“ Er denkt an Hazard, aber sicher auch an Kapitän Marco Reus, die zusätzliche Torgefahr ausstrahlen und mit Pässen und eigenen Läufen in die Tiefe die entstehenden freien Räume nutzen sollen.

BVB-Lizenzspielleiter Kehl: „Da müssen wir uns drauf einstellen“

Neben den Hochgeschwindigkeitsattacken bildete im Hinspiel die aktive, aggressive Arbeit gegen die ballsicheren Spanier die Grundlage für den Teilerfolg. Mit dem Rückstand als Handicap erwartet der BVB die Spanier, die ihre drei jüngsten Pflichtspiele verloren haben, eher noch gereizter. „Die Ausgangsposition ist so, dass der FC Sevilla zwei Tore benötigt“, rechnet Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl vor und folgert: „Sie werden also sehr kampfeslustig anreisen. Da müssen wir uns drauf einstellen.“

In den sehr guten und guten Phasen in den vergangenen Wochen haben die Schwarzgelben das von Terzic proklamierte aktive Verteidigen beherzigt, sie sind entschlossener aufgetreten, kompakter und unbequemer. Nachzufragen beim FC Sevilla. In den schwächeren Phasen wie am Samstag in München ab der 25. Minute „sind wir zu passiv geworden im Spiel gegen den Ball“, erklärte Abwehrchef Mats Hummels, „wenn wir ein Top-Team sein wollen, national wie international, müssen wir uns noch in einigen Punkte steigern.“ Er wird aus der hinteren Reihe darauf drängen, dass die Aufbaupässe präzise gespielt werden, um schneller umschalten und für Entlastung sorgen zu können.

BVB-Trainer Terzic: „Ein gutes Spiel wird nicht reichen“

Gelingt das, erreicht die Borussia mit dem Viertelfinale einen Meilenstein. Mehr als Halbzeit sei im K.o.-Duell aber noch nicht gespielt, warnt Terzic: „Ein gutes Spiel wird nicht reichen, das haben wir in den letzten Jahren am eigenen Leib zu spüren bekommen. Er erwartet einen stärkeren Gegner aus Sevilla - und fordert einen noch besseren BVB. Zeit für eine Extra-Portion Motivation!

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