BVB-Stadion aus Lego: Baumeister Joe Bryant macht ein Versprechen

dzBorussia Dortmund

Der zwölf Jahre alte Joe Bryant hat das Dortmunder Stadion aus Lego-Steinen nachgebaut, die Resonanz ist überwältigend. Er macht ein Versprechen.

Dortmund

, 08.08.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Werden Teenager aus England mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht, geht es meist um den Transfer eines kommenden Superstars. Wechselt nun also nach Jadon Sancho oder Jude Bellingham der nächste Akteur von der Insel zum BVB? In diesem Fall definitiv nicht, auch wenn das Talent von Joe Bryant seines Gleichen sucht. Der Junge aus dem beschaulichen Crawley, gut eine Stunde südlich von London gelegen, baut Bundesliga-Stadien aus Lego-Steinen.

Joe Bryant liebt deutsche Stadien – weil er in Dortmund war

„Angefangen hat alles 2017, als wir zum 18. Geburtstag meines Bruders Harry beim Supercup in Dortmund gewesen sind“, erinnert sich Bryant. „Ich liebe einfach den deutschen Fußball und habe dann entschieden, die deutschen Stadien nachzubauen.“ Insgesamt 13 Stück sind es mittlerweile, der Aufwand ist enorm. Dabei erweist sich nicht nur die Planung als schwierig, sondern auch die Umsetzung.

„Lego-Steine sind nicht dazu gedacht eine Laufbahn oder Kurven wie im Berliner Olympiastadion oder ein Dach wie in Stuttgart zu bauen“, kennt der Engländer mittlerweile die Probleme zu Genüge. Gut sechs bis acht Wochen Zeit benötigt er, dazu rund 6000 Steine. Das bringt natürlich auch Kosten mit sich, über die er aber charmant den Mantel des Schweigens hüllt. „Um die Finanzen kümmert sich mein Vater. Aber er spricht nicht viel darüber, vor allem wenn meine Mutter zuhört.“

Joe Bryant startete eine Abstimmung: Seine Fans wollten das Stadion von Borussia Dortmund

Als Bryant am 29. Mai das Ergebnis seiner Umfrage auf Twitter, Instagram und YouTube bekannt gab, war die Resonanz bereits enorm. Das Stadion von Borussia Dortmund sollte das nächste sein, dem sich der junge Engländer in mühsamer Kleinarbeit widmet. Am Donnerstag veröffentlichte er dann sein jüngstes Meisterwerk und sorgt damit in den sozialen Medien für jede Menge Furore.

„Der Tag war völlig verrückt“, berichtet Joes Vater Phil. Reaktionen aus aller Welt trudelten bei den Bryants ein. Nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Russland oder Argentinien. Bei so viel Aufmerksamkeit überrascht es nicht, dass Joe und seine Familie von dem ein oder anderen Klub bereits eingeladen worden sind. „Das würde in England nie passieren, aber in Deutschland sind alle sehr großzügig und unterstützen mich immer.“

Joe Bryant verspricht: „Das Dortmunder Stadion wird auf keinen Fall abgerissen“

Das Stadion von Werder Bremen steht mittlerweile im vereinseigenen Museum, was Joe nicht nur extrem stolz macht, sondern auch einen netten Nebeneffekt mit sich bringt. Teilweise musste er die Stadien nämlich wieder abreißen, um mit den Steinen neue zu bauen. „Das Dortmunder Stadion wird aber auf keinen Fall abgerissen“, verspricht er. „Es war einfach zu viel Aufwand und mein bisher größtes Projekt.“

Darüber muss er sich aber wohl sowieso keine Gedanken machen, denn bei all dem Echo um sein Bauwerk wird er wahrscheinlich irgendwann vor der Südtribüne seine Version der „Gelben Wand“ präsentieren. Dann kann er nicht nur die Atmosphäre genießen, sondern auch eine Bratwurst. Um die beneidet er die Fans in Deutschland mindestens genauso, wie um die „einzigartige Stimmung“.

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