Der BVB setzt seine Rekordjagd im Revierderby gegen Schalke fort. Die Ausgangslage vor dem 94. Bundesliga-Aufeinandertreffen könnte extremer kaum sein. Die Fakten zum Spiel.

Dortmund

, 27.04.2019 / Lesedauer: 4 min

01.) Eine grandiose Saison: Die Borussia läuft den Bayern weiter im Meisterschaftskampf hinterher , dabei spielt Dortmund eine der besten Spielzeiten der Vereinsgeschichte. Der erneute Einzug in die Champions League steht bereits fest und nur einmal in der Historie hatte der BVB nach 30 Spieltagen eine bessere Bilanz als aktuell. Kurioserweise war das 2015/16 unter Thomas Tuchel, als es trotz 71 Punkten zu diesem Zeitpunkt aber nicht zum Titel reichte. Einen kleinen Mutmacher aus der Historie gibt es noch: Bei seinen letzten beiden Meisterschaften 2010/11 und 2011/12 hatte der BVB nach 30 Runden die gleiche Bilanz vorzuweisen wie aktuell (also jeweils 21 Siege, sechs Remis und drei Niederlagen).

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02.) Dortmunder Heimmacht: Schalke holte auswärts in dieser Saison mehr Punkte (14) als zu Hause (13), ob diese vermeintliche Stärke aber beim BVB ziehen wird? Immerhin muss der S04 heute beim besten Heimteam der Liga antreten, das als einziges zu Hause noch nicht verloren hat. Und Dortmund will einen Vereinsrekord: 13 Heimsiege stehen bislang zu Buche, Nummer 14 wäre Einstellung der BVB-Saisonhöchstleistung.


03.) Meilenweit entfernt: Aktuell trennen den Tabellenzweiten aus Dortmund und den 15. aus Gelsenkirchen 13 Plätze sowie 42 Punkte - diese Abstände sind vor einem direkten Duell extrem und historisch. Zum Zeitpunkt des Aufeinandertreffens lagen zuletzt im März 1983 so viele Plätze zwischen den Revier-Rivalen, damals forderte der Vorletzte Schalke zu Hause den Vierten Dortmund und verlor am Ende mit 1:2. So viele Punkte Unterschied zwischen beiden Klubs gab es vor einen Duell im Zeitalter der Drei-Punkte-Regel noch nie!

04.) Legt der BVB nach? Das Hinspiel in Gelsenkirchen entschied Dortmund mit 2:1 für sich, Thomas Delaney hatte sein Team mit seinem ersten Tor im BVB-Dress in Front gebracht, Daniel Caligiuri per Strafstoß ausgeglichen, doch Jadon Sancho sorgte am Ende für einen verdienten Erfolg der Gäste. Die Schwarzgelben wollen nun natürlich nachlegen und erstmals seit der Meistersaison 2011/12 wieder beide Duelle einer Bundesliga-Saison gegen den Erzrivalen gewinnen (damals übrigens auch am 14. und 31. Spieltag). Insgesamt gab es bislang sieben Bundesliga-Spielzeiten, in denen der BVB beide Partien gegen Schalke gewann (2011/12, 1996/97, 1982/83, 1977/78, 1966/67, 1965/66 und 1964/65).


05.) Vorteil BVB: Zum 94. Mal treffen Dortmund und Schalke in der Bundesliga aufeinander und insgesamt hat der BVB in der Bilanz die Nase vorne (33:31 Siege). Von den vergangenen acht Derbys gewann Schalke nur eins, im April 2018 zu Hause mit 2:0. In Dortmund hat der S04 seit Oktober 2012 nicht mehr gewonnen (damals 2:1) - es war das bisher letzte Derby, in dem Huub Stevens Schalke-Coach war …


06.) Überragender Reus: Nicht nur Mario Götze profitierte zuletzt von der Galaform des Marco Reus, auch ganz Dortmund schulterte der Offensivmann eindrucksvoll. In Freiburg zeigte er wieder sein ganzes Repertoire, bereitete zwei Treffer mustergültig vor, traf einmal selbst und war zum dritten Mal in dieser Saison an drei Treffern beteiligt. Reus, der zum fünften Mal in seiner Karriere in einer Spielzeit auf eine zweistellige Anzahl an Toren und Assists kommt, ist auf Rekordkurs: Mehr als seine aktuellen 16 Treffer markierte er in einer kompletten Saison nur 2011/12, als er noch für Mönchengladbach stürmte (damals 18 Treffer). Gegen den S04 ist seine Bilanz noch ausbaufähig, im BVB-Trikot traf Reus in sieben Derbys nur einmal (zu Hause im März 2014).

07.) Einzigartiger Youngster: Reus ist in dieser Bundesliga-Saison der beste Scorer mit deutschem Pass, vor ihm liegen nur Bayer-Star Robert Lewandowski und der fulminante BVB-Teamkollege Jadon Sancho. Der erst 19-jährige Engländer kommt auf elf Treffer und 18 Assists - vor ihm war kein anderer so junger Spieler in einer Bundesliga-Saison an so vielen Toren beteiligt! Gegen Freiburg traf er bereits zum sechsten Mal zum 1:0, nur Hoffenheims Andrej Kramaric erzielte öfter das erste Tor eines Spiels (sieben mal).

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