BVB-Profi Nico Schulz: Es kann eigentlich nur besser werden

dzSaisonbilanz

Mit großen Hoffnungen ist Nico Schulz im vergangenen Sommer zu Borussia Dortmund gewechselt - und erlebte eine BVB-Saison zum Vergessen. Die Frage lautet: Neustart oder Abflug?

Dortmund

, 15.07.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Knapp 22.000 Euro pro gespielter Minute. Das ist das Ergebnis, wenn man die Ablösesumme in Höhe von 25,5 Millionen Euro, die der BVB an die TSG 1899 Hoffenheim für Nico Schulz im vergangenen Sommer überwiesen hat, durch die Anzahl seiner Pflichtspielminuten (1164) in der Saison 2019/20 teilt.

Nico Schulz wollte sich beim BVB für den DFB empfehlen

Nationalspieler Nico Schulz hatte sich das ganz anders vorgestellt. Mit Läufen in die Tiefe wollte der linke Außenverteidiger die BVB-Offensive unterstützen, sich im Trikot des Vizemeisters Borussia Dortmund für die anstehende Europameisterschaft bei DFB-Coach Joachim Löw empfehlen.

Das ging gründlich schief. „Ich weiß nicht, woran es gelegen hat. Ich weiß nur, dass ich in den ersten Monaten nicht den besten Fußball gespielt habe, den ich spielen kann“, meinte Schulz kurz vor Ende der Hinrunde selbstkritisch. Insgesamt verpasste er 28 Spiele in der Saison 2019/20. Sechs alleine im Herbst wegen einer Fußverletzung, die er sich bei der Nationalmannschaft zugezogen hatte, und fünf weitere wegen einer Muskelverletzung nach dem Re-Start der Bundesliga. Die 17 übrigen Partien verbrachte er auf der Bank oder stand erst gar nicht im Kader - wie im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League in Paris am 11. März.

Raphael Guerreiro läuft Nico Schulz beim BVB den Rang ab

Für Schulz verschärfend hinzu kam die gute Form von Raphael Guerreiro. Der Portugiese spielte eine grandiose Saison, ist auf der linken Seite gesetzt. Alleine in der Bundesliga kam Guerreiro bei 29 Spielen auf zwölf Scorerpunkte, Schulz glang nur einer in elf Spielen.

BVB-Profi Nico Schulz: Es kann eigentlich nur besser werden

© Deltatre

Auch die Umstellung auf die Dreier- bzw. Fünferkette im Herbst konnte Schulz nicht helfen. Das neue System hätte ihm eigentlich in die Karten spielen müssen - er hatte die Position auf der linken Seite im identischen System bei der TSG Hoffenheim ideal ausgefüllt. Schulz war beim BVB gefangen zwischen Offensivdrang und Defensivaufgaben. Der Befreiungsschlag lässt weiter auf sich warten.


Perspektive für die Saison 2020/2021: Neustart oder Abflug? Nico Schulz wäre nicht der erste Spieler, der etwas länger braucht, um bei seinem neuen Klub anzukommen. Zudem spricht die Ablöse gegen einen Wechsel - laut „transfermarkt.de“ liegt der aktuelle Marktwert von Nico Schulz bei 12 Millionen Euro. Landet wider Erwarten ein attraktives Angebot auf dem Tisch der BVB-Bosse, käme man aber sicherlich ins Grübeln.

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