BVB-Profi Nico Schulz: Dritte Reihe links – EM-Teilnahme in Gefahr

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Nico Schulz sammelt beim DFB ein paar Spielminuten, bevor er nach Hause geschickt wird. Beim BVB ist er hinten links nur die Nummer drei in der Rangfolge. Die Aussicht ist nicht gut.

Dortmund

, 12.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nico Schulz durfte mal wieder richtig kicken, und zwar so, wie es jeder Fußballer am liebsten mag: elf gegen elf, in Trikots, mit einem richtigen Schiedsrichter und unter Flutlicht. Was für einen Fußballprofi eigentlich nach Alltag und Routine klingt, ist für Schulz zu einem seltenen Genuss geworden. 2020 ist für den 27-Jährigen, damit dürfte er immerhin nicht alleine sein, ein Jahr zum Vergessen. Beim 1:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Tschechische Republik schenkte ihm Bundestrainer Joachim Löw am Mittwochabend gute 20 Minuten Spielzeit – und es ließ sich in diesen Minuten durchaus erkennen, dass Schulz in dieser Saison bislang nur sehr wenig Einsatzzeit gesammelt hat.

Nico Schulz spielt bei Borussia Dortmund fast gar nicht

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Bei Borussia Dortmund, Schulz‘ Klub, sind es nur 29 Minuten, 23 beim 2:3 im Supercup gegen Bayern München Ende September, sechs beim 4:0 gegen den SC Freiburg Anfang Oktober. Der Rest der noch jungen Spielzeit ist geprägt von Verletzungspausen (erst ein Schlag auf die Wade, dann ein Muskelfaserriss) und tristem Reservisten-Dasein. Schulz‘ bis dato letzter Einsatz für den BVB von Beginn an und über 90 Minuten datiert vom 4. Februar. Es wurde ein 2:3 gegen Werder Bremen im DFB-Pokal-Achtelfinale.

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Beim Blick auf die Entwicklung des Linksverteidigers in seinem Verein überrascht es eigentlich, dass Löw dem gebürtigen Berliner noch immer die Treue hält. In der Nationalmannschaft durfte Schulz, der am Donnerstag allerdings vorzeitig nach Hause geschickt wurde, um im Kader Platz für Leroy Sané, Serge Gnabry und Leon Goretzka zu schaffen, die am Mittwochabend noch nicht zum DFB-Aufgebot gezählt hatten, seit der Sommerpause immerhin gut 90 Minuten spielen. Das ist dreimal so lang wie bei Borussia Dortmund – und doch schwinden Schulz‘ Chancen auf die Europameisterschaft im kommenden Sommer freilich von Bundesliga-Spieltag zu Bundesliga-Spieltag, wenn er beim BVB weiterhin keine Rolle in Lucien Favres Planungen spielt.

BVB-Verteidiger Nico Schulz war kein Schnäppchen

Die Situation ist dabei für alle Seiten unbefriedigend, aber Besserung ist nicht in Sicht. Der zwölfmalige Nationalspieler, der 2019 für stolze 25,5 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim zum BVB wechselte und damit in den Top Ten der teuersten BVB-Neuzugänge der Vereinsgeschichte rangiert, ist auf der linken Abwehrseite aktuell nur die Nummer drei in der Rangordnung hinter Platzhirsch Raphael Guerreiro und dem wiederentdeckten Eigengewächs Felix Passlack. Im gesamten Jahr 2020 kommt Schulz beim BVB nur auf 148 Minuten Spielzeit – und es deutet sehr wenig darauf hin, dass noch viele dazukommen werden. Vielleicht wird 2021 ja besser. Auch mit dieser Hoffnung dürfte Schulz nicht alleine dastehen.

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