BVB-Profi Manuel Akanji im Fokus: „Schweiz muss sich nicht verstecken“

dzBorussia Dortmund

Manuel Akanji steht im Fokus beim Länderspiel der Schweiz gegen Deutschland. Gewohnt selbstbewusst will der Abwehrspieler von einem Status als Außenseiter nichts wissen.

Dortmund

, 05.09.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Schweizer Auswahl steckt ähnlich viel Bundesliga wie in der deutschen Nationalmannschaft, manchmal sogar mehr. Beim 1:2 in der Ukraine standen am Donnerstag elf Spieler in der Startformation, die derzeit in der Bundesliga spielen oder dort schon aktiv waren. Von einem Status als Außenseiter, gar einem Minderwertigkeitskomplex könne auch deshalb keine Rede sein vor dem direkten Duell der Nachbarländer am zweiten Spieltag der Nations League, sagen die Eidgenossen.

BVB-Profi Manuel Akanji gibt sich selbstbewusst vor Länderspiel Schweiz – Deutschland

„Nein“, sagt Borussia Dortmunds Innenverteidiger Manuel Akanji auf die Frage zur ungleichen Rollenverteilung entschieden. „Nur weil wir ein kleines Land sind, müssen wir uns vor Deutschland nicht verstecken.“

Das passt zu Akanjis grundsätzlich selbstbewusstem Auftreten. Auch die unglückliche 1:2-Niederlage in der Ukraine, bei der die Schweizer trotz großer Spielanteile und einem dominanten Auftreten schlussendlich ohne Punkte dastanden, hat daran nichts geändert.

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Man habe, erklärte Akanji, doch deutlich gespürt, dass Wettkampfpraxis gefehlt habe: „Wir haben die Flanken und den letzten Pass nicht so super gespielt, wir haben unsere Überzahlsituationen nicht gut genug ausgespielt.“ Es fehlte an Feinabstimmung, um aus der Überlegenheit auch Kapital zu schlagen. Die Ukrainer profitierten wiederum von einer nahezu perfekten Chancenverwertung und einem Patzer von Torhüter Yann Sommer. „Trotzdem war viel Gutes dabei“, meint Akanji.

BVB-Duell in der Nations League: Manuel Akanji gegen Julian Brandt und Emre Can

Der 25-Jährige selber agierte in seinem 23. Länderspiel in der Abwehrformation als zentraler Mann in einer Dreierkette und zeigte eine sehr solide Vorstellung. Für Akanji und Co. wartet nun in Basel beim Aufeinandertreffen mit seinen Vereinskollegen Julian Brandt und Emre Can („Wir haben keine Wetten abgeschlossen, das machen wir vielleicht zum Rückspiel“) ein vermutlich noch stärkerer Gegner, obwohl auch die personell geschwächte deutsche Mannschaft mit ihren Problemen zu kämpfen hat.

„Das wird ein ganz anderes Spiel“, vermutet Akanji im Schweizer Fernsehen SRF, „die Deutschen werden mehr mitspielen.“ Auf das Tempo der deutschen Angreifer um Timo Werner macht er sich gefasst. „Wir sind beim Tempo aber auch nicht so schlecht, ich versuche mitzuhalten.“ In der Bundesliga kommt der 1,87 Meter große Verteidiger auf einen Top-Speed von mehr als 33 km/h, für einen Defensivspieler ein sehr guter Wert.

Schweiz gegen Deutschland: BVB-Verteidiger Akanji steht im Fokus

In Dortmund kennt man den Schweizer als einen schnellen und zweikampfstarken Abwehrspieler mit gutem Passspiel und großem Potenzial, dessen Gesamteindruck unter manchen Konzentrationsfehlern leidet. Akanji arbeitet intensiv an und mit sich, sagt er selber in einem Blog bei Watson: „Ich selber habe einen sehr selbstkritischen Ansatz. Wenn ich im Spiel eine schlechte Aktion habe, analysiere ich im Nachhinein ausführlich, weshalb ich die falsche Entscheidung getroffen habe. Nur das bringt mich weiter und macht mich schlussendlich besser.“

Wenn die Schweiz also am Sonntagabend im Sankt-Jakob-Park in Basel auf die DFB-Auswahl trifft, steht Akanji gewiss wieder im Fokus. Über eine starke Abwehrleistung würden sich auch viele in Deutschland freuen, vor allem die BVB-Fans.

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