BVB ohne Fans nach Hoffenheim? Reaktionen zum Hopp-Urteil: „Dämlich“ oder „Domestizierung“

Borussia Dortmund

Die Reaktionen auf die Blocksperre für die BVB-Fans in Hoffenheim fallen unterschiedlich aus. Borussia Dortmund äußert sich noch nicht zur Kollektivstrafe.

Dortmund

, 21.02.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunder Fans halten ein Transparent mit dem Konterfei von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp unter einem Fadenkreuz in die Höhe. (Archiv)

Dortmunder Fans halten ein Transparent mit dem Konterfei von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp unter einem Fadenkreuz in die Höhe. (Archiv) © picture alliance/dpa

Borussia Dortmunds Fans dürfen drei Jahre lang nicht zu den Auswärtsspielen nach Hoffenheim reisen, das ist eine Zäsur im deutschen Fußball und dem Umgang. Während das offizielle Urteil des DFB-Sportgerichts nach Informationen dieser Redaktion am Freitag gefällt wird, werden das Strafmaß mit seiner neuerlichen Kollektivstrafe sowie der Umgang mit den Fans in der Szene heiß diskutiert.

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Der BVB selber hielt sich am Donnerstag noch mit einer Einschätzung zurück. „Der Strafantrag ist eingegangen, wir haben heute Mittag [am Donnerstag] schriftlich Stellung bezogen. Da es sich um ein schwebendes Verfahren handelt, werden wir uns darüber hinaus nicht zu Wort melden – bis es eine Faktenlage gibt“, teilte der Klub mit. Einige Details möchte der Verein gerne noch zu seinen Gunsten verändert wissen, aber am Grundsatz der Sanktion wird sich nichts ändern.

Reaktionen der BVB-Fans fallen unterschiedlich aus

Im Netz fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. „Manche schwachsinnigen Idioten lernen es nie, deshalb werden jetzt alle BVB-Fans bestraft. Die Strafe ist aber leider verdient, sich immer wieder so zu verhalten einfach nur dämlich“, schreibt „Tobi 1909“ zu unserer Berichterstattung. Viele Aussagen gehen in diese Richtung. Durch die Kollektivstrafe würden Tausende Unbeteiligte in Mitleidenschaft gezogen für Vergehen einiger weniger, argumentiert „Michael D.“

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Gänzlich anders kommentiert „11 Freunde“-Autor Philipp Köster die Lage. Er sieht in der Causa Hopp einen „entscheidenden Schritt in der Domestizierung der Fankurven“ und schreibt von „vielfältigen Bemühungen des Fußballestablishments, endlich die renitenten Fanblöcke unter Kontrolle zu bekommen, deren Proteste seit jeher die Geschäfte mit dem Fußball vermiesen“.

Hopp wollte sich zunächst nicht zum Urteil äußern

TSG Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp wollte sich am Donnerstag nicht äußern. Sein Anwalt Dr. Christoph Schickhardt will erst Stellung nehmen, wenn das Urteil durch den DFB auch offiziell verkündet ist. Aktuell sind noch mehrere Strafverfahren gegen Zivilpersonen aus dem BVB-Umfeld vor dem Landgericht Heidelberg anhängig.

Auch beim Spiel Borussia Dortmund gegen den SC Freiburg kam es zu Schmähgesängen gegen Dietmar Hopp – der Schiedsrichter drohte sogar mit einem Spielabbruch.

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