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Keine Bundesliga-Mannschaft ist erfolgreicher von der Bank, 18 verschiedene Torschützen verleihen dem BVB-Angriff eine Unberechenbarkeit. Nur in einem Bereich rangiert Dortmund auf einem Abstiegsplatz. Die Offensive in der Saisonanalyse.

Dortmund

, 26.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Wo (und wie) Borussia Dortmund am Ende die zum Greifen nahe Deutsche Meisterschaft verspielt hat, darüber lässt sich trefflich streiten. Dass der BVB in der abgelaufenen Saison über eine meisterhafte Offensive verfügt hat, ist hingegen unstrittig. Die Statistiken, in der jede Aktion festgehalten ist und analysiert werden kann, bestätigen die gefühlte Wahrheit. In vielen Bereichen hat die Borussia Maßstäbe gesetzt, in den wenigsten ist sie nur Mittelmaß.

Jeder sechste Abschluss sitzt

Die reine Torausbeute (81 Treffer) wird nur von den Bayern (88) getoppt, bemerkenswert in diesem Bereich: Borussia Dortmund benötigt von allen Teams der Liga die wenigsten Torschüsse für einen eigenen Treffer (6). Hinter den Bayern ist der BVB die Mannschaft gewesen, die die meisten Großchancen herausgespielt hat, wie die Münchner auch aber hat sie vor dem Tor viel liegen gelassen. 41 Großchancen vergaben die Bayern, schlechter war keine Mannschaft, mit 28 ist der BVB dieser speziellen Tabelle nur unwesentlich besser.

Die Statistiken geben ausführlich darüber Auskunft, wie der BVB sein Spiel unter Trainer Lucien Favre verändert hat. Jürgen Klopp entwickelte dereinst das überfallartige Umschaltspiel bis hin zur Perfektion, Thomas Tuchel kombinierte es mit deutlich mehr Ballbesitz. Bei Favre genießt die abgesicherte Vorbereitung der eigenen Angriffe höchste Priorität. Hinter den Bayern (88,9 Prozent) hat die Borussia die zweithöchste Passquote (88,4) mit dem dritthöchsten Ballbesitzanteil.

Nur fünf Treffer aber hat der BVB durch grobe Gegner des Fehlers erzielt, nur zwölf nach Kontersituationen. Möglichst schnell zum gegnerischen Tor zu kombinieren, ist nicht mehr das primäre Ziel. Die Mannschaft soll situationsabhängig reagieren.

Die wenigsten Abschlüsse, aber die beste Trefferquote

Auffällig ist, wie stark der Kombinationsfußball bei Borussia Dortmund ausgeprägt ist. Obwohl der BVB die zweitmeisten Weitschusstreffer (11) erzielt hat, spielt er sich doch zumeist über das Zentrum in den gegnerischen Strafraum vor. So kommt es zu der kuriosen Statistik, dass Dortmund die Mannschaft ist, die die wenigsten Torschüsse durch Stürmer (100) abgegeben hat, gleichzeitig aber die beste, was die Trefferquote der Angreifer angeht.

Borussia Dortmunds beste Scorer Jadon Sancho (12 Tore, 18 Torvorlagen) und Marco Reus (17/12) werden in der Statistik übrigens als Mittelfeldspieler geführt und tauchen daher dort nicht auf. Dem System mit einem spielerischen Neuneinhalber (und dadurch fehlender Körperlichkeit im Zentrum) ist auch die geringe Zahl an Flanken aus dem Spiel heraus geschuldet. Nur Schalke 04 schlug weniger Flanken (245) als die Borussia (259).

81 Treffer verteilen sich auf 18 verschiedene Spieler

Der BVB, der nur ein Heimspiel verlor (2:4 gegen Schalke) und in jedem mindestens zwei Treffer erzielte, hat dafür den ruhenden Ball als Stilmittel entdeckt. 16 Treffer erzielten Marco Reus und Co. nach Standardsituationen, darunter waren drei direkt verwandelte Freistöße - eine Spezialität vor allem von Paco Alcacer, der den BVB auch in einer anderen Statistik auf Platz eins geschossen hat: 17 Jokertore waren in der abgelaufenen Saison unerreicht. Dass 18 verschiedene Schützen für die 81 Treffer verantwortlich waren, ist ebenfalls Ligaspitze.

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