BVB musste ein weitreichendes Zeichen setzen

Der Kommentar

Ob die Kollektivbestrafung der Mehrheit der friedlichen Südtribünengänger nun verhältnismäßig ist oder nicht, das ist unter den betroffenen Fans eine verständliche, dennoch aber eine zweitrangige Diskussion. Vielmehr ging es darum, ein weitreichendes Zeichen zu setzen. Unser BVB-Reporter Dirk Krampe kommentiert.

DORTMUND

, 13.02.2017, 13:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
BVB musste ein weitreichendes Zeichen setzen

Die Südtribüne wird beim Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am kommenden Samstag leer bleiben.

Nach den nicht zu tolerierenden Schmähgesängen und unzähligen verunglimpfenden Bannern im Spiel gegen RB Leipzig, die sich über die gesamte Fläche der "Gelben Wand" zogen, ging es auch für Borussia Dortmund jetzt darum, ein weitreichendes Zeichen zu setzen. Daher war es alternativlos, dem Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses in vollem Umfang zuzustimmen.

Seit 2013 unter Beobachtung

So schmerzhaft und kompliziert es sein wird, am Samstag ein Bundesliga-Spiel mit der leeren Tribüne im Rücken oder vor sich bestreiten zu müssen, war mit den Vorfällen gegen Leipzig jedoch endgültig eine Grenze überschritten. Seit 2013 bereits steht der BVB im Visier der DFB-Justiz, seit seinerzeit im Derby auf Schalke Dortmunder Chaoten Pyrotechnik in andere Blöcke und sogar auf den eigenen Torhüter Roman Weidenfeller schossen.

Seit jenem 26. Oktober übrigens hängt die Androhung eines Teilausschlusses der Fans schon wie ein Damokles-Schwert über der Borussia. Und Szenen, die man im Stadion nicht sehen möchte, gab es auch danach in nicht seltener Zahl.

Nicht "irgendwie weiter"

Es ist daher gut, dass auch der Verein mit der Zustimmung zu diesem harten Urteil signalisiert, dass es ein "irgendwie weiter" nicht geben kann. Weitgehend machtlos musste man registrieren, wie ein harter Kern an brutalen Schlägern innerhalb der "Süd" die große Masse friedlicher Fußball-Anhänger kontrollierten konnte.

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Vielleicht ist dieses Urteil nun der Anstoß für den "Aufstand der Anständigen", wie ihn DFB-Präsident Reinhard Grindel gefordert hat.

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