BVB-Lizenzspielleiter Sebastian Kehl: „Werden am Dienstag entscheiden, wie es weitergeht“

dzBorussia Dortmund

Beim BVB ruht aufgrund der Verbreitung des Coronavirus bis Dienstag der Ball. Der Verein will sich auf alle möglichen Szenarien vorbereiten, die Spieler erhalten klare Ratschläge.

Dortmund

, 15.03.2020, 14:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Trainingszentrum von Borussia Dortmund im Ortsteil Brackel sind die Auswirkungen der Corona-Krise am Samstag nicht zu übersehen. Der Vorplatz an der Zufahrt ist wie leergefegt, die Parkplätze verwaist. Hier, wo sonst immer reger Betrieb herrscht, schallen neben den Geräuschen von der naheliegenden Baustelle, wo fleißig am neuen Geschäftsstellentrakt gebaut wird, nun auch die Rufe vom Haupttrainingsplatz ungefiltert herüber. Die Profis des BVB trainieren am Vormittag. Sie sind die einzigen auf dem weitläufigen Gelände. Alle anderen Abteilungen und Mannschafen haben den Betrieb vorrübergehend eingestellt.

Nach der Absage des 26. Spieltags, der auch das Revierderby zum Opfer gefallen ist, und der nun folgenden Saisonunterbrechung zunächst bis zum 2. April versucht man auch bei Borussia Dortmund mit der ungewohnten Situation klar zu kommen. Als die Spieler nach der Einheit in ihren PKW das Gelände verlassen, stehen ihnen zwei freie Tage ins Haus. „Wir sehen sie am Dienstag wieder und werden dann entscheiden, wie es weiter geht“, sagte Lizenzspielleiter Sebastian Kehl am Sonntag im Gespräch mit dieser Redaktion.

Coronavirus: Der BVB gibt seinen Spielern klare Ratschläge mit

Nicht alle Bundesligisten reagieren einheitlich auf die Zwangspause. In Leipzig zum Beispiel hat Trainer Julian Nagelsmann der Mannschaft sogar eine knappe Woche frei gegeben, die BVB-Profis aber haben auch aus ihrem Kreis heraus erklärt, im normalen Rhythmus bleiben zu wollen. Wie es sein wird, dann mindestens drei Wochen nur zu trainieren, ohne Wettkampf, ohne große Abwechslung, wie man über eine so lange Zeit die Spannung einigermaßen aufrecht erhalten kann, das vermag niemand zu prognostizieren. Über derlei Erfahrungswerte verfügt niemand.

„Das bedeutet, Sozialkontakte auf ein Minimum zu beschränken, Reisen nicht anzutreten und zu Hause bleiben.“
Sebastian Kehl

Auch der BVB hat seinen Spielern Ratschläge für das normale Leben außerhalb des Trainingskomplexes mitgegeben. „Wir haben den Spielern die gleichen Empfehlungen mitgegeben, wie sie auch die Gesellschaft bekommen hat und wollen unseren Beitrag leisten“, so Kehl. „Das bedeutet, Sozialkontakte auf ein Minimum zu beschränken, Reisen nicht anzutreten und zu Hause bleiben.“

Einige Spieler der Borussia äußerten sich über ihre sozialen Kanäle zu der ungewohnten Situation. Axel Witsel postete: „Die Gesundheit kommt zuerst im Moment, der Fußball wird zurückkommen, wenn die Zeit dafür richtig ist. Bleiben Sie gesund und sicher!“ Abwehrchef Mats Hummels forderte in einem Video zu Blutspenden auf. Ansonsten herrscht auch im Team des BVB die Devise, möglichst normal mit den außergewöhnlichen Umständen umzugehen.

BVB-Boss Watzke reist am Montag zur DFL-Vollversammlung

Ob dann wie aktuell geplant am 4. April die Partie gegen den FC Bayern in Dortmund gespielt werden kann, und wenn ja mit oder ohne Zuschauer, darüber kann heute niemand eine verlässliche Prognose abgeben. „Die Entwicklung verläuft sehr rasant, das hat man die den letzten Tagen deutlich gesehen“, sagt Kehl. „Aber wir versuchen natürlich, so gut wie nur möglich auf alles vorbereitet zu sein.“

Am Montag treffen die Profiklubs zur DFL-Vollversammlung zusammen. Vom BVB ist Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in Frankfurt dabei. Dort wird die Aussetzung des Spielbetriebs zunächst bis zum 2. April auch formell beschlossen werden.

Vielen Klubs droht ein massiver finanzieller Engpass

Es wird aber auch um finanzielle Aspekte der Zwangspause gehen. Nach dem 26. Spieltag wäre eigentlich die nächste Tranche aus dem Fernsehvertrag fällig gewesen, dieses Geld wird zunächst nicht fließen. Da der Liga an jedem nicht gespielten Spieltag rund 70 Millionen Euro an Geldern verloren gehen, droht nicht wenigen Klubs ein echter finanzieller Engpass.

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