BVB-Kapitän Marco Reus nimmt sich und seine Mitspieler in die Pflicht

dzBorussia Dortmund

Im zweiten Jahr als BVB-Kapitän nimmt Marco Reus sich und seine Mitspieler in die Pflicht. Der 30-Jährige weiß, dass ihm nicht mehr allzu viele Anläufe auf den Meistertitel bleiben.

Dortmund

, 11.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Als er nach seinem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub vom Gelände fährt, erfüllt Marco Reus noch den besonderen Wunsch eines Fans. Er unterschreibt auf der Motorhaube seines Autos, wie das zuvor auch Mats Hummels und Julian Brandt schon getan hatten. Der Fan ist glücklich.

Verpasste Meisterschaft ist für Reus Mahnung und Ansporn

Die leichte Sommerbräune ist nicht zu übersehen, die große Motivation ist zu spüren: Reus ist am Mittwoch mit den anderen Nationalspielern der Borussia in die Vorbereitung eingestiegen, in seiner zweiten Saison als Kapitän der Borussia ist das Ziel klar vorgegeben. Auch aus der Mannschaft heraus, sagt Reus, gebe es die klare Erwartungshaltung, möglichst bis zum Schluss um den Titel mitspielen zu wollen. Und es am Ende dann noch ein kleines Stück besser zu machen als in der vergangenen Saison, die für den BVB viele sportlich große Momente, aber eben auch ein tragisches Ende bereithielt.

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BVB-Kapitän Marco Reus über Ziele und Neuzugänge

Die verpasste Meisterschaft, sie ist für Marco Reus Mahnung und Ansporn zugleich. Nicht viel hat gefehlt, auf die erkannten Schwachstellen hat Borussia Dortmund mit zum Teil spektakulären Neuverpflichtungen punktgenau reagiert – kein Wunder, dass auch Reus zur Attacke bläst. „Aufgrund der letzten Saison und den Neuverpflichtungen, die wir getätigt haben, muss unser Ziel sein, ganz oben zu stehen und auch im Pokal und der Champions League besser abzuschneiden“, sagt er - und fügt noch an: „Aber natürlich muss alles passen.“

Konstanz ist für Reus das Schlüsselwort

Auch Reus hat gelernt aus der Saison 2018/19. Er will verstärkt darauf achten, dass die Ablenkung vom großen Ziel so gering wie möglich ist, dass der Fokus beibehalten wird. „Konstanz“ ist das Schlüsselwort. „Wenn wir die Rückrunde so gespielt hätten wie die Hinrunde, hätten wir es geschafft.“ Die Partien der Rückserie ließen sich leicht einteilen: Einige gute Phasen zwischendurch, aber auch indiskutable Leistungen wie in München („Die Art und Weise, wie wir dort verloren haben, war erschreckend“), und unerklärliche Schwankungen innerhalb einiger Spiele. Es sei ein lehrreiches Jahr gewesen, und wenn es dem BVB gelingt, daraus die richtigen Ableitungen zu finden, sieht auch Reus die Borussia mindestens ebenbürtig und für den Titelkampf gerüstet.

Der Kapitän hat sich stark gemacht für die Verpflichtung von Julian Brandt, er hat sich sogar intensiv in das Werben um den Leverkusener Nationalspieler eingeschaltet. „Es war auch mein Ziel, ihn vom BVB zu überzeugen. Ich habe ihm erklärt, dass hier alles da ist, was er braucht. Ein gutes Umfeld, die Art von Fußball, die er gerne spielt.“ Im Urlaub erreichte Reus dann die Nachricht, dass auch die Rückkehr von Mats Hummels perfekt sei. Zwei Transfers, die für Aufsehen gesorgt haben. „Jeder Spieler, der uns qualitativ weiterbringt, ist wichtig für uns“, sagt Marco Reus. „Und Mats bringt sehr viel Qualität mit. Wir erhoffen uns viel von ihm.“

Reus sieht den neuen Kader „gut aufgestellt“

Ohne dass Reus das direkt ausspricht: Auch aus seiner Sicht könnte Hummels das fehlende Puzzle-Teilchen für die Titelträume der Borussia sein. Dass sein Vorgänger als Kapitän dieser Mannschaft nun zurückkehrt, ist ein interessanter Fakt, vor allem wenn man bedenkt, dass Hummels auch immer ein Wortführer war - eine Konstellation, die aus Reus‘ Sicht aber kein Konfliktpotenzial birgt. Es sei immer wichtig, wenn mehrere Spieler in den eigenen Reihen eine gewisse Persönlichkeit und Führungsqualität mitbrächten, sagt er. „Ich wüsste nicht, warum es da Probleme geben sollte.“ Er wird der Kapitän bleiben, Mats Hummels steht allein aufgrund seiner riesengroßen Erfahrung als weiterer Wortführer hinter ihm.

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Die Voraussetzungen seien gut, findet Marco Reus. Er wirkt zufrieden mit dem Transfer-Sommer der Borussia, „der Kader, wie er jetzt ist, ist gut aufgestellt.“ Ab sofort sei die Mannschaft am Zug. „Es liegt an uns, ob wir es schaffen, ganz oben zu stehen“, sagt Reus. „Je mehr wir uns ablenken lassen und auf andere gucken, desto mehr beeinträchtigt uns das in der Art und Weise, wie wir spielen wollen.“

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