Thorgan Hazard will Borussia Mönchengladbach verlassen. Er wird seinen Vertrag bei den Fohlen nicht verlängern – und der BVB ist sein favorisiertes Ziel.

Dortmund

, 08.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Interesse von Borussia Dortmund an Thorgan Hazard ist nicht neu. Der Belgier gilt als Wunschkandidat des BVB für die Nachfolge von Christian Pulisic – und seit Montag stehen die Chancen deutlich besser, dass Hazard im Sommer von der Borussia vom Niederrhein zur Borussia in Westfalen wechselt.

Denn Hazard wird seinen 2020 auslaufenden Vertrag, anders als in Mönchengladbach erhofft, nicht verlängern. „Wir haben Thorgan schon vor längerer Zeit signalisiert, dass wir mit ihm verlängern möchten“, wird Gladbachs Sportdirektor Max Eberl in einer Mitteilung des Klubs zitiert, „aber darauf ist er nicht eingegangen. Er hat uns nun informiert, dass er seinen Vertrag nicht verlängern möchte und dass er Borussia nach fünf Jahren verlassen will, weil er für sich den nächsten Schritt machen möchte.“

Ablösesumme von 40 Millionen Euro steht im Raum

Auf Dortmund als mögliches Ziel von Hazard ging Eberl nicht ein, auch wenn es in Mönchengladbach niemanden mehr überraschen würde, wenn es bei Hazards zukünftigem Klub auf den BVB hinauslaufen würde. Eberl verwies trotzdem lieber auf die Vertragslaufzeit des Spielers und darauf, dass es keine Ausstiegsklausel in Hazards Vertrag gebe. „Mögliche Interessenten müssen uns eine Ablösesumme bieten, die seinem Wert als herausragender Offensivspieler in der Bundesliga und Stammspieler in einer der besten Nationalmannschaften der Welt gerecht wird“, erklärt Eberl.

„Sollte es nun tatsächlich so kommen, dass Thorgan uns in diesem Sommer verlässt, dann werden wir das tun, was uns in den letzten Jahren stark gemacht hat: Dann werden wir das Geld, das wir für ihn bekommen, nutzen, um andere spannende Spieler für unsere Mannschaft zu verpflichten.“


Auch Atletico und Liverpool möglicherweise im Rennen

Übersetzt heißt das nichts anderes, als dass Hazard nicht günstig wird. Oder zumindest nicht werden soll. Vertragslaufzeit hin, Vertragslaufzeit her. Nicht für den BVB, nicht für irgendwen sonst. Im Raum steht eine Gladbacher Ablöseforderung von 40 Millionen Euro.

Wie teuer Hazard am Ende wirklich wird, wird wohl auch davon abhängen, wie viele Klubs außer Borussia Dortmund ihn tatsächlich verpflichten wollen. Atletico Madrid wird als ernsthafter Interessent gehandelt, belgische Medien berichten, dass auch der FC Liverpool seine Fühler nach Hazard ausgestreckt haben soll, was Borussia Mönchengladbach im Preispoker um den Offensivspieler vermutlich nur recht sein kann.

Nähe zur Familie spielt eine entscheidende Rolle

Doch die Tendenz des Belgiers geht offenbar klar in Richtung Dortmund. Zum einen, weil er sich beim BVB mehr Spielanteile als beispielsweise in Liverpool verspricht, zum anderen, weil der 26-Jährige als ein Spieler gilt, für den die Nähe zu seiner Familie in Belgien und der Wohlfühlfaktor eine entscheidende Rolle spielen.

BVB ist das favorisierte Ziel von Gladbachs Topscorer Thorgan Hazard

Dass Thorgan Hazard beim BVB im Wort steht, wollte Michael Zorc gegenüber dieser Redaktion nicht bestätigen. © imago

Der „Kicker“ berichtete am Montag, dass Hazard bei Borussia Dortmund sogar bereits im Wort stehe. Michael Zorc wollte das gegenüber dieser Redaktion allerdings nicht bestätigen. Er habe das auch gelesen, kommentiere solche Meldungen aber grundsätzlich nicht, sagte der BVB-Sportdirektor.

Hazard wird erst nach der gemeinsamen Zeit mit Favre zum Leistungsträger

Es dürfte in den kommenden Wochen vor allem um den Preis gehen in der Personalie Hazard, der 2014 vom FC Chelsea nach Mönchengladbach kam, als Lucien Favre noch Trainer bei den Fohlen war. Damals kam Hazard beim heutigen BVB-Trainer überwiegend zu Kurzeinsätzen, entwickelte sich erst nach der Ära Favre zum Leistungsträger in Gladbach. Es ist eine Entwicklung, die sich durchaus sehen lassen kann.

BVB ist das favorisierte Ziel von Gladbachs Topscorer Thorgan Hazard

Bereits 48 Mal ist Thorgan Hazard unter Lucien Favre aufgelaufen. In den Spielzeiten 2014/2015 und 2015/2016 gelangen ihm dabei - damals Anfang 20 - ingesamt sechs Tore und elf Vorlagen. © imago

Auch wenn Hazards Leistungen in der Rückrunde bislang eher durchwachsen sind, deutete er insbesondere in der Hinrunde sein Potenzial an. In dieser Spielzeit kommt Gladbachs Nummer 10, die vornehmlich auf den offensiven Außenbahnen zum Einsatz kommt, in der Liga auf neun Tore und zehn Assists. Hazard ist Gladbachs Topscorer – ziemlich sicher aber nur noch sechs Spieltage lang. Dann könnte es weiter zur nächsten Borussia gehen.

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