BVB hat hohe Ambitionen – ist der aktuelle Kader dafür optimal besetzt?

dzPro und Contra

Borussia Dortmund hat einen starken Kader. Denkt man auf den ersten Blick. Doch stimmt das? Sascha Klaverkamp und Leon Elspaß diskutieren.

Dortmund

, 06.10.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kader von Borussia Dortmund steht – und Sportdirektor Michael Zorc hält diesen für „sehr ausgewogen“. Die wichtigsten Personalien: Achraf Hakimi und Mario Götze haben den Klub verlassen, Thomas Meunier und Jude Bellingham sowie Leihspieler Reinier sind im Sommer neu hinzugekommen.

Anzeige


Wir diskutieren: Der BVB hat hohe Ambitionen – ist der aktuelle Kader dafür optimal besetzt?

Umfrage

BVB hat hohe Ambitionen – ist der aktuelle Kader dafür optimal besetzt?

852 abgegebene Stimmen

Pro von Leon Elspaß: Der Kader des BVB ist breit und hochqualifiziert

Michael Zorc strich es kürzlich noch einmal hervor: „Wirtschaftlichkeit ist das Gebot der Stunde“, betonte Dortmunds Sportdirektor. Corona-bedingt konnte die Borussia nicht klotzen, musste das hochqualifizierte Aufgebot stattdessen mit recht knappem Budget sinnvoll ergänzen. Im Rahmen der Möglichkeiten ist das gelungen.

Sicher, in Achraf Hakimi ging ein Leistungsträger. Er aber blieb der einzige. Hinzu kam erfahrenes wie vielversprechendes Personal, konkret: Thomas Meunier für die rechte Flanke, Reinier für die Abteilung Attacke und Jude Bellingham, der seine Klasse im Mittelfeldzentrum schon andeuten konnte. Dass sich Eigengewächs Felix Passlack auf seiner Ausleih-Tournee anscheinend zur respektablen Alternative entwickelt hat, ist ebenso positiv zu werten.

Coach Lucien Favre besitzt einen recht breiten Kader mit verschiedenen Eckpfeilern. Die müssen die junge Garde anleiten. Entscheidend wird sein, in welcher Regelmäßigkeit das effektiv gelingt. Zuzutrauen ist es ihnen, zumal zu den jungen Kräften, die mit etwas mehr Nachsicht behandelt werden sollten, immer auch gestandene Alternativen bereitstehen. Das gilt selbst für die Angriffsmitte.

Jetzt lesen

Wer für Erling Haaland externen Ersatz fordert, verkennt die schwierige Marktlage und die eingeschränkte Handlungsfähigkeit des BVB. Darüber hinaus soll Teenager Youssoufa Moukoko der Weg nicht versperrt werden. Das gehört zum Konzept der Borussia, die eine auf dem Papier erneut starke Belegschaft versammelt hat. Für Favre gilt es nun, die richtige Mischung zu finden. Aus jung und alt.

Zwei Teenager, Gio Reyna (l.) und Erling Haaland, machen beim BVB den gegnerischen Strafraum unsicher.

Zwei Teenager, Gio Reyna (l.) und Erling Haaland, machen beim BVB den gegnerischen Strafraum unsicher. © Kirchner-Media

Contra von Sascha Klaverkamp: Der Kader von Borussia Dortmund – jung heißt auch riskant

Vorweg erst einmal das: Diese Dortmunder Borussia macht echt Spaß. Im Kader, der es in dieser Saison sehr weit bringen will, tummeln sich etliche junge Profis, die Bock, die Hunger auf Erfolg und Tore haben. Und die unfassbar gut Fußball spielen können. Kommt die Offensivmaschine der Borussia ins Rollen, dann wird sie an guten Tagen schwer zu stoppen sein. Egal, wie der Gegner heißt.

Jetzt lesen

Nur jetzt kommt das große Aber: Dass tragende Pfeiler des Teams noch im Teenager-Alter stecken, birgt ein Risiko, das die hohen Ziele gefährden kann. Denn Talente sind in ihrem Entwicklungsprozess stets Formschwankungen unterworfen, so hochbegabt sie auch sein mögen. Von ihnen darf man eben nicht erwarten, dass sie eine ganze Saison in jedem Wettbewerb stets Höchstleistungen abrufen können. Sie werden hier und da auch Lehrgeld zahlen müssen. Jude Bellingham und Gio Reyna, die beiden 17-Jährigen, die die BVB-Fans schon in den ersten Partien dieser Spielzeit so verzückt haben, sie werden Formdellen durchschreiten müssen. Und das könnte, weil sie eben Schlüsselrollen im Mittelfeld bekleiden, wertvolle Punkte kosten.

Ähnlich verhält es sich im Sturm. Der BVB hat in drei Saisonspielen sieben Tore geschossen. An fünf Treffern war Erling Haaland als Schütze oder Vorbereiter beteiligt. Der 20-Jährige ist also quasi unverzichtbar für den Erfolg des Teams. Was ist, wenn er ausfällt? Sein Ersatz, der ab November eingreifen könnte, ist Youssoufa Moukoko, dann gerade erst 16 Jahre alt. Sein zweiter Ersatz ist Reinier (18). Beide werden sicher noch Zeit benötigen.

Lesen Sie jetzt