BVB gewinnt in Düsseldorf: Sportdirektor Zorc hadert mit der Handregel

Borussia Dortmund

Der BVB gewinnt glücklich, knapp und spät in Düsseldorf - auch weil ein von Raphael Guerreiro erzieltes Tor wegen Handspiels zurückgenommen wurde. Sportdirektor Michael Zorc regt das auf.

Dortmund

, 13.06.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Sportdirektor Michael Zorc regt sich über die Handspiel-Regel auf.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc regt sich über die Handspiel-Regel auf. © Groothuis/Witters/Pool/Witters

Der Pullover musste herhalten. Irgendwo musste Hans-Joachim Watzke ja auf der Tribüne in Düsseldorf hin mit seiner inneren Anspannung. Nervös biss der BVB-Boss bis in die Nachspielzeit auf das graue Strickstück - und dann erlöste ihn endlich Erling Haaland. Der junge Norweger bugsierte die Borussia mit seinem elften Saisontor und dem 1:0 Sekunden vor dem Schlusspfiff in die Champions League. Und brachte es auch danach verbal auf den Punkt.

Haaland ist der BVB-Matchwinner in Düsseldorf

„Good teams win on bad days“, resümierte der wortkarge Sturmhüne. „Gute Mannschaften gewinnen an schlechten Tagen.“ Das stimmte mit Blick auf den Samstagnachmittag in der Merkur-Spiel-Arena zu 100 Prozent. Der BVB agierte schwach, hatte merklich Probleme mit Düsseldorfs konzentrierter Defensivarbeit. „Sie waren nicht schlecht, ihre Taktik war gut“, lobte Haaland den Gegner und freute sich, dass sein Team „zurückgekommen ist nach der Niederlage gegen den FC Bayern“. In der Tat holten die Borussen nach dem bitteren 0:1 gegen den Meister nun drei Siege.

Der jüngste in Düsseldorf war ein hartes Stück Arbeit. Nicht nur das. „Wir haben uns sehr schwer getan, Düsseldorf war nur aufs Kontern aus, es ist schon ein bisschen glücklich, dass wir hier heute als Sieger vom Platz gehen“, gestand BVB-Keeper Roman Bürki, der selbstkritisch anmerkte: „Wir haben heute nicht unseren Fußball auf den Platz gebracht.“

BVB-Keeper Roman Bürki steht vor Vertragsverlängerung

Trotzdem bleibe am Ende ein positiver Eindruck. „Ich habe auf das späte Tor noch gehofft und mich natürlich dann enorm gefreut. Das sind Siege, die sich sehr schön anfühlen“, so Bürki. Für den Borussen-Torhüter, der seinen neuen Vertrag beim BVB in der nächsten Woche unterschreiben wird, war es „kein Zufall, dass Erling Haaland das Tor macht. Er ist enorm wichtig für uns, wir brauchen Körperlichkeit, um uns gegen kämpferische Mannschaften wie Düsseldorf durchzusetzen.“ Das sah auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc so. „Ein Segen, wenn du solch einen Spieler auf der Bank hast. Er bringt eine positive Energie ins Team. Gut, dass er wieder da ist.“

Zorc bemängelte aber, dass in Düsseldorf „Explosivität und Kreativität im Spiel nach vorne gefehlt haben. Das war nicht aus der Feinkostabteilung heute.“ Nicht einfach wortlos hinnehmen wollte Zorc die neuerliche Auslegung der Handspiel-Regel. Das vermeintliche 1:0 durch Borussias Raphael Guerreiro (65. Minute) hatte deshalb keine Anerkennung gefunden - eine umstrittene Entscheidung des Schiedsrichters. „Das regt mich auf. Bayerns Jerome Boateng im Spiel gegen uns, da wird ein glasklarer Elfmeter nicht gegeben. In Paderborn und heute in Düsseldorf wird auch gegen uns entschieden. Es waren drei Fehlentscheidungen, das ist in der Summe nicht mehr nachvollziehbar“, betonte Zorc.

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