BVB gegen Hoffenheim: Corona, Angstgegner und ein Jubiläum

Borussia Dortmund

Verletzte Spieler auf der einen, Corona-Ausfälle auf der anderen Seite: Das BVB-Gastspiel bei 1899 Hoffenheim geht unter besonderen Bedingungen über die Bühne.

Dortmund

, 17.10.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die BVB-Hoffnungen ruhen auf Torjäger Erling Haaland.

Die BVB-Hoffnungen ruhen auf Torjäger Erling Haaland. © Groeger

Auch Lucien Favre sah sich gewarnt. „Er ist ein Problem für jede Mannschaft. Er bewegt sich sehr clever, ist sehr sehr gefährlich“, sagte Borussia Dortmunds Cheftrainer mit ernster Miene über Hoffenheims Top-Torjäger Andrej Kramaric am Donnerstag. 24 Stunden später war das Problem allerdings plötzlich vom Tisch. Kramaric kehrte laut Rhein-Neckar-Zeitung mit positivem Coronatest von der kroatischen Nationalmannschaft zurück, muss nun in die Isolation und fällt daher für das Duell mit dem BVB (15.30 Uhr/Sky) aus.

Hoffenheim gegen BVB: 6030 Zuschauer sind live dabei

Ohne den derzeit besten Bundesligaschützen antreten? Das war nicht der einzige Rückschlag für die TSG. Denn neben dem ebenfalls positiv getesteten Abwehrspieler Kasim Adams (ebenso symptomfrei wie Kramaric), der mit dem ghanaischen Nationalteam unterwegs war, traf es einen weiteren Profi aus dem Hoffenheimer Kader: Der Tscheche Pavel Kaderabek muss sich wegen eines Corona-Falls in seinem privaten Umfeld vorsorglich in Quarantäne begeben.

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Hoffenheim ohne die Führungsspieler Kramaric und Kaderabek - das erhöht definitiv die Chancen des BVB, vor 6030 zugelassenen Zuschauern in der PreZero-Arena zu Sinsheim endlich die schwarze Serie zu brechen. Denn der letzte Auswärtssieg im Kraichgau liegt acht Jahre zurück. Und das desaströse 0:4 gegen Hoffenheim am finalen Spieltag der Vorsaison steckt der Borussia noch immer in den Knochen.

Hoffenheim und Rom: BVB-Defensive ist dünn besetzt

Wirklich sorgenfrei aber stieg der Dortmunder Tross am Freitagabend nicht in den Sonderflieger gen Mannheim. Zwar waren alle Nationalspieler ohne Blessuren von ihren Auswahlmannschaften zurückgekehrt, und es gab auch keinen neuen Corona-Alarm. Trotzdem muss Cheftrainer Lucien Favre auf einige Profis verzichten. Gerade defensiv wird es dünn.

Manuel Akanji steckt nach seinem positiven Corona-Test bei der Schweizer Auswahl noch in häuslicher Isolation in Dortmund. Nico Schulz kehrte mit einem Muskelfaserriss vom DFB zurück. Und Dan-Axel Zagadou steht wegen einer Außenbandverletzung noch für längere Zeit nicht zur Verfügung. Gleiches gilt für Linksverteidiger Marcel Schmelzer nach einer Knie-Operation. Ein kleines Fragezeichen steht zudem noch hinter Mateu Morey, der spanische Rechtsverteidiger litt einige Tage unter einem Infekt. Und mit Blick auf die Dortmunder Offensive fehlt weiterhin Thorgan Hazard. Dieser hat zwar „das Lauftraining wieder aufgenommen“, wie Lucien Favre erklärte, der Belgier könne jedoch noch nicht mitwirken.

BVB-Trainer Lucien Favre: „Wir müssen kreativ sein“

Keine optimalen Vorzeichen also für die Borussia, die zudem ohne echte Vorbereitung in die Partie geht. Weil die meisten Nationalspieler erst am Donnerstag oder Freitag nach Dortmund zurückkamen, stand anstelle von Trainingsinhalten quasi nur Regeneration auf dem kurzen Programm vor dem Anpfiff in Sinsheim. Und drei Tage nach dem Abpfiff geht es schon, erneut ohne lange Vorbereitung, im Stadio Olimpico gegen Lazio Rom auf den Königsklassen-Rasen. „Wir müssen kreativ sein und positiv herangehen“, meinte Lucien Favre, der am Samstag zum 300. Mal in der Bundesliga an der Seitenlinie steht, pragmatisch.

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