BVB gegen Gladbach: Lothar Huber erinnert sich an die Schmach von 1978

Borussia Dortmund

Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach ist ein Duell auf Augenhöhe. Das war nicht immer so. Der ehemalige BVB-Spieler Lothar Huber erinnert sich an die Schmach von 1978.

Dortmund

, 19.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
War beim historischen 0:12 live dabei: Ex-Borusse Lothar Huber.

War beim historischen 0:12 live dabei: Ex-Borusse Lothar Huber. © Kirchner-Media

Wenn Borussia Dortmund zum Bundesliga-Auftakt den Namensvetter aus Mönchengladbach im heimischen Stadion begrüßt, ist ein Duell auf Augenhöhe zu erwarten. Denn obwohl der BVB zuletzt elf Mal in Serie die Nase vorne hatte, waren die Spiele immer hart umkämpft. Aber es gab auch andere Zeiten, wie zum Beispiel in den 70er-Jahren. Damals gewannen die „Fohlen“ gleich mehrere Meisterschaften, die Dortmunder gehörten nicht zur Spitzengruppe der Liga.

Saison 1977/78: Das historische Borussen-Duell

Am letzten Spieltag der Saison 1977/78 wurde es sogar historisch. Die Gladbacher gingen punktgleich mit dem 1. FC Köln in die Partie und mussten einen Rückstand von zehn Treffern aufholen, um am Ende doch noch ganz vorne zu landen. Lothar Huber (68) stand für Schwarzgelb mit auf dem Platz und erinnert sich noch heute, als wäre es gestern gewesen. „Das war schon sehr kurios, denn Köln war eigentlich so gut wie Meister“, sagt Huber.

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Schon in der ersten Minute hatte Jupp Heynckes den Torreigen eröffnet und beim BVB brachen alle Dämme. „Plötzlich stand es zur Halbzeit 6:0 und man kann sich ja vorstellen, wie so ein Spiel dann läuft“, sagt Huber. „Bei den anderen lief alles und bei uns lief gar nichts mehr.“

Ex-BVB-Spieler Huber: „Hätte sonst faden Beigeschmack gehabt“

Die Kölner gewannen jeodhc zeitgleich mit 5:0 beim FC St. Pauli und der Titel ging in die Domstadt. So konnten sie in Dortmund tief durchatmen, die Erleichterung war groß. „Das hätte sonst einen faden Beigeschmack gehabt. Wir konnten von Glück reden, dass es nicht so gekommen ist“, erzählt Huber.

Trotzdem musste die ganze Mannschaft ein paar Wochen später nach Frankfurt in die DFB-Zentrale reisen. Der ehemalige Chefjustiziar Hans Kindermann war der Sache auf den Grund gegangen, hatte aber keine Manipulation feststellen können. Weitreichende Konsequenten hatte das Ergebnis daher nicht.

Die BVB-Spieler wurden übel beschimpft

Viel schlimmer war sowieso die Zeit unmittelbar nach der Pleite. „Das war mehr als nur peinlich. Denn wir hatten danach keinen Urlaub, sondern sind für ein paar Freundschaftsspiele über die Dörfer getingelt“, sagt Huber. Die Spieler wurden teilweise übel beschimpft, für die Fans waren sie Betrüger. „Sie haben uns gefragt, wo wir denn das Geld vergraben hätten.“

Mit einer Partie für die Geschichtsbücher ist dieses Mal nicht zu rechnen, im Gegenteil. Das sieht auch Lothar Huber so. „Gladbach hat meiner Meinung nach eine richtig gute Mannschaft.“ Trotzdem ist Dortmund für ihn der Favorit - wegen der „jungen und sehr talentierten Spieler im vorderen Bereich. „Wenn wir dann hinten noch die Stabilität reinbekommen, müsste das auch reichen.“

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