BVB-Fans kehren ins Stadion zurück: „Das bleibt in Erinnerung“

dzBorussia Dortmund

9.300 Fans von Borussia Dortmund kehren zum Bundesliga-Spiel gegen Mönchengladbach zurück in den Signal Iduna Park. Es ist ein in jeder Hinsicht besonderes Fußball-Erlebnis.

Dortmund

, 21.09.2020, 11:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die gelbe Wand ist zum Start der Bundesliga-Saison 2020/21 nur eine gelb-gesprenkelte. Doch es ist der erste Schritt, auf den Fußball-Fans und die Verantwortlichen monatelang gewartet haben: Die Zuschauer sind zurück in den Stadien. Neue Lockerungen der Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie und ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept machen das möglich. Einer der glücklichen 9.300 BVB-Fans, die den 3:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach live im Stadion sehen konnten, ist Norbert Potthoff. Der langjährige Anhänger der Schwarzgelben kommt aus Ochtrup, einer kleinen Stadt im nordwestlichen Münsterland.

BVB-Fan Norbert Potthoff: „Es war fantastisch“

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Nur 25 Prozent der Karten durfte der BVB gemäß des Sicherheitskonzepts an Zuschauer ausgeben, die außerhalb Dortmunds wohnen. Dementsprechend war es für den 55-Jährigen „ein ganz besonderes Gefühl, endlich wieder im Wohnzimmer zu sein“, wie er sagt. „Es war fantastisch. Es ist so, wie es immer beschrieben worden ist, auch von Nobby Dickel im Stadion selbst: Alle hatten einfach Lust, wieder ins Stadion zu gehen.“

BVB-Fan Norbert Potthoff sagt: „Alle hatten einfach Lust, wieder ins Stadion zu gehen.“

BVB-Fan Norbert Potthoff sagt: „Alle hatten einfach Lust, wieder ins Stadion zu gehen.“ © Potthoff

Doch der Weg dahin war ungewohnt. Ungewohnt leise. „Es war sehr, sehr ruhig. Das war ein Gefühl, als wenn gar kein Fußballspiel stattfinden würde“, sagt Potthoff. „Es war nichts los.“ Für den Einlass wurde bestimmte Time-Slots vorgegeben, damit sich nicht zu viele Menschen auf zu enger Fläche drängen. „Das hat einwandfrei geklappt“, berichtet Potthoff.

Hygienekonzept des BVB vermittelt Sicherheit

So schätzt er auch die Umsetzung des Hygienekonzeptes im Stadion ein. „Ich habe mich sehr sicher gefühlt. Ich habe mir im Stadion die Sitze angeschaut, da gab es viele, viele rote Punkte, wo niemand sitzen durfte, dadurch wurden die nötigen Abstände eingehalten. Auch an den wenigen Ausgabestellen für Essen und Getränke oder der Gang zur Toilette“, sagt Potthoff. „Es war alles hervorragend organisiert.“

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Die Stadionbesucher hätten ihren Teil dazu beigetragen. Nach der Durchsage, dass die Zuschauer während der laufenden Partie und nicht alle gleichzeitig in der Halbzeit die Toilette aufsuchen sollten, sei applaudiert worden. „Das war von vornherein erkennbar, dass alle gerne kommen wollten und auch in Kauf genommen haben, dass entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu beachten sind“, erzählt Potthoff. „Das war absolut spürbar. Corona ist noch nicht weg.“

Direkter Austausch mit anderen BVB-Fans fehlt

An den Applaus für die Durchsage kann sich Daniela Kirschner nicht erinnern. Wohl aber daran, dass sich der eine oder andere schwer damit tat, sich an diese Weisung zu halten. „Da gab es doch ein größeres Aufkommen.“ Der Einlass, für die Solingerin ging es am Nordeingang ins Stadion, habe dagegen problemlos funktioniert.

Viel Platz und Abstand: Nur auf Sitzen ohne roten Punkt durften die BVB-Fans Platz nehmen.

Viel Platz und Abstand: Nur auf Sitzen ohne roten Punkt durften die BVB-Fans Platz nehmen. © Norbert Potthoff

„Es war auf jeden Fall ein schönes Gefühl, auch wenn es natürlich anders war. Allein das Spiel live zu sehen und dabei zu sein, war super. Aber das ganze Drumherum war natürlich anders als bei einem normalen Stadionbesuch.“ Vor dem Spiel Freunde treffen, reden, auch mal ein Bierchen trinken. „Dieser Austausch mit anderen hat mir gefehlt, das gehört auch einfach dazu. Jetzt ist man schon isoliert, das ist nicht zu vergleichen.“ Auch Norbert Potthoff hat das gefehlt. „Was ich absolut vermisst habe, sind die Bekannten, die vor oder neben uns sitzen. Wir haben nicht zusammengefunden, das war so nicht möglich“, sagt er.

Besonderes Erlebnis für langjährigen BVB-Fan

Ein besonderes Erlebnis war dieser Stadionbesuch dennoch. „In Erinnerung wird einem das wohl immer bleiben. Allein, dass ich als Heim-Fan im eigentlichen Gäste-Block saß, ist ein bisschen skurril. Und ich habe noch nie so ein leeres Westfalenstadion gesehen“, sagt die 43-jährige Daniela Kirschner, die seit knapp 30 Jahren BVB-Fan ist. „Eigentlich ist das Stadion ja fast immer ausverkauft, das war auch irgendwie komisch. Selbst bei einer Saisoneröffnung sind immer mehr Leute da. Das bleibt in Erinnerung.“

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Trotz der wenigen Fans: Die passende Laune kam trotzdem auf. „Man hat gemerkt, dass aus unterschiedlichen Ecken immer wieder versucht wurde, Stimmung zu machen“, sagt Kirschner. „Ich saß in Block 61, da waren wohl auch einige von der Süd - da wurde dann mal das eine oder andere Liedchen angestimmt. Da war es schon sehr angenehm, da zu sitzen.“ Ob gelbe Wand oder gelbgesprenkelte: Die Zuschauer-Rückkehr ins Stadion war ein Gewinn für die Schwarzgelben - Fans wie Mannschaft.

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