Sechs Heimspiele, sechs Siege: Der BVB ist im eigenen Stadion eine Macht. © imago / Team 2
Borussia Dortmund

BVB-Einzelkritik: Hazard trifft in Serie, Premiere für Tigges, Witsel fehlt das Tempo

Borussia Dortmund setzt seine Heimserie beim 2:0 gegen Köln fort. Thorgan Hazard trifft in Serie, Steffen Tigges feiert eine besondere Premiere, Axel Witsel fehlt das Tempo. Die BVB-Einzelkritik.

Dank der Kopfballtore von Thorgan Hazard und Steffen Tigges bezwingt Borussia Dortmund einen starken 1. FC Köln. Dortmund steht oft unter Druck – auch weil Axel Witsel im Zentrum häufig zu spät kommt. Die BVB-Einzelkritik:

Gregor Kobel: Spektakuläre Großtat in der 20. Minute, als er Ondrej Dudas Distanzschuss im Rückwärtslaufen vor der Linie entschärfte. Sonst kam wenig auf sein Tor geflogen. Dreimal gut aufgewärmt von Anthony Modeste (48., 51., 62.), auch bei hohen Bällen zur Stelle (67.). Ein sicherer Rückhalt. Note: 2,0

Manuel Akanji: Gegen die mutigen und offensiven Kölner brauchte es höchste Konzentration. Die brachte der Abwehrmann mit. Das 1:0 leitete er mit einem guten Ball auf Kölns Innenverteidiger ein, diese Bälle fordert Trainer Marco Rose von ihm. Insgesamt okay, aber nicht so durchsetzungsstark und hervorstechend wie gewohnt. Note: 3,0

Mats Hummels: Spannendes Kräftemessen im Körperkampf mit dem wuchtigen Anthony Modeste. Meist hatte der Borusse die bessere Position und das Ende für sich dank Übersicht und Stellungsspiel. Zweikampfquote: 76 Prozent in einem sehr intensiven Spiel für den Abwehrchef. Note: 2,5

Marin Pongracic: Erneut links in der Dreierkette aufgeboten, offenbarte er gravierende Orientierungsprobleme in der Anfangsphase: Im Glück, dass der Treffer seines Gegenspielers Mark Uth wegen Handspiels keine Anerkennung fand (16.). Nach seinem Katastrophen-Fehlpass musste Gregor Kobel seine Gesundheit riskieren, um den Weitschuss von Ondrej Duda zu entschärfen (20.). Er fing sich, konnte aber bis zu seiner Auswechslung (58.) nicht überzeugen. Note: 4,5

Thomas Meunier: Dortmunds rechte Abwehrseite stand auffallend stabil. Meunier hatte auch den ersten Abschluss (3.), dann rutschte Marco Reus an seiner Hereingabe vorbei (37.). Handelte sich unnötig Gelb ein (51.). Solide. Note: 3,0

Jude Bellingham: Köln beherrschte in den ersten 30 Minuten das Mittelfeld, daran änderte auch Bellingham nichts. Rose dirigierte ihn dann etwas weiter nach vorne, mit promptem Erfolg: Punktgenaue Flanke auf Torschütze Thorgan Hazard (40.). Defensiv schwer beschäftigt. Note: 3,0

Axel Witsel: Mal im Pech, mal unglücklich, insgesamt selten mit Zugriff auf die beweglichen und antrittsstärkeren Kölner. Langsamster Borusse, den Eindruck bestätigte auch die Statistik mit maximal 27,4 km/h. Pressingfußball kann man ohne Tempo schwerlich spielen. Roses taktische Nachjustierungen halfen ihm. Note: 4,5

Marius Wolf: Legte ein super Solo über den linken Flügel hin, Marco Reus vergeigte den Abschluss (25.). In den Zweikämpfen scharf, von denen er bis zur Pause 85 Prozent gewann. Im Stellungsspiel noch ausbaufähig auf der weniger geliebten linken Außenbahn, trotzdem sehr viel am Ball. Mit Applaus vom Feld (69.). Note: 3,0

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Bundesliga, 10. Spieltag: BVB – 1. FC Köln 2:0 (1:0)

Julian Brandt: Über einzelne Aktionen und Spiele will der so begnadete Techniker sein Selbstvertrauen aufpolieren. Suchte in Hälfte eins mehr Zweikämpfe als jeder andere (20), gewann den wichtigsten, als er per Kopfballablage das 1:0 ermöglichte (40.). Nach zwei Torvorlagen gegen Ingolstadt auch beim 2:0 von Steffen Tigges mit dem Assist per Eckball (64.). Note: 3,0

Thorgan Hazard: Drei Tore in Serie! Nach dem Doppelpack im DFB-Pokalspiel gegen den FC Ingolstadt nun auch gegen den 1. FC Köln zur Stelle, als er die Flanke forderte und mit Kopf und Schulter über die Linie streichelte (40.). Insgesamt gut dabei, zu früh ausgewechselt (58.). Note: 2,5

Marco Reus: Neben Hazard in vorderster Linie, die Rolle schmeckt dem Kapitän manchmal nicht. Seine Torszenen hatte er, die Chance in der 25. Minute muss er verwerten (25.), bei der zweiten Szene merkte man ihm an, dass er halt kein Mittelstürmer ist, er kam einen halben Schritt zu spät (37.). Allen Bemühungen zum Trotz ohne Fortune und die sonst eingebaute Präzision (81., 83.). Note: 3,5

Donyell Malen (58. für Pongracic): Im 4-2-3-1 sollte er über den linken Flügel Räume finden und ausnutzen. Fiel erstmal durch zwei Ballverluste auf, der Anpassungsprozess ans Dortmunder Spiel läuft langsamer als erwünscht. Note: 4,5

Steffen Tigges (58. für Hazard): Brachte als Sturmspitze Körpergröße mit, die setzte er Minuten nach der Einwechslung blendend ein, als er in die Ecke von Brandt startete und den Ball per Kopf ins Tor verlängerte (64.). Das brachte ihm ein Extra-Lob von Marco Rose ein. Note: 2,5

Felix Passlack (69. für Wolf): Hielt als linker Verteidiger die Seite dicht und überzeugte bei einigen Vorstößen. ohne Note

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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