Der BVB gewinnt den intensiven Schlagabtausch bei Hertha BSC. Dribbler Jadon Sancho ist beim 3:2 unberechenbar, Manuel Akanji und Dan-Axel Zagadou spielen sehr aufmerksam. Die Einzelkritik.

Berlin

, 16.03.2019, 20:51 Uhr / Lesedauer: 3 min

Roman Bürki: Für den so konstant agierenden Keeper begann die Partie denkbar schlecht. Den Schuss von Maximilian Mittelstädt konnte er nicht festhalten und ließ ihn auch noch nach vorne abklatschen. Kalou war zur Stelle, nach nur vier Minuten lag der BVB hinten. Die Flanke von Kalou antizipierte er gut (25.), beim Elfmeter dann machtlos. Schade für ihn, dass er sich nach der Pause kaum noch auszeichnen konnte. Note: 4,0

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Marius Wolf: Solider Auftritt ohne große Ausreißer. War defensiv zumeist mit Mittelstädt beschäftigt und damit gut ausgelastet. Nicht immer konnte er den Berliner an seinen gefährlichen Flanken hindern. Seine stärkste Szene hatte er nach Sanchos Pass, den er mit einer brandgefährlichen Hereingabe veredelte (75.). Note: 3,5


Manuel Akanji: Gegen Selke zumeist Herr der Lage, auch wenn die Zweikampfquote etwas anderes aussagte. Aufmerksam auch, als Selke in Fünfernähe frei zum Schuss zu kommen drohte (67.). Auch in der 78. Minute im Laufduell gegen Duda noch erfolgreich. Gute Passquote, gute Zweikampfwerte - das war ordentlich. Note: 2,5

Dan-Axel Zagadou: Sah früh Gelb nach taktischem Foul (20.). Hatte es zumeist mit Kalou zu tun, den er erst nach der Pause besser in den Griff bekam. An den beiden Toren des Herthaners dann aber schuldlos. Beim 2:2 schüttelte er Bewacher Stark dann sehenswert ab und platzierte den Kopfball genau ins Eck (47.). Nach dem Tor auch in den Zweikämpfen aufmerksamer. Note: 2,5


Abdou Diallo: Mit viel Arbeit auf seiner linken Seite, wo die Hertha über das Dreieck Kalou, Duda und Lazaro immer wieder ein gefährliches Kombinationsspiel aufzog. War dabei oft zweiter Sieger und nicht immer auf der Höhe. Offensiv mit einem schönen Pass in die Tiefe auf Sancho. Nach der Pause beorderte ihn Favre deutlich weiter nach vorne. Resolut und so eben noch vertretbar sein Körpereinsatz gegen Duda - kein Elfmeter (58.). Außen wie zuletzt aber nicht so stark wie als Innenverteidiger. Note: 4,0

Thomas Delaney: Erahnte den Querpass von Lazaro, trieb den Ball nach vorne. Sein Linksschuss wurde dann von Rekik entscheidend abgefälscht und ging über Jarstein ins Tor (14.). Ein Treffer des großen Willens. In seinem Kerngeschäft nicht so erfolgreich. Es gelang ihm vor der Pause nicht immer, Herthas Offensive über seine halblinke Seite einzudämmen. Wie Weigl neben ihm dann nach der Pause deutlich präsenter im Zweikampf. Und sein Gewaltschuss an die Latte hätte schon früher das 3:2 bedeuten können. Note: 3,0


Julian Weigl: Viel unterwegs, dennoch ein durchwachsener Auftritt. Vor dem 0:1 ließ er Mittelstädt flanken, beim Elfmeter dann mit einem unglücklichen Handspiel, das man durchaus als strafbar werten durfte. Nur 27 Ballkontakte zur Pause zeigen, dass er es schwer hatte, die Partie an sich zu reißen. Biss sich nach der Pause ins Spiel, mit einigen wichtigen gewonnenen Defensivzweikämpfen. Note: 3,5


Jadon Sancho: Beackerte konsequent die linke offensive Außenbahn und hatte dort deutlich mehr Szenen als auf der anderen Seite Pulisic. Seinen besten Auftritt hatte er in der 42. Minute, als er nach Pass von Diallo Lazaro eindrehte. Sein Schuss kam dann etwas zu unplatziert. Defensiv mehr gefordert, als ihm lieb war. Ab Wiederanpfiff dann über die rechte Seite und auch dort ein permanenter Unruhestifter. Der Konter nach dem nicht gegebenen Elfmeter für Berlin verschaffte ihm freie Bahn vor Jarstein, sein Schlenzer ging weit vorbei (59.). Blieb mit seinen Dribblings weiter unberechenbar, nicht zufällig initiierte er den 3:2-Siegtreffer. Note: 2,0

Marco Reus: Sein Dropkick in der 38. Minute ging über das Tor, das war symptomatisch für eine sehr diskrete erste Hälfte. Hatte nur 17 Ballkontakte bis zur Pause, nur zwei von seinen bis dahin zehn Zweikämpfen gewann er. Gut sein Ball in den Lauf von Bruun Larsen, daraus hätte der Däne mehr machen müssen. Die enge Bewachung durch Niklas Stark behagte ihm allerdings nicht. Es blieb ein unauffälliger Auftritt des Kapitäns - bis er in den Querpass von Sancho entscheidend den rechten Fuß hineinhielt. Note: 3,0


Christian Pulisic: Blieb ausschließlich auf der rechten Seite, hatte dort gegen Torunaigha einen schweren Stand. Konnte sich im Eins-gegen-Eins kaum einmal durchsetzen, schwach auch seine Zweikampfquote. Tauschte zur Pause mit Sancho die Seite und meldete sich direkt nach Wiederanpfiff mit einem schönen Schuss zurück - die folgende Ecke führte zum 2:2. Es blieb allerdings eine schwierige Partie für ihn. Auch sein Drehschuss (70.) hätte mehr Ertrag bringen können. Note: 4,5


Jacob Bruun Larsen: Um Marco Reus im offensiven Zentrum belassen zu können, bot Trainer Lucien Favre ihn erstmals als Startelf-Spieler in vorderster Front auf. Hatte es zumeist mit dem beinharten Karim Rekik zu tun, verschaffte sich durch einen großen Aktionsradius aber immerhin Raum für zwei Distanzschüsse. Nach Reus‘ Pass hätte er allerdings viel mehr aus der Situation machen müssen. Nach der Pause mit großem Pensum, bis der Akku leer war. Note: 3,0


Raphael Guerreiro, Achraf Hakimi und Ömer Toprak kamen spät ins Spiel und bleiben ohne Note.

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