BVB-Blamage beim FC Augsburg: Alte Fehler, keine Lehren

dzKommentar

Borussia Dortmund zeigt in Augsburg ein altbekanntes, erschreckendes Gesicht: Viel zu oft kann man dem BVB mit einfachsten Mitteln den Schneid abkaufen. Jürgen Koers kommentiert.

Augsburg

, 26.09.2020, 21:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neue Saison, altbekannte Schwächen: Borussia Dortmund hat beim 0:2 in Augsburg an viele zutiefst enttäuschende Auswärtsspiele in der vorherigen Spielzeit erinnert und auf blamable Weise offenbart, dass Team und Trainer kaum Lehren aus den bekannten Fehlern gezogen haben.

Unisono hatten es die BVB-Profis vor der Saison beteuert: Mit den Patzern bei den vermeintlichen Außenseitern, mit den verschenkten Punkten bei den kleinen Gegnern, damit sollte endgültig Schluss sein. Doch als es zum ersten Mal zum Schwur kam, gleich im ersten Gastspiel dieser Bundesliga-Spielzeit, genehmigten sich die Borussen eine der schwächsten Leistungen dieses Kalenderjahres. Dieser Auftritt in Augsburg ließ sich unwidersprochen als blamabel bezeichnen.

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Im sicheren Wissen, an guten Tagen als Fußball-Künstler auftreten zu können, vergessen manche der hoch alimentierten schwarzgelben Bälletreter, dass an schwächeren Tagen erstmal harte Arbeit den Ausgang der Spiele bestimmt. Es kann, wie Sportdirektor Michael Zorc an verschiedenen Stellen in den vergangenen zwei Jahren betont hat, doch nicht angehen, dass eine fußballerisch limitierte Mannschaft wie der FC Augsburg den BVB mit einfachsten Mitteln nicht nur aus der Fassung bringt, sondern ihm gleich den Schneid abkauft.

Mit dieser Einstellung wird der BVB viele weitere Rückschläge erleiden

Als der FCA am Samstag realisierte, dass sich die Dortmunder nur schick bis vor die Torlinie kombinieren und ansonsten bevorzugt den Zweikämpfen aus dem Weg gehen wollten, hielten die Gastgeber mit Härte dagegen. Mit robuster Physis, für diese Erkenntnis kann Augsburgs Trainer Heiko Herrlich längst kein Patent mehr anmelden, kann man den Borussen schnell beikommen.

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Ohne die feste Entschlossenheit, dem Gegner neben feiner Ballfertigkeit auch unmissverständlichen Behauptungswillen entgegenzusetzen, wird der BVB viele weitere Rückschläge erleiden, das ist sicher. Trainer Lucien Favre mag analytisch richtig liegen mit seiner Kritik am überhasteten, ungeduldigen Spiel seiner Mannschaft. Doch mehr Gegenwehr hätte nicht geschadet, im Gegenteil. Wenn die Niederlage bei aller Enttäuschung im schwarzgelben Lager eine gute Facette hervorbringen soll, dann die, dass die nervenden Fragen nach der Meisterschaft mindestens für einige Wochen ersticken.

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