Bundesliga-Neustart: BVB muss auch im Signal Iduna Park improvisieren

dzBorussia Dortmund

Für den Bundesliga-Neustart muss der BVB auch im Signal Iduna Park improvisieren. Die größten Veränderungen betreffen den Innenbereich. Lucien Favre sitzt fast allein auf der Bank.

Dortmund

, 13.05.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nichts wird so sein, wie man das aus der Zeit vor Corona kannte. Natürlich fehlen vor allem die Fans. Die Lautstärke, die von den Rängen aufs Spielfeld schwappt. Doch schon weit vor dem Anpfiff werden die Spieler von Borussia Dortmund damit konfrontiert werden, dass sich lange gewohnte Abläufe rund um einen Spieltag im Signal Iduna Park nun plötzlich verändert haben.

Borussia Dortmund betritt an vielen Stellen Neuland

Um den Vorgaben des „medizinischen Hygienekonzepts zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs“, das die Deutsche Fußball Liga (DFL) durch eine eigens installierte „Task Force“ erstellt hat, gerecht zu werden, war Dr. Christian Hockenjos, Direktor Organisation bei Borussia Dortmund, in den vergangenen Wochen vor allem im Stadion gefordert. Der Signal Iduna Park musste fit gemacht werden für den Tag „X“, für den Neustart der Bundesliga.

Hockenjos ist seit 25 Jahren beim BVB und kümmert sich seither unter anderem um alle Belange rund um die Organisation eines Fußballspiels mit 80.000 Zuschauern. Er sei, sagt der 57-Jährige, ja nun schon „ein paar Tage im Geschäft“ und habe da schon einiges erlebt. „Aber aktuell betreten wir an vielen Stellen Neuland.“

BVB-Stadion: Ersatz- und Startspieler werden voneinander getrennt

Obwohl auf dem Rasen nach dem Anpfiff Körperkontakt ein wesentlicher Bestandteil des Spiels sein wird, fordert das medizinische Konzept von den Klubs zuvor die größtmögliche Einhaltung der Abstandspflicht. Das gilt auch für den Aufenthalt in den Umkleidekabinen, die im Signal Iduna Park ganz bewusst sehr zweckmäßig und nicht allzu groß gestaltet worden sind. „Für beide Mannschaften haben wir nun eine zweite Kabine herrichten müssen“, sagt Hockenjos.

Ersatz- und Startspieler werden sich voneinander getrennt umziehen. Dafür nutzt der BVB die Räume für die Doping-Kontrollen, ein an die Kabinen angrenzendes TV-Studio wird umfunktioniert, um dort nach dem Spiel das Catering für die Mannschaften unterzubringen. Serviert wird nur „To go“, versteht sich.

Die Ersatzspieler weichen auf die Osttribüne aus

Die größten Veränderungen betreffen aber den Innenbereich. „Die Fernsehbilder“, sagt Hockenjos, „werden eine deutlich andere Trainerbank zeigen.“ Da, wo sonst 22 Personen sitzen, werden es nun nur noch fünf sein, angeführt von Trainer Lucien Favre und seinen Assistenten.

Der medizinische Stab mit Teamarzt Dr. Markus Braun und den Physiotherapeuten wandert ein Stück in Richtung Südtribüne und wird neben der Ersatzbank auf Rasenniveau untergebracht, um bei Behandlungsfällen auf dem Platz schnell bei den Spielern zu sein. Die neun Ersatzspieler weichen auf die Osttribüne aus und sitzen in Block sechs. Block sieben wurde für die Ersatzspieler der Gästemannschaft präpariert. Temporär angebrachte Treppen ermöglichen den schnellen Zugang zum Spielfeldrand.

Signal Iduna Park wird in drei Zonen aufgeteilt

Die Zahl der Personen, die sich am Spieltag im Stadion aufhalten werden, ist in dem Konzept genau definiert. 321 werden es sein, aufgeteilt in drei große Gruppen: Die Sportler und das „Team hinter dem Team“ stellen dabei die größte, gefolgt von den Journalisten, die für die Produktion der Fernsehbilder verantwortlich sind. Schreibende Journalisten muss man mit der Lupe suchen, nur zehn sind im Konzept vorgesehen. Dazu kommt als dritte große Gruppe der Ordnungsdienst des Stadions.

Der Signal Iduna Park wird an Spieltagen in drei Zonen aufgeteilt. 97 Personen dürfen sich im Innenraum inklusive Umkleiden aufhalten, 115 sind es im Bereich der Tribünen. 109 weitere im Bereich der „inneren Umfriedung“ des Stadions, wie Hockenjos formuliert. Interessant: Möchte zum Beispiel der Video-Analyst der Borussia in der Pause von Zone 2 in Zone 1 wechseln, um seine Erkenntnisse dem Trainer mitzuteilen, ist dies nur möglich, wenn parallel für diese Zeitspanne eine andere Person aus der Zone 1 in die Zone 2 wechselt.

30 Bälle sind rund um das BVB-Spielfeld platziert

Rund um das Spielfeld werden 30 Bälle platziert, die die Spieler nutzen können, um die Partie schnell fortzusetzen. Die vier Balljungen haben vor allem die Aufgabe, Bälle, die auf die Tribünen geflogen sind, zurückzuholen. Direkten Kontakt zu den Spielern, wie sonst üblich bei Ballübergaben, werden sie nun nicht haben.

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