Borussia Dortmund: Bundesliga-Fortsetzung am 9. Mai mit Spieltag 33?

dzZwangspause

Die DFL berät am Donnerstag, wann und wie es in der Bundesliga weitergehen kann. Falls ab dem 9. Mai wieder gespielt wird, wartet wohl gleich ein echtes Topspiel auf Borussia Dortmund.

Dortmund

, 22.04.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Grundgerüst des Plans steht spätestens seit Montag: Wenn es nach der Deutschen Fußball Liga (DFL) und den 36 Profiklubs der ersten und zweiten Liga geht, soll im deutschen Profifußball ab dem 9. Mai wieder der Ball rollen. Ohne Zuschauer, aber immerhin für die Fernsehkameras und die damit verbundenen TV- und Sponsorengelder, die es noch irgendwie einzustreichen gilt.

BVB, Klubs und DFL wollen Details besprechen

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Am Donnerstag nun werden die Details besprochen. Dann schalten sich die Vereine und das DFL-Präsidium zu einer außerordentlichen und virtuellen Mitgliederversammlung zusammen. Ein Punkt, der dann ebenfalls final geklärt werden muss, ist, mit welchem Spieltag es eigentlich weitergeht, wenn die Bundesliga wieder angepfiffen wird. Noch steht diese Entscheidung aus.

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Für Borussia Dortmund ist das durchaus eine spannende Randnotiz. Denn auf den BVB würde am 9. Mai so oder so ein echter sportlicher Kracher warten. Entweder geht es mit dem 26. Spieltag weiter, also mit dem Derby gegen Schalke 04, das am 13. März wegen des sich ausbreitenden Coronavirus abgesagt wurde, oder es werden zunächst die Spiele ausgetragen, die ursprünglich für den 9. Mai (33. Spieltag) angesetzt waren. In diesem Fall würde der BVB gleich beim Tabellendritten RB Leipzig zu einem absoluten Topspiel antreten.

Revierderby würde für zusätzliche Brisanz sorgen

Nach Informationen dieser Redaktion ist dieses Szenario mittlerweile das wahrscheinlichere – und die Gründe dafür liegen unter anderem in Dortmund. Sowohl die Verantwortlichen der DFL als auch die des BVB und des FC Schalke 04 haben großen Respekt vor dem ersten kompletten „Geisterspieltag“ der Liga-Geschichte. Es sollte tunlichst nichts schiefgehen, um die Debatte über die Vertretbarkeit der Liga-Fortsetzung während der Corona-Pandemie nicht noch weiter zu befeuern. Das Revierderby würde für zusätzliche Brisanz sorgen. Die Rivalität der Klubs sowie die große Bedeutung dieses Spiels im Ruhrgebiet bereitet den Entscheidungsträgern Magengrummeln.

Die Gewerkschaft der Polizei (GDP) äußert sich ohnehin schon sehr kritisch über eine mögliche Fortsetzung der Liga in Form von Geisterspielen. „Auch ohne Seuche ist Fußball sehr personalintensiv für die Polizei“, sagt der stellvertretende Bundesvorsitzende der GDP Jörg Radek. Es bestehe die begründete Gefahr, dass Fans sich trotz eines Kontaktverbots vor den Stadien versammeln, um ihre Mannschaften zu unterstützen. „Fußballspiele würden dann für die Polizei einen noch höheren Personalaufwand bedeuten“, außerdem bestünde eine erhöhte Ansteckungsgefahr.

DFL hat Angst vor Geisterspiel-Zwischenfällen

Falls es am ersten Spieltag zu Zwischenfällen in der Umgebung der Stadien käme, wäre das Gift für die DFL in ihrem Werben für Akzeptanz von Geisterspielen – nicht nur bei der Polizei. Die Bilder von jubelnden Gladbacher Fans vor dem Stadion am 11. März dieses Jahres, als Borussia Mönchengladbach im ersten Geisterspiel der Bundesliga-Historie gegen den 1. FC Köln gewann, sind noch sehr präsent. Und auch wenn die Akzeptanz in der Bevölkerung für strikte Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus seitdem sehr gewachsen ist, so wäre ein Revierderby zwischen dem BVB und Schalke in den Augen der DFL-Entscheidungsträger trotzdem ein zusätzlicher Risikofaktor, dass gleich zu Beginn der Liga-Fortsetzung etwas in die Hose gehen könnte.

Die Tendenz ist daher mittlerweile, dass die Liga am 9. Mai – wenn es dann wirklich wieder losgeht – mit dem 33. Spieltag fortgesetzt wird. Falls es erst am 16. Mai weitergehen sollte, würde es wohl zunächst mit dem 34. Spieltag weitergehen. Für den BVB stünde dann ein Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim an, was beim Blick auf die jüngsten Fan-Proteste gegen den DFB und Dietmar Hopp auch nicht völlig unproblematisch erscheint, aber immer noch harmloser als ein Derby. Falls der Ball erst nach dem 16. Mai wieder rollen sollte, käme die DFL wohl nicht an einer Fortsetzung beginnend mit dem 26. Spieltag vorbei.

Borussia Dortmund hat noch neun Spieltage zu bestreiten

Insgesamt stehen in der Bundesliga noch neun Spieltage aus. Vor Borussia Dortmund liegen noch fünf Heimspiele und vier Partien in der Fremde. Die DFL-Mitgliederversammlung am Donnerstag dürfte für Gewissheit sorgen, in welcher Reihenfolge der BVB diese Spiele bestreiten wird.

Die restlichen BVB-Spiele der Saison 2019/20 im Überblick:

  • 26. Spieltag: Borussia Dortmund - FC Schalke 04
  • 27. Spieltag: VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund
  • 28. Spieltag: Borussia Dortmund - Bayern München
  • 29. Spieltag: SC Paderborn - Borussia Dortmund
  • 30. Spieltag: Borussia Dortmund - Hertha BSC
  • 31. Spieltag: Fortuna Düsseldorf - Borussia Dortmund
  • 32. Spieltag: Borussia Dortmund - FSV Mainz 05
  • 33. Spieltag: RB Leipzig - Borussia Dortmund
  • 34. Spieltag: Borussia Dortmund - TSG 1899 Hoffenheim

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