Der Titelkampf wird für den BVB endgültig zum großen Nervenspiel. Die Ausgangslage ist für Bayern München nur scheinbar komfortabel. Denn die vergangenen Wochen zeigen: Eine Prognose lässt sich nicht treffen. Dirk Krampe kommentiert.

Dortmund

, 11.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Liga hat ihr Traumfinale, der finale Akt wird zum ultimativen Höhepunkt. Und das ist doch genau das, was alle sich gewünscht haben. Borussia Dortmund kann sich auf die Fahnen schreiben, den in den vergangenen Jahren zur großen Langeweile verkommenen Titelkampf endlich mal wieder spannend gemacht zu haben. Das wird am Ende dieser Saison als Fazit Bestand haben. Egal, wie es ausgehen wird.

Schwamm drüber, dass auch der 3:2-Erfolg über eine erstaunlich wehrhafte Fortuna mit Mühe und zitternden Knien ins Ziel gebracht wurde. Schwamm drüber, dass unverkennbar ist, wie sehr fast alle Spieler von Borussia an ihrem Limit sind. Körperlich, vor allem aber mental. Denn den Bayern geht es nicht wesentlich besser. Die Ausgangslage für die Münchner ist angesichts der zwei Punkte Vorsprung immer noch komfortabler, darauf ausruhen dürfen sich die Münchner nicht.

Der größere Wille entscheidet

Denn was zählt das schon. Borussia Dortmund verlor in den vergangenen 14 Tagen fünf Punkte gegen Mannschaften, die man hätte beherrschen können, die man hätte schlagen müssen. Daran zurückzudenken, dürfte nach diesem Spieltag die Schmerzen wieder aufleben lassen. Die Bayern patzten in Nürnberg, sie gewannen wie erhofft auch in Leipzig nicht. Die Kontrahenten schenken sich nichts im Auslassen bester Gelegenheiten.

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Am kommenden Samstag dann zählen keine schweren Beine, auch nicht der leere Kopf. Die Meisterschaft, so viel ist sicher, wird der Klub feiern können, der in der Lage ist, den größeren Willen auf den Platz zu bringen. Eine Prognose, ob dies Borussia Dortmund sein wird, lässt sich nicht treffen, die letzten Eindrücke taugen ohnehin nur bedingt. Das Finale ist allein ein großes Nervenspiel. Für beide.

Nur der Beginn des verbalen Duells

Dass Hans-Joachim Watzke davon sprach, sein BVB verspüre nun keinen Druck mehr, gehört zum Geplänkel, das uns in der kommenden Woche begleiten wird. Der Konter aus München wird wohl nicht lange auf sich warten lassen. Alles wird nun in die Waagschale geworfen zur Erfüllung des großen Traums. Der Ausgang, das haben die vergangenen Wochen gezeigt, scheint wirklich völlig offen.

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