Axel Witsels Arbeit im Maschinenraum ist die Grundlage fürs Offensivfeuerwerk des BVB

dzBorussia Dortmund

Fürs Spektakel sind die Kollegen zuständig. Aber sein Job beim BVB, das zeigte das Duell mit Augsburg erneut deutlich, ist unverzichtbar. Axel Witsels Wirken lässt die anderen erst glänzen.

Dortmund

, 19.08.2019, 13:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Feuerwerk kommt von anderen. Axel Witsel zieht sich lieber die Arbeitskluft über und werkelt im Maschinenraum des BVB. Wenn Dribblings von Jadon Sancho oder Treffer von Marco Reus und Paco Alcacer wie am Samstagabend immer wieder über die Bildschirme flimmern, dann lehnt sich Witsel genüsslich zurück. Er gönnt den Kollegen die Lobeshymnen, das Bad im Jubel der Fans.

Witsel verteilt Lob für alle

„Jungs wie Paco oder Marco brauchen keine zehn Torchancen für einen Treffer“, weiß Witsel um die Qualität von Borussias Attacken-Abteilung. Direkt nach dem Augsburg-Spiel tat er das, was er eigentlich immer tut nach getaner Arbeit auf dem Rasen. Er twittert über seine Mannschaft. Diesmal, nach dem mitreißenden 5:1, gab es Lob für alle. „Eine starke und selbstbewusste Vorstellung“, schrieb Witsel, „was für ein Start in die neue Saison!“

Natürlich dank der gefeierten Offensivstars, ihrer Tricks und Tore. Aber auch dank Mittelfeld-Organisator Witsel. Denn der 30-Jährige avancierte gegen Augsburg zur nahezu perfekten Ballverteilungsmaschine. 138 Mal bekam er das Spielgerät, öfter als jeder andere. 127 Mal spielte er einen Pass, öfter als jeder andere. Und das Wichtigste dabei: 98,7 Prozent seiner Pässe kamen beim Mitspieler an – ein herausragender Wert.

Witsel agiert im Stile eines Strategen, setzte die Kollegen clever ein, initiierte viele Angriffe, garantierte aus dem Zentrum eine gute Balance. Er zog kaum Sprints an, wählte aber sinnvolle Laufwege. 10,6 Kilometer spulte er gegen Augsburg ab, und gefühlt machte jeder seiner Meter Sinn. Er verteilte stark die Bälle, er schirmte das Zentrum bei Augsburger Gegenstößen routiniert ab. Er schoss nicht nur einmal aus der Ferne gefährlich aufs Tor - und dann legte er auch noch zwei Treffer auf. „Schön, dass ich zwei Vorlagen beisteuern konnte. Aber noch besser, dass wir drei Punkte eingefahren haben“, gab sich Witsel ebenso entspannt wie bescheiden.

Klarer Kopf, auch unter Druck

So wie neben dem Rasen präsentiert sich der Belgier auch auf dem Feld. Besonnen. Mit klarem Kopf, auch unter Druck. Er ist mit all seiner Erfahrung der Ruhepol im Dortmunder Zentrum – die Ruhepause im Sommer hat ihm merklich gut getan. Die zum Ende der Vorsaison doch recht leergezogenen Akkus sind wieder aufgeladen. Und Witsels Wort hat Gewicht im Team, er ist Teil des neuen Mannschaftsrates.

Axel Witsels Arbeit im Maschinenraum ist die Grundlage fürs Offensivfeuerwerk des BVB

Axel Witsel war gegen Augsburg einer der besten Borussen. © imago

Gern registrierte er, dass das, was er in der Vorsaison noch ab und an bemängeln musste, gegen Augsburg tadellos lief: „Alle müssen ihren Job auch defensiv gut machen, auch in dieser Hinsicht sind wir besser als in der letzten Saison“, betonte er später, als er auf Paco Alcacers auffällige Lust aufs Verteidigen angesprochen wurde.

Witsel freut sich über mehr Erfahrung im Kader

Insgesamt habe der BVB nun mehr Erfahrung im Kader. So ließ sich auch das frühe 0:1 leicht reparieren. „Wir wussten, dass wir noch viel Zeit hatten“, erklärte Witsel. Also konnten alle Borussen ruhig bleiben. Ruhig wie Witsel. Und später dann ihr Feuerwerk abbrennen. Angetrieben aus dem Maschinenraum.

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